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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Pflege In Ganderkesee: Wenn Note 2 einfach nicht mehr gut ist

22.11.2018

Ganderkesee Eine glatte Zwei im Zeugnis – darüber freuen sich die meisten Schüler. Pflegeheime eher weniger: „Eine 2,0 sieht schlecht aus, wenn der Landesdurchschnitt bei 1,3 liegt“, weiß Friedrich Mohn, Leiter des Altenpflegeheims im Elmeloher Wichernstift. Aber er gibt nicht viel auf die Noten des sogenannten „Pflege-TÜV“. Wie sie zustande kommen, sei fragwürdig und ihre Aussagekraft begrenzt – und mit dieser Meinung ist Mohn nicht allein.

Nach dem derzeitigen Bewertungssystem für Pflegeeinrichtungen müssten nahezu ideale Zustände in allen Heimen herrschen – die allermeisten haben eine Eins vor dem Komma. Das sei wenig hilfreich, haben Gutachter festgestellt und ein neues System gefordert. Die Bundesregierung will es bis zum Herbst 2019 einführen.

Kein Personal am Markt

Er wisse noch zu wenig über die künftigen Kriterien, sagt Mohn, „aber ich erwarte keine Erleichterung für uns.“ Ohnehin brauche die Pflegebranche keine neue Reformen, wenn diese nicht wirklich die Rahmenbedingungen verbesserten. Er nennt als Beispiel die jüngste Zusage von Gesundheitsminister Jens Spahn, 13.000 neue Stellen in der Pflege zu finanzieren. Das bedeute für das Wichernstift 1,5 Stellen zusätzlich, hat Mohn ausgerechnet – „aber wie soll ich die besetzt bekommen auf einem völlig leer gefegten Arbeitsmarkt?“

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Die derzeitigen Noten spiegelten auch nicht den Alltag und die Qualität in den Heimen richtig wider, findet der Leiter des Wichernstifts, das vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zuletzt die 2,0 erhielt. In der Regel einmal im Jahr kommen die MDK-Prüfer unangemeldet und wählen neun Bewohner mit unterschiedlichen Pflegegraden aus, deren Pflege dann sieben Stunden lang intensiv überprüft wird.

Belohnt werde vor allem, was dokumentiert sei, erklärt Mohn und nennt ein Beispiel: „Wenn wir uns bemühen, einen Bewohner zu mobilisieren, das aber nicht ausreichend dokumentieren, wird das schlechter bewertet, als wenn ein Bewohner die ganze Zeit fixiert liegt und das dann aber genau dokumentiert ist.“

„Das Bewertungssystem muss zielorientierter werden“, meint auch Heinke Schwarze, Leiterin der „Seniorenresidenz Waldschlößchen“ in Stenum. Dass es zum Beispiel erhebliche Abzüge gibt, wenn nur ein Mitarbeiter nicht den Erste-Hilfe-Kursus nachweisen kann, hält sie für wenig zielführend. Dass es überhaupt eine Bewertung der Heime gibt, findet Schwarze aber gut. Vielleicht auch, weil ihr Haus mit der Note 1,2 am besten dasteht von allen Pflegeheimen in der Gemeinde Ganderkesee.

Jeweils mit 1,7 werden das Haus am Wald in Immer und der Wohnpark am Fuchsberg in Ganderkesee bewertet. Dessen neuer Einrichtungsleiter Marcus Voss gibt zu, an seinem jetzigen Arbeitsplatz noch wenig Erfahrungen gesammelt zu haben, bestätigt aber eine Beobachtung, die auch Friedrich Mohn im Wichernstift macht: „Die meisten Angehörigen kommen aus einer Akutsituation zu uns“, sagt Voss, „da spielen andere Dinge als die Note eine Rolle, zum Beispiel die schnelle Hilfe und die räumliche Nähe zum Pflegeheim.“

Heime im Dorf bekannt

Der neue Leiter am Fuchsberg hat vorher in Berlin gearbeitet und hebt einen Unterschied zwischen Stadt und Land hervor: „In dörflichen Strukturen weiß man um die Stärken und Schwächen der Pflegeheime.“ Egal wie das Bewertungssystem reformiert wird: Marcus Voss ist „nicht überzeugt, das dieses Instrument dazu beiträgt, die Qualität zu verbessern.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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