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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Frau verwaltet viel, aber schraubt kaum

08.03.2019

Ganderkesee Der internationale Frauentag entstand vor dem Ersten Weltkrieg als Initiative sozialistischer Organisationen und diente dem Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen sowie der Emanzipation von Arbeiterinnen. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. Die Ziele sind ähnlich geblieben, auch wenn es in den vergangenen Jahren einige Durchbrüche gab.

Sehen Sie hier die Zahlen im Überblick.

Anlässlich des diesjährigen Feiertages hat die Ganderkeseer Redaktion der NWZ bei verschiedenen Unternehmen und Organisationen nachgefragt, wie es denn um die „Frauenquote“ bestimmt ist. Einige antworteten gerne, andere gar nicht. Abgefragt wurden unter anderem, wie viele Frauen beschäftigt werden, wie viele in Führungspositionen eingesetzt sind und ob um Frauen gesondert geworben wird. Die Zahlen beziehen sich alle auf Anfang des Jahres, damit ein gemeinsamer Punkt gesetzt wird.

Männerdominiert

„Wir ergreifen keinerlei besondere Maßnahmen, um die Quote an Frauen zu erhöhen, sondern orientieren uns einzig am Angebot am Arbeitsmarkt und an der Qualifikation und Eignung“, antwortete Uwe Nordhausen, Leiter des Zweckverbands Kommunalservice Nordwest. Beim Kommunalservice sind 56 Personen beschäftigt, davon eine in Teilzeit. Der Frauenanteil liegt bei etwas mehr als sieben Prozent: drei Frauen (zwei Gärtnerinnen und eine Verwaltungskraft) werden in Vollzeit beschäftigt, eine weitere weibliche Kraft in der Verwaltung in Teilzeit.

„Bitte beachten Sie, dass die Fachrichtungen der Berufszweige bei uns als traditionell ,eher männlich belegt’ zu betrachten sind“, so Nordhausen. Dazu zählen Straßenbauer und -wärter, Gärtner sowie Kfz-Mechatroniker. Aber, und das betont Nordhausen, die Vergütung erfolge tarifkonform und man unterscheide hier nicht nach Geschlecht.

Frauendominiert

Besonders in Stellenanzeigen achtet derweil die Gemeinde Ganderkesee darauf, „das in der jeweiligen Einrichtung unterrepräsentierte Geschlecht“ besonders anzusprechen – und auch „bei gleicher Eignung bevorzugt“ einzustellen, so Meike Saalfeld, Pressesprecherin der Gemeinde. Das bedeutet in diesem Fall aber häufig: Lieber bei gleicher Eignung Männer denn Frauen, weil „der Anteil der weiblichen Beschäftigten“ in der Gemeinde und den zugehörigen Einrichtungen „höher ist als der Anteil der männlichen Kollegen“. Unter Bürgermeisterin Alice Gerken sind insgesamt 24 weitere Frauen in Führungspositionen tätig, darunter Fachbereichs-, Fachdienst- und Einrichtungsleiterinnen.

Zu letzteren zählen neben der Gemeindebücherei (Sigrid Kautzsch) auch 16 der 17 Kitas in Trägerschaft der Gemeinde. Einzig die neue Kindertagesstätte Bargup wird von einem Mann (Matthias Groß) geleitet.

Werden alle Bereiche einbezogen, sehen die Beschäftigungszahlen wie folgt aus: Bei der Gemeinde Ganderkesee sind insgesamt 426 Personen beschäftigt, 157 davon in Voll- und 269 in Teilzeit. Davon sind 342 Frauen (80 Prozent), ein Großteil davon aber in Teilzeit (237).

In der Kirche

Eine derart hohe „Frauenquote“ zeigt sich auch in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ganderkesee: Von den insgesamt 24 Mitarbeitern (acht in Voll-, 16 in Teilzeit) sind 17 weiblich. Vier davon, darunter die drei Pastorinnen Susanne Bruns – die auch als Gemeindekirchenratsvorsitzende Personalverantwortung hat –, Uta Brahms und Irene Schlawin, sind jeweils in Vollzeit beschäftigt, 13 weitere Frauen arbeiten in Teilzeit.

Hinzu kommen die Beschäftigten der Jona-Kindertagesstätte: 25 Kräfte, davon 22 in Teilzeit – und die Vollzeitkräfte sind alles Frauen, zwei davon in Führungspositionen. Besonders um Frauen geworben werde allerdings nicht.

In Führungsposition

Mit „Männerdomänen“ hat derweil auch die Harald Meyer Brandschutz-Elektro GmbH zu tun: Unter den 124 Beschäftigten sind 29 Frauen. „Allgemein möchten wir noch erwähnen, dass die Handwerksbranche insgesamt männerdominiert ist“, so Jendra Gildehaus aus der Marketing-Abteilung des Unternehmens. Dennoch freut sich das Unternehmen, „aktuell eine weibliche Auszubildende im Beruf des Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik auszubilden“, so Gildehaus. Zudem ist eine von vier Führungspositionen im Unternehmen mit einer Frau besetzt.

Zum Vergleich: Für 2017 zeigen Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), dass von 43 877 Lehrlingen im Niedersächsischen Handwerk nur 8953 weiblich waren. Auch ein Blick auf „Die zehn lehrlingsstärksten Berufe im Handwerk 2017“ vom ZDH zeigen, was sowohl Nordhausen als auch Gildehaus betonen: Trotz immer mehr Ausnahmen sind bestimmte Handwerksberufe weiblich, andere männlich dominiert. So ließen sich 58 856 Männer im Jahr 2017 (nicht unterschieden nach Ausbildungsjahr) zum Kraftfahrzeugmechatroniker ausbilden – denen gegenüber standen 2195 Frauen, die diesen Ausbildungsweg wählten und das deutschlandweit. Der Beruf der Friseurin steht mit 18 034 Auszubildenden bei Frauen hingegen ganz oben – wohingegen der Friseur es nicht in die „Top 10“ der Männer schaffte.

16 Prozent Frauen

Etwas anders gestaltet sich das Verhältnis von Frauen und Männern derweil im Bereich des freiwilligen Engagements. Beispiel Feuerwehr: Fast 16 Prozent der 352 Mitglieder der Einsatzabteilungen der sechs Ortswehren sind Frauen. In Zahlen: 50 von 352, nicht mit eingerechnet sind die Mitglieder des Musikzugs der Ortswehr Ganderkesee. Von den 51 Mitgliedern hier sind fast die Hälfte (24) weiblich.

„Spitzenreiter“ beim Frauenanteil ist übrigens die Ortswehr Ganderkesee: Von den 69 aktiven Mitgliedern der Einsatzabteilung sind aktuell 14 weiblich. In „Führungspositionen“ beziehungsweise höheren Dienstgraden sieht das bei den sechs Ortswehren und dem Musikzug wie folgt aus: „Sechs Frauen haben höhere Dienstgrade“, so Meike Saalfeld. Insgesamt seien 19 Frauen in leitenden Funktionen oder als Funktionsträgerinnen in den Wehren und im Musikzug organisiert.

„Wir sind stolz darauf, dass wir in unseren Reihen eine gute Anzahl von Feuerwehrfrauen verzeichnen können“, ergänzt Benjamin Mahlstedt, Gemeindepressewart der Feuerwehr Ganderkesee. Vor allem, weil diese „überwiegend in Führungspositionen sind“. Gezielt um Frauen geworben werde aktuell aber nicht. „Ein großer Teil unserer weiblichen Mitglieder sind durch die Familie oder Freunde zur Feuerwehr gekommen“, so Mahlstedt.

Fast 50 Prozent

Apropos Ehrenamt: Auch der Gemeindekirchenrat der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ganderkesee erreicht fast 50 Prozent Frauenanteil: Von den 23 Mitgliedern sind zehn Frauen, von den sechs Ersatzältesten vier.

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Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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