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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Recycling-Aktion In Ganderkesee: Wie das alte Handy Insekten helfen kann

06.03.2020

Ganderkesee Wer hat zu Hause nicht diesen einen Karton, in dem noch ein ein paar Mobiltelefone der frühen Generation lagern – mit ausgelutschtem Akku, defektem Tastenfeld oder gesprungenem Display? Eine Möglichkeit, die alten Schätzchen sinnvoll zu entsorgen, bietet jetzt wieder die Ortsgruppe Ganderkesee des Naturschutzbundes (Nabu).

„105 Millionen alte Handys und Smartphones schlummern in deutschen Haushalten noch in den Schubladen“, weiß Nabu-Vorsitzender Hans Fingerhut. Das nimmt der Nabu zum Anlass, wie schon vor einigen Jahren Handys für den Naturschutz zu sammeln. „Handys für Hummel, Biene & Co.“ heißt die aktuelle Aktion.

Abgabe im Rathaus

Eine Sammelbox für die ausgedienten Handys steht im KfZ-Bereich des Ganderkeseer Rathauses. Dort können die Geräte während der Öffnungszeiten eingeworfen werden.

Die Rohstoffe der nicht reparaturfähigen Geräte würden in ökologisch zertifizierten Schmelzanlagen einge-schmolzen, wie Nabu-Vorsitzender Hans Fingerhut berichtet. So könne für NabuProjekte jährlich zum Beispiel ein Kilo Gold gewonnen werden. 2019 brachten 84 308 bundesweit gesammelte Handys dem Nabu einen Erlös von 50 000 Euro ein.

Weitere Informationen unter www.bit.ly/handyspende

Seit 2011 arbeitet der Nabu mit dem Dienstleister Telefónica Deutschland Group (früher mit E-Plus) zusammen. Durch die Handysammlung erhält er einen jährlichen Zuschuss von Telefónica, der sich erhöht, wenn der Recyclingpartner AfB (Arbeit für Menschen mit Behinderung) mehr Handys wiederaufbereitet und verkauft. Der Erlös fließt in Insektenschutz-Projekte.

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Auch Ganderkesees Klimaschutzmanager Lars Gremlowski heißt die Aktion gut. So könnten die in den Handys verbauten Rohstoffe wiederverwertet werden. „Ausgediente Handys in den Hausmüll zu werfen, schadet der Umwelt und ist auch gesetzlich verboten“, erklärt Gremlowski.

„Außerdem gehen wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Silber, Gold oder Seltene Erden verloren, die stattdessen unter oft fragwürdigen Bedingungen in Ländern des Südens abgebaut werden.“ Durch Reparaturen und eine längere Nutzungsdauer könne zudem viel CO2 eingespart werden und die Ausfuhr von Elektroschrott in Entwicklungsländer werde verringert.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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