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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mäuseplage In Ganderkesee: Nager machen das Grünland kaputt

22.02.2020

Ganderkesee „Wer mit offenen Augen durch die Gemeinde fährt, sieht das Problem“, erklärte der Vorsitzende des Ortslandvolkverbands Cord Wübbenhorst. Auch in Ganderkesee – vor allem im Norden – sind landwirtschaftliche Flächen von der Mäuseplage betroffen, die laut Umweltminisiterum niedersachsenweit geschätzt 150 000 Hektar Grünflächen beschädigt hat. Nach zwei trockenen Sommern und der noch laufenden Diskussion um eine neue Düngeverordnung sei das jetzt das nächste große Thema, das auf Landwirte zukomme, so Wübbenhorst. „Betroffen ist fast alles zwischen Delmenhorst und der Nordsee.“

Wetter entscheidet über weitere Ausmaße

Kritisch werde die zukünftige Witterung, erklärte der Landvolk-Chef. „Wenn man jetzt eine neue Einsaat auf den Flächen macht und wir im Mai einen Frühsommer mit Trockenheit und scharfem Ostwind bekommen, vertrocknen die Graswurzeln sofort.“ Bevor eine neue Saat möglich sei, müssten von Mäusen befallene Flächen aber mechanisch bearbeitet werden. Ausreichende Niederschläge seien dafür hilfreich, so Wübbenhorst. „Wenn wir genug Regen bekommen, geht die derzeitige Mäusepopulation baden.“

Kreislandvolk ist besorgt

Besorgnis über die Lage ließ auch Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands, durchblicken. „Für einzelne Betriebe ist das derzeit schon heftig“, sagte er. Die aktuelle Mäuseplage sei eine Ausnahmesituation, die so noch niemand beim Kreislandvolk erlebt habe. Grund dafür seien auch die milden klimatischen Verhältnisse. „Das hat im Herbst schon angefangen“, sagte Wolff, „die Erntegrundlagen sind teilweise schon 2019 weggefallen.“ Betroffen sei der Landkreis in den nördlichen Gebieten, aber auch die Städte Oldenburg und Delmenhorst. Landwirte verlören dort den ersten Schnitt auf ihren Grünflächen und müssten deshalb Futter zukaufen. „Diese Futterzukäufe machen einen enormen Kostenfaktor aus“, so Wolff.

Neuer Erlass für betroffene Höfe

Um Landwirten, deren Flächen von Mäusen zerstört werden, schneller zu helfen, hat die Landwirtschaftskammer eine bürokratische Erleichterung beschlossen. „Seit Donnerstag gibt es eine neue Erlasslage“, erklärte Eva-Maria Langfermann, Leiterin des Kreisamts für Naturschutz und Landschaftspflege. Auf Initiative des Landes hin sollen Anträge für einen sogenannten Grünlandumbruch, also das Pflügen oder Fräsen von Grünlandflächen, für mäusegeplagte Höfe vereinfacht werden. In der kommenden Woche solle das Verfahren auf Behördenseite geklärt sein. Langfermann: „Wir erwarten dann auch die ersten Anträge.“

Süden Ganderkesees weniger betroffen

Weniger dramatisch als in Neuenlande und anderen nördlichen Grünflächen sieht es derzeit noch im Süden von Ganderkesee aus. „Da sind auch Mäuse unterwegs", sagte der stellvertretende Landvolksvorsitzende Volker Schmidt, „aber es ist noch nicht ertragsrelevant.“ Falls die Population sich weiter vermehre, könne sich die Situation aber verschlechtern. „Regen hilft da schon, aber Frost wäre noch hilfreicher“, so Schmidt – ideal sei beides zusammen.

Neben Mäusen verbreiteten sich derzeit aber auch Ratten in der Gemeinde. „Dieses Jahr habe ich auf dem Hof die Schädlingsbekämpfung an einen Profi abgegeben“, sagte Schmidt, da er die Menge an Nagetieren alleine nicht bewältigen konnte. „Das kenne ich so gar nicht.“

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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