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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Plakat-Protest reicht bis Ganderkesee

29.01.2020

Ganderkesee /Schierbrok Beim Edeka-Markt in Schierbrok haben sie das umstrittene Werbeplakat mit Komiker Otto Waalkes nach den Protesten der Landwirte wieder abgehängt. „Wir hatten auch noch eins für innen, das haben wir gar nicht erst aufgehangen“, sagte Lars Ellerbrock, stellvertretender Leiter des Edeka-Marktes Boekhoff.

Slogan missverständlich

Da er mit Landwirten befreundet sei, habe er in gewisser Weise Verständnis für die Proteste, sagte Ellerbrock. Vorm Edeka-Zentrallager in Neuenkruge hatten am Sonntagabend Landwirte gegen Plakate mit dem Slogan „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“ protestiert. Daraufhin hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass nicht „das“ Essen gemeint war, sondern ein Ort im Landkreis Cloppenburg. „Die Werbung war missverständlich. Der Satz war schlecht gewählt“, meinte der stellvertretende Marktleiter aus Schierbrok. Allerdings habe es schon früher provokante Werbung gegeben. Außerdem sei Edeka ein humaneres Unternehmen als viele Discounter.

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Demnach bieten die Märkte, die von selbstständigen Kaufleuten geführt werden, viele regionale Produkte an. „Wir haben vieles aus der Region“, sagte Ellerbrock. Das koste häufig etwas mehr, werde aber von den Kunden in Schierbrok gut angenommen.

Auch Bernd Oetken kann die Proteste der Landwirte gegen die Plakate nachvollziehen. Er ist Geschäftsführer von Inkoop-Märkten in Ganderkesee und Delmenhorst, die Partner von Edeka sind. Die niedrigen Lebensmittelpreise, gegen die Bauern auf die Straße gehen, setzen aus Sicht von Oetken auch den Handel unter Druck. „Es gibt Druck auf allen Seiten, auf Handel und Produzenten.“

Kunden kaufen günstig

Als Hauptproblem sieht der Inkoop-Geschäftsführer an, dass viele Bürger nicht bereit seien, „wertig“ zu essen und mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. In Umfragen habe die Mehrzahl gesagt, dass sie keine Käfigeier kaufen würde, nannte er ein Beispiel. An der Kasse würden Wunsch und Realität dann aber auseinanderklaffen. Ähnlich ist es laut Oetken mit Milch: „Alle wünschen sich, dass die Kühe auf der Weide grasen.“ Doch in den Märkten, in denen auch teurere Weide- und Bio-Milch zu bekommen ist, wird nach wie vor Billig-Milch gekauft. „Die Leute kaufen nicht so wie sie reden. Die Realität an der Kasse ist eine andere.“

Auch Oetken verweist auf den hohen Anteil regionaler Produkte in seinen Märkten. Kartoffeln sowie Fleisch und Wurst würden von hiesigen Bauern kommen. „Ich bin mir sicher, dass die Zusammenarbeit zwischen den Bauern und Edeka gut ist.“

Landwirte aus Ganderkesee hatten sich am Sonntagabend nach Auskunft von Heino Stöver nicht an der Protestaktion am Edeka-Zentrallager in Neuenkruge beteiligt. Doch die Haltung der Ganderkeseer ist klar: „Gerade in diesem Jahr solche Sprüche, das kam nicht gut bei den Bauern an“, sagte der Landwirt aus Bergedorf. In der momentanen Lage sei das wie ein Schlag ins Wasser, sagte auch Harm-Dierk Kämena vom Landvolk-Vorstand.

Die Landwirte hat das große Medien-Echo auf die Aktion überrascht. Sogar in den Nachrichten der großen Fernsehsender sei darüber berichtet worden. „Die Aktion hat fast mehr Wirkung gehabt als die ganzen Trecker-Demos“, meinte Stöver. Möglicherweise bringe das auch die Discounter zum Nachdenken, hofft der Landwirt.

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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