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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tennet will jetzt Tempo machen

14.11.2017

Ganderkesee Mit dem Bau der Stromtrasse Ganderkesee-St. Hülfe will der Netzbetreiber Tennet noch in diesem Jahr beginnen – aber nicht in der Gemeinde Ganderkesee. Wann hier der erste Spatenstich erfolgen kann, ist noch nicht abzusehen. Denn schon die zuvor erforderlichen Baugrunduntersuchungen gestalten sich schwierig: „Die Zustimmung vieler Eigentümer steht noch aus“, räumte Tennet-Bürgerreferentin Inga Wilken am Montag ein.

Zusammen mit weiteren Ansprechpartnern des Netzbetreibers stand Wilken am Montag im „Oldenburger Hof“ in Ganderkesee bei einem „Informationsmarkt“ Rede und Antwort. Flächenverbrauch, Entschädigungsregelungen, technische Ausführung – diese und viele andere Fragen wurden mit Betroffenen und Interessenten aus der Gemeinde Ganderkesee besprochen.

Genaue Bodenprüfung

Nachdem die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss im April vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abgewiesen worden waren, hat man sich bei Tennet an die Arbeit gemacht. Das technische Konzept und die Bauanlaufplanung sind mittlerweile abgeschlossen. Nun müsse „Bohrpunkt für Bohrpunkt“ auf seine Eignung geprüft werden, erklärte Wilken. Problematisch seien zum Beispiel Torflinsen unter der Erde: „Dann müssen die Kabel weiter auseinander liegen.“

Um Kabel vor allem geht es auf Ganderkeseer Gebiet: Zunächst führt ein Erdkabel-Abschnitt vom Umspannwerk am Schlutterweg bis zur B 213 in Strudthafe. Dort geht die Trasse in eine Freileitung über, ehe sie nach 1,5 Kilometern wieder unter die Erde geführt wird. Nach weiteren 3,2 Kilometern, an der Gemeindegrenze zu Prinzhöfte, wird aus der unterirdischen wieder eine oberirdische Leitung.

Drei große Kabelübergangsanlagen (KÜA) sind in diesem ersten Bauabschnitt der insgesamt knapp 60 Kilometer langen Trasse erforderlich. Die erste KÜA wird direkt an der Bundesstraße 213 in Strudthafe errichtet, die zweite nördlich von Sethe und die dritte an der Gemeindegrenze in Riehe. Die Portale der KÜA sind etwa 25 Meter hoch, mit den Spitzen bis zu 35 Meter. Für den Freileitungsabschnitt von Strudthafe bis Sethe werden zwischen den KÜA drei Masten von rund 60 Metern Höhe gebaut.

Die Flächen für die KÜA will Tennet erwerben – für den etwa 50 Meter breiten Streifen, auf dem die Trasse verläuft, sollen die Eigentümer hingegen eine einmalige Entschädigung erhalten. Laut Inga Wilken wird ein Quadratmeterpreis von 8 Euro zugrunde gelegt, 20 Prozent davon gebe es als Entschädigung. Hinzu kommen könne ein „Beschleunigungszuschlag“ von 0,30 Euro/m², wenn der Besitzer binnen acht Wochen zustimmt.

Streit um Entschädigung

Die Landvolkverbände raten den Eigentümern, Verträge mit Einmalzahlungen nicht zu unterschreiben und stattdessen auf wiederkehrende Leistungen zu bestehen – zumal nicht ausreichend erforscht ist, wie sich Erdverkabelung auf Böden und Erträge auswirkt. „Dabei bleiben wir“, bekräftigte Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolks Oldenburg, am Montag beim Infomarkt in Ganderkesee. Diese Position sei mit den Verbänden Diepholz und Mittelweser abgestimmt. Tennet-Projektleiterin Mascha Braun verweist indes auf die Gesetzeslage, die wiederkehrende Leistungen des Netzbetreibers nicht zulasse. „Deshalb“, so Wolff, „muss jetzt die Bundespolitik eingreifen.“ Eine neue gesetzliche Regelung sei nötig.

Inga Wilken und Mascha Braun gehen jedoch weiter von einer gütlichen Einigung aus – für die Entschädigungen wie auch für die vorherigen Baugrunduntersuchungen. Sie sind optimistisch, dass die für 2021 vorgesehene Fertigstellung der Trasse eingehalten wird. Und wenn es doch nicht anders geht, sei wieder die Justiz gefordert.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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