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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Falsche Müllentsorgung kaum zu stoppen

02.01.2020

Ganderkesee Zum Jahreswechsel macht die Schillerstraße einen verwahrlosten Eindruck – Plastikmüll, Scherben und kaputte Möbel liegen rund um die Altglas- und Altkleider-Containerstation an der Ecke zur Goethestraße herum. Darüber regt sich Peter Schwarz auf: „Kurz vor Weihnachten hat der Landkreis erst einen Berg Sperrmüll abholen lassen, jetzt ist die Ecke wieder zugemüllt“, schimpft der Anwohner der Goethestraße. Der 73-Jährige befürchtet, dass der von Wohnblöcken umsäumte Straßenzug zum Problemquartier wird.

Für den Containerstandort ist der Landkreis Oldenburg zuständig. „Kreisweit hat die illegale Entsorgung von Müll in den letzten zwölf Monaten weiter zugenommen“, bedauert Hergen Stolle, Sachbearbeiter beim Amt für Abfallwirtschaft. 2017 verzeichnete das Amt demnach 734 „wilde“ Entsorgungen, 2018 mussten die Abfuhrfirmen 867 Mal den Müll anderer beseitigen, und kurz vor Ende 2019 waren kreisweit 880 Fälle gemeldet worden. Die steigende Zahl der Einsätze treibt die Kosten. 2020 müssen Kreisbewohner unter anderem deshalb eine höhere Müll-Grundgebühr schultern, auch weitere Entsorgungskosten steigen.

Als eine Ursache für die Vermüllung des Quartiers führt Stolle den hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund an. Derartige Probleme gebe es kreisweit. „Sie stammen teils aus Kulturkreisen, die einen gänzlich anderen Umgang mit der Müllentsorgung pflegen“, erklärt er. Der Landkreis habe auch an der Schillerstraße schon mehrsprachige Flugblätter über die korrekte Entsorgung verteilen lassen. Auch eine Bildtafel, die erklärt, was in die Container gehört – und was nicht – wurde aufgestellt. Das half offenbar nicht. „Wenn die Migranten mit der Mülltrennung nicht zurechtkommen, dann darf man sie damit doch nicht alleinlassen“, fordert Anwohner Schwarz.

Das sieht im Prinzip auch Hergen Stolle so: „Eigentlich wären hier auch die jeweiligen Sozialarbeiter gefragt“, sagt er. Der Kreis strebe 2020 eine engere Abstimmung mit den Kommunen an, um die Vermüllung durch Unkenntnis des Abfuhrsystems in den Griff zu kriegen.

Es sei schwierig, die Verursacher des Mülls zu ermitteln, räumt Hergen Stolle ein: „Wir durchsuchen sogar Müllsäcke, doch nur selten gibt es darin Hinweise, etwa Adressaufkleber“, sagt er. Auch Streife gehende „Müllsheriffs“ könnten nicht eingesetzt werden. Stolle: „Dafür sind wir personell nicht aufgestellt“.

In seinem Quartier drängt Peter Schwarz auf schnelle Abhilfe: „Es muss jetzt rasch was passieren. Wenn hier auch noch Hausmüll hinzukommt, droht uns ganz schnell eine Rattenplage“.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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