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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bürgerbus braucht neuen „Motor“

10.04.2019

Ganderkesee Das Projekt „Bürgerbus Ganderkesee“ galt vor 15 Jahren als gescheitert, noch bevor es überhaupt auf den Weg gebracht war. Dass die Politik ihren Widerstand am Ende aufgab und der Bus im Oktober 2005 doch ins Rollen kam, ist vor allem der Beharrlichkeit und dem langen Atem der Initiatoren zu verdanken.

Bürgerbusverein tagt

An diesem Mittwoch, 10. April, kommen die Mitglieder des Bürgerbusvereins Ganderkesee im Gasthof Menkens in Hoykenkamp zur Jahreshauptversammlung zusammen. Um 20 Uhr beginnt die Sitzung, in der unter anderem Wahlen und Ehrungen stattfinden.

Die wollen ihr „Kind“ nun aus dem Nest schubsen: An diesem Mittwoch werden Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt, 2. Vorsitzender Rolf Kuhlmann und Betriebsleiter Heinz Otter ihre Ämter an Nachfolger übergeben. Auch wenn der Schritt wohlüberlegt und beinahe generalstabsmäßig vorbereitet ist, sehe sie dem Abend mit einigem „Bammel“ entgegen, gibt Hanna Otter-Sandstedt zu.

Mehrere Jahre hat das Ringen um geeignete Nachfolger gedauert. Kandidaten zu finden, die für einen Vereinsvorsitz kandidieren, gestaltet sich auch in anderen Vereinen schwierig. Doch der Bürgerbusverein ist kein normaler Verein: Hanna Otter-Sandstedt versteht ihn als Betrieb unter ehrenamtlicher Leitung. „Das ist ein Halbtagsjob – weil inzwischen viele Aufgaben verteilt sind“, erklärt die 73-Jährige, die im Laufe ihres Arbeitslebens als Schwesternhelferin, Heilpädagogin und Supervisorin tätig war.

Zahllose Male kam es in den vergangenen Jahren vor, dass der erste Weg am Morgen für sie selbst oder ihren Ehemann noch vor dem Frühstück zur Garage in Rethorn führte. Die liegt praktischerweise nur wenige Kilometer von ihrem Zuhause in Stenum entfernt. Auch wenn sich auf den Linien Unfälle ereigneten, war die Vorsitzende selbst vor Ort, um Nötiges zu regeln – und vor allem, um sich der Fahrer anzunehmen.

Aber auch dann, wenn alles nach Plan lief, war der Bürgerbus tagtäglich präsent. Da war auf der einen Seite der Austausch mit den Netzwerkpartnern wie den Strecken-Konzessionären. Und dann die vereinsinterne Kommunikation mit Fahrerteam und Vorstandskollegen. Zu Rolf Kuhlmann hatte Hanna Otter-Sandstedt praktisch eine Standleitung. Beide sind über die Jahre zu Experten für das Modell „Bürgerbus“ geworden – welches für sie anfangs, als sich beide über die Ganderkeseer Agenda-21-Gruppe kennenlernten und dort die Pläne für die Gründung schmiedeten, noch völliges Neuland bedeutete.

Um den Übergang zu erleichtern, haben die beiden Vorstand und Beirat seit dem vorigen Jahr neben den turnusmäßigen Vorstandssitzungen regelmäßig zur „Zukunftswerkstatt“ zusammengetrommelt. Dort wurde beraten, wie sich der Verein künftig unter neuer Führung aufstellen könnte und wie die anfallende Arbeit auf noch mehr Schultern verteilt werden könnte. Gut eingeführt ist aus Sicht von Hanna Otter-Sandstedt die neue Bereitschaftsgruppe, deren Mitglieder nun umschichtig im Falle von technischen Defekten oder bei Unfällen ausrücken.

Den Verein sieht die 73-Jährige gut aufgestellt. So seien gerade erst wieder drei neue Mitglieder für das jetzt 40-köpfige Fahrerteam gewonnen worden. Begonnen hatte der Betrieb mit 18 Fahrern. Für etwas Unbehagen sorgt allerdings die Ankündigung der Delbus, ab April kommenden Jahres Elmeloh wieder anzusteuern. Wenn das Delmenhorster Unternehmen dann wieder auf der Bürgerbus-Stammlinie verkehrt, könne auf den Verein die Aufgabe zukommen, eine neue Linie zu kreieren, sagt Hanna Otter-Sandstedt.

Doch das werden die Nachfolger des aktuellen Vorstands meistern müssen. Von ihnen wünscht sich Hanna Otter-Sandstedt, dass sie „beim Fahrerteam dafür Sorge tragen, dass es allen gut geht“. Ihr sei es immer ein Anliegen gewesen, sich hinter die Fahrer zu stellen – auch in herausfordernden Situationen. Sollte der neue Vorstand ihren Rat wünschen, steht die noch amtierende Vorsitzende zur Verfügung. Ehemann Heinz Otter bleibt dem Beirat erhalten und sitzt vorerst auch weiterhin am Steuer des Busses.

Hanna Otter-Sandstedt wird sich verstärkt auf ihre anderen Ehrenämter fokussieren. Sie leitet seit vielen Jahren eine Trauergruppe in Elmeloh und engagiert sich im Hospizkreis zudem in der Trauer- und Sterbebegleitung. Auch ihren Frauengesprächskreis bei der regioVHS, den sie im 31. Jahr leitet, möchte sie weiterhin betreuen. Zudem freut sie sich auf mehr Zeit zum Reisen mit Mann und Hund sowie zum Klavierspielen. Ihr langfristiger Wunsch für den Bürgerbus-Verein: „Es soll nie passieren, dass das Menschliche auf der Strecke bleibt und wirtschaftlichen Zwängen untergeordnet wird.“

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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