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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Trockenheit bringt Vogelwelt aus dem Takt

28.07.2018

Ganderkesee Es kommt in diesen Tagen immer wieder vor, dass Hans Fingerhut und seine Mitstreiter Anrufe von besorgten Gartenbesitzern erhalten. „Wir hören öfter, dass Elternvögel Jungvögel zurückgelassen hätten“, berichtet der Vorsitzende der Ortsgruppe Ganderkesee des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu).

Einer dieser Anrufe kam aus Bookhorn. Eine Gartenbesitzerin berichtete, dass sich eine junge Amsel am Abend plötzlich auf ihrem Fuß niedergelassen habe und keine Anstalten mache, wegzufliegen. Von den Elterntieren keine Spur. Also nahm die Frau die Fütterung selbst in die Hand – im wahren Wortsinn: Sie fütterte den jungen Vogel über Tage hinweg von Hand mit abgekochter und zu winzigen Stückchen zerkleinerter Hähnchenbrust und gab ihm Wasser.

Vor allem Letzteres sei angesichts der Hitze und der anhaltenden Trockenheit überlebenswichtig für die Gartenvögel, betont Fingerhut. Aber auch Insekten, Schnecken, Eichhörnchen, Igel und andere wildlebende Tiere würden profitieren. Fingerhut rät allen Gartenbesitzern, flache Schalen mit frischem Wasser an schattigen Plätzen aufzustellen – spezielle Vogeltränken seien nicht erforderlich. „Da reicht auch ein Suppenteller“, so der Nabu-Vorsitzende. Auch auf der Internetplattform Facebook verbreitet sich der Appell derzeit rasant.

Beim Tränken gilt es allerdings eines zu beachten: „Es ist wichtig, das Wasser täglich zu wechseln“, betont Hans Fingerhut. „Ansonsten können sich, erst recht bei dieser Hitze, gefährliche Keime entwickeln.“

Dass Jungtiere sogar Vögel anderer Arten um Futter anbetteln und sich selbst Menschen als Futterspender suchen, hängt laut Fingerhut damit zusammen, dass sich die Jungtiere aus der zweiten Brut jetzt zu einem ungünstigen Zeitpunkt in einer natürlichen Übergangsphase befänden. „Die Jungvögel sollen jetzt eigentlich lernen, sich selbst mit Nahrung zu versorgen, aber sie finden einfach keine“, schildert der Fachmann das Dilemma.

So würden sie in den ausgetrockneten Rasenflächen vergeblich nach Futter picken, erklärt Fingerhut weiter. Während die Elterntiere jetzt mit übrig gebliebenem Winterfutter gestärkt werden könnten, seien die Jungvögel dringend auf Proteine, etwa aus Würmern, angewiesen. In seinem eigenen Garten hat Fingerhut schon Grünfinken beobachtet, die auf den Blüten von Sonnenblumen nach Nahrung suchten. Festgestellt hat er auch, dass einige Arten – vermutlich aufgrund des Nahrungsmangels – in diesem Jahr keine zweite Brut mehr hatten.

Aus Fingerhuts Sicht schadet es nicht, wildlebende Tiere etwa mit kleinen Portionen Katzenfutter oder Vögel mit Maden zu füttern. „Aber nützlicher sind unordentliche Ecken im Garten. Wenn man Sträucher und Heckenschnitt liegen lässt, finden sich schnell Käfer ein.“

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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