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Englische Siedlungen: Bima will 270 Häuser sanieren
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Englische Siedlungen: Bima will 270 Häuser sanieren

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Prinzessin mit längster Amtszeit

04.03.2019

Ganderkesee Ganderkesee im Jahr 1953: An der Bergedorfer Straße 1, wo heute der Bioladen „Kornkraft“ beheimatet ist, war seinerzeit das Schreibwarengeschäft Focken und gleich nebenan die Gaststätte von Leonhard (genannt Hardy) und Hilde Schoberth. Bis zur Aufgabe der Gastronomie in den 70er-Jahren war diese Gaststätte ein beliebter Anlaufpunkt für alle Faschingsfreunde und wurde auch „Prinzen-Bar“ genannt. Hilde Schoberth bildete 1953 zusammen mit Helmut Lebherz das zweite Prinzenpaar in der damals noch jungen Ganderkeseer Faschings-Geschichte.

Beim Faschingsauftakt am 11. 11.1965 verkündete der Moderator, dass im Hause Schoberth an diesem Tag eine Prinzessin mit Namen Imke geboren wurde. Was der Moderator und die anwesenden Gäste zu dem Zeitpunkt nicht ahnen konnten: Imke Schoberth (heute Molde) wurde wirklich eine Faschingsprinzessin – und das in drei verschiedenen Jahren. Das ist bisher einzigartig. Jedes dieser Jahre hatte seine Besonderheiten – und die waren nicht immer erfreulich.

„Es war sehr kalt“

Zusammen mit Jörg Michael bildete Imke das Kinderprinzenpaar 1979 – im Jahr der Schneekatastrophe. Für den Umzug war es den Verantwortlichen und der Gemeinde gelungen, die Straßen und Bürgersteige halbwegs schneefrei zu bekommen. „Es war trotzdem ein schöner Umzug, allerdings lag an diesem 24. Februar nicht nur viel Schnee, es war auch sehr kalt“, erinnert sie sich. „Während des Umzuges wurden mir Wärmflaschen auf den Prinzenwagen gereicht.“

Die kleine Imke wuchs zur jungen Dame heran und 1984 wurde sie zu einer der vier Ehrendamen ernannt. Auch diese Zeit hat Imke in allerbester Erinnerung: „Wir Ehrendamen haben zusammen mit dem Prinzenpaar Brigitte Ewald und Hans Hubmann diese Zeit genossen und hatten viel Spaß dabei.“

Abmachung gebrochen

Imke hatte ihre eigene Wohnung in Ganderkesee, als im Oktober 1990 Rolf Kühn, Hartmut Scheele und Walter Kreye vor der Tür standen. Imke wusste sofort: „Das ist das Heldengreifkommando.“ Sie hatte gerade einige private Turbulenzen hinter sich und fühlte sich alleine etwas überfordert. „Wir fahren zu meinen Eltern“, war ihre spontane Reaktion. Die waren natürlich begeistert und machten ihrer Tochter Mut. Nur hatte die Sache einen Haken: Mit einem sehr guten Freund hatte sie eine Abmachung getroffen: „Wenn einer von uns Prinz oder Prinzessin wird, dann nur mit dem oder der jeweils anderen.“ Imke schlich sich also aus dem Zimmer und versuchte den Freund zu erreichen – was ihr nicht gelang. So sagte sie „Ja“, ohne zu wissen, wer ihr Partner würde. Der „gute Freund“ war es dann nicht, sondern Holger Lux. „Da habe ich mich ebenso gefreut, denn auch wir kannten uns schon sehr gut.“

Eklat beim Festabend

Die beiden bildeten das Prinzenpaar zum 40. Geburtstag des Ganderkeseer Faschings. Diese Session lief unter dem Motto „40 Jahre lacht und singt – der Fasching um den Ring“. Das Lachen und Singen sollte den Verantwortlichen aber bald vergehen: Anfang 1991 beherrschte der Golfkrieg die weltpolitische Lage. Auftakt der tollen Tage in Ganderkesee war ein Jubiläumsabend mit vielen Ehrengästen. Vor der Festhalle am Steinacker bildeten einige protestierende Ganderkeseer eine Mahnwache. Eine Bombendrohung kurz vor der Pause beendete dann endgültig diesen Festabend. „Da sind bei mir schon Tränen geflossen, denn meine Zeit als Prinzessin hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt“, erzählt Imke. Die Büttenabende und auch der Faschingsumzug wurden abgesagt.

Sollte ihre Amtszeit schon vorbei sein, bevor sie so richtig begonnen hatte? Nein, die Verantwortlichen um Präsident Rolf Kühn ernannten Imke und Holger zum Prinzenpaar auch für die Session 1991/92. Am Umzugstag strahlte die Sonne und die Thermometer zeigten 21 Grad. „Der Faschingsumzug war ein Traum“, schwärmt Imke noch heute.

„Traumprinzen“ gefunden

Eine ganz besondere „Trophäe“ hat sie sich bis heute aufbewahrt. Als Mitarbeiterin der Stadt Delmenhorst schnitt sie ihrem Chef, Stadtdirektor Bernhard Bramlage, an Weiberfastnacht den Schlips ab. „Herr Bramlage kannte das nicht und so musste sein teurer Schlips dran glauben!“

Als Prinzessin lernte sie viele Menschen kennen, darunter auch ihren „Traumprinzen“ und späteren Ehemann Jörg Molde. Während ihre beiden Söhne beim Fasching nicht sonderlich aktiv sind, ist es bei Tochter Marieken anders. Sie tanzt in der Grünen Garde und ist in diesem Jahr eine der vier Ehrendamen. „Den Blumenstrauß, den Marieken am 11.11. bekommen hat, haben wir anschließend auf das Grab meiner Mutter Hilde Schoberth gelegt. Sie hätte sich so gefreut, wenn sie das noch hätte erleben dürfen“, erzählt Imke.

Sie gibt den Takt vor

Nach ihrer Zeit als Faschingsprinzessin war sie einige Jahre im Büttenabend-Team und bis heute ist sie aktiv bei den Ex-Prinzenpaaren. Da Imke sehr musikalisch ist und einige Instrumente spielt, wurde sie nach dem Rückzug von Werner Lüdeke die musikalische Leiterin dieser Gruppe. „Nur kommissarisch“, stellt Imke fest. Fasching zieht sich durch ihr Leben wie ein roter Faden. „Ich wünsche mir, dass der Fasching in Ganderkesee noch lange bestehen bleibt“, sagt sie zum Schluss. „Er ist ein Bindeglied zwischen allen Altersgruppen.“

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