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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit viel Tüftelei gegen die Wegwerfkultur

12.09.2019

Ganderkesee ­Was ist bloß kaputt? Drei Mann fachsimpeln im Werkraum des Ganderkeseer Förderzentrums am Habbrügger Weg über eine Heckenschere. „Da ist das Gute noch nicht von ab“, scherzt Emil Schmidt über sein 25 Jahre altes Bosch-Modell, das sonst immer gute Dienste geleistet hat.

Auch für solche betagten „Schätzchen“ wie das Gerät des 82-jährigen Bookholzbergers gibt es das „Repair-Café“, dessen Name durchaus wörtlich zu nehmen ist: Bei Heißgetränken und Gebäck kommen in der Förderschule einmal im Monat erfahrene Reparateure und Besucher mit defekten Gebrauchsgegenständen zusammen, um diese gemeinsam instand zu setzen. Das schont nicht nur die Umwelt, es bietet in den Wartezeiten auch die Möglichkeit zu Plausch und Austausch.

Reparaturkultur beleben

„Das Repair-Café möchte dazu beitragen, die Reparaturkultur wiederzubeleben. Ziel ist es, Dinge länger nutzbar zu machen, das Wissen um Reparaturen aufrechtzuerhalten und weiterzugeben sowie das Bewusstsein zu schärfen, beim Kauf neuer Gegenstände auf Kriterien der Haltbarkeit und Reparierbarkeit zu achten“, erklärt Landkreissprecher Oliver Galeotti den Sinn dahinter. Denn auch die Ganderkeseer Tüftler arbeiten im Rahmen des Kreis-Projektes „Mach mit beim Klimaschutz“, das durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Weitere Cafés gibt es regelmäßig in Großenkneten, Harpstedt, Hude, Kirchhatten, Wardenburg und Wildeshausen.

Aufatmen im Werkraum: „Nur ein Kabelbruch“, benennt Herbert Greulich, der die Maschine gemeinsam mit Jürgen Wachtendorf und Rainer Schlieske geöffnet hat, den Grund des Defekts. Fingerspitzengefühl ist jetzt gefragt, das alte Kabel aus dem Gehäuse fädeln und ersetzen. Doch nicht immer ist die Fehlerbeseitigung so schnell beendet. Oft können selbst die alten Hasen unter den Ehrenamtlichen, erfahrene Handwerksmeister oder Ingenieure, nichts ausrichten. Uwe Josquin ist so ein Tüftler. 

Viele Steine im Weg

„Die Industrie macht es uns bewusst schwer, die Dinge zu reparieren, besonders die Staubsauer“, schimpft er. Exotische Schrauben, Spezialwerkzeuge, verklebte Gehäuse, die Liste der „Tücken ab Werk“ ist lang, das haben die Reparateure festgestellt. „Jetzt muss die Politik was machen“, fordert Josquin, gestoppt von der absolut serviceunfreundlichen Konstruktion eines Staubsaugers.

Warum erklärt sich jemand dazu bereit, kostenlos Dinge zu reparieren? „Aus Überzeugung, wir sollten die Ressourcen schonen “, nennt Schlieske seinen Beweggrund. Raumfahrtingenieur Jens Resemann, auch einer der 15 Reparateure im Werkraum, verrät: „Ich habe schon als Kind gerne gebastelt. Hier kann ich das tun und auch noch helfen“, bekennt der 63-Jährige aus Heide. Er nimmt eine mit Farbe beschmierte Bohrmaschine in die Hand. Ein Maler hatte sie gebracht „Das ist ein Fall für den Archäologen“, sagt er wegen der Dicke der Farbkruste, die Marke oder Typ nicht mehr erkennen lässt.

Die meisten der 30 angelieferten Geräte werden am Ende des Reparaturnachmittags wieder heil sein. Vier kommen beim nächsten Termin, Dienstag, 1. Oktober, 17 bis 19 Uhr, noch mal dran.  Für das Repair-Café werden noch Helfer gesucht. Näheres beim Kreis unter Telefon  04431/85591; per E-Mail: rebecca.remke@oldenburg-kreis.de.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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