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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bei Atlas wird jede Hand gebraucht

30.01.2019

Ganderkesee Lange war es ruhig in den Atlas-Werken, aber nun rumort es offenbar wieder unter Mitarbeitern des Bagger- und Kranbauers: Anlass ist ein Schreiben von Eigentümer Fil Filipov, in dem er Beschäftigte aus den Büros für eine befristete Zeit zum Einsatz in der Fertigung aufruft, um einen Auslieferungsstau abzubauen. Der Betriebsrat hat sich eingeschaltet, die IG Metall nennt den Aufruf „skurril“.

Atlas-Geschäftsführer Brahim Stitou indes hält die innerbetriebliche Arbeitsumverteilung für zwingend notwendig. „Wir haben unheimlich viele Aufträge und sind mit der Produktion im Rückstand“, sagte Stitou am Dienstag der NWZ. „Bei der Aufholjagd benötigen wir jede helfende Hand.“

Auch die Mitarbeiter seien daran interessiert, dass die Fertigung und Auslieferung funktioniere und die Kunden zufrieden seien, betonte Betriebsrats-Vorsitzender Holger Rigbers. „Aber das wird schwierig mit Leuten, die sich in den Bereichen gar nicht auskennen.“ Wer aus dem Einkauf komme, müsse in der Fertigung erst angelernt werden, das halte wiederum die dortigen Mitarbeiter von ihrer eigentlichen Arbeit ab.

So sei das gar nicht vorgesehen, erklärt Brahim Stitou: „Es soll hier ja kein Controller einen Steuerblock zusammenbauen!“ Beim Ein- und Auspacken oder Zurechtlegen von Ware könnten aber fachfremde Mitarbeiter nützlich sein. Wie das im Einzelnen geregelt werde, sei noch offen.

Laut Holger Rigbers hat der Betriebsrat am Montag abgelehnt, dass Mitarbeiter von anderen Firmen, die der Familie Filipov gehören, in den Atlas-Werken zeitweise aushelfen. Das gehe rein rechtlich schon nicht. Bei befristeten Versetzungen innerhalb des Betriebs sei der Betriebsrat zu beteiligen, stellt dessen Vorsitzender klar. Brahim Stitou versicherte, dass eine genaue Information der Arbeitnehmervertretung zugesagt worden sei.

Für den IG-Metall-Sekretär Thomas Tillmann-Bramkamp liegt das Hauptproblem in Zulieferer-Schwierigkeiten: „Das betrifft die ganze Branche“, weiß er. Dieses Problem sei auch mit zusätzlichen Fachkräften nicht zu lösen – und erst recht nicht mit Helfern aus dem Büro. „Diese Lösungsmöglichkeit ist einfach nur skurril“, winkt Tillmann-Bramkamp ab.

Es funktioniert, hält Brahim Stitou dagegen und beschreibt am Telefon, wie soeben ein Sicherheitsingenieur dabei geholfen habe, einen Arbeitsplatz einzurichten. In Einzelfällen werde Filipovs Forderung schon umgesetzt. Der Geschäftsführer glaubt sogar, das schweißt die Abteilungen zusammen.

Betriebsrats-Chef Holger Rigbers erkennt an, dass auch Fachkräfte eingestellt wurden, um den Auftrags-Stau abzubauen. Gerade erst seien für eine befristete Spätschicht sieben neue Mitarbeiter gekommen. Allerdings bekomme auch Atlas den Fachkräftemangel zu spüren. Umso bedauerlicher findet es Rigbers, dass die Firma schon 2010 die Ausbildung im Maschinenbau eingestellt hat – auf Anweisung von Fil Filipov.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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