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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Eine helfende Hand für die letzten Meter

09.03.2019

Ganderkesee Mit einem Stock schiebt Dr. Jürgen Brand lose Blätter im ersten der verbuddelten Eimer am Krötenzaun entlang der Westtangente zur Seite, aber am Boden bewegt sich nichts. „Viel ist nicht los bisher“, sagt der Biologe, „aber es ist auch ziemlich windig.“

Kaum noch Jungtiere

Jeden Tag macht er diese Tour, um Amphibien zu bergen und anschließend auf der anderen Straßenseite freizusetzen. „Der Zaun hier an der Westtangente ist der längste in der Region“, so Brand. Aktuell hat die etwa 40 Zentimeter hohe Barriere dort eine Länge von knapp 600 Metern. „Der war mal länger, ging fast bis zur Kreuzung runter“, erklärt er und deutet in Richtung Dehl­thuner Straße. Seit dem Bau des Gewerbegebietes gebe es aber immer weniger Tiere, „zum Südende hin aktuell kaum noch“. Das sein ein schlechtes Zeichen, vor allem, weil er fast keine Jungtiere mehr finden würde.

Etwa alle zehn Meter befindet sich ein Eimer hinter dem Krötenzaun, der bis zum Rand verbuddelt ist. Dort verfangen sich dann die Amphibien bei dem Versuch, die Barriere zu überwinden. Erst beim fünften Eimer findet Jürgen Brand Tiere, dann aber gleich mehrere auf einmal. „Hier finden sich Erdkröten, Grasfrösche, manchmal auch Teichmolche“, sagt er. Sobald die Temperaturen 5 Grad erreichen und es feuchte Witterung gibt, müsse man mit erhöhten Wanderbewegungen rechnen – außer es ist windig oder wenn es frostige Temperaturen gibt.

Wetter spielt eine Rolle

„Generell sind wir sehr früh dran dieses Jahr“, so Brand. Aufgrund des milden Klimas sind Amphibien eher als erwartet unterwegs. „Eigentlich ist der 7. März ein Stichtag, dann geht’s los“, sagte er. Normalerweise würden die Wanderungen Anfang April enden, es könne sich aber auch bis Mitte April hinziehen, je nach Witterungslage.

Das Einsammeln der Amphibien an der Westtangente macht Jürgen Brand alleine. „Außer mir gibt es da keinen“, meinte er. Unterstützungen durch zum Beispiel Naturschutz-Organisationen erfährt er, wenn überhaupt, nur indirekt. „Manchmal gibt es Anstöße, etwa vom Nabu, wenn die sich an die Gemeinde wenden“, so Brand. Er selber ist beim Landkreis unter Vertrag. Die Sache mit den Amphibien ist allerdings nicht sein Hauptberuf.

15 Jahre lang Amphibien

„Das mache ich eher so nebenbei“, erklärt der Biologe, „meine eigentliche Beschäftigung ist Biotopkartierung.“ Dabei geht es um die Bestimmung von Flora und Fauna in bestimmten Gebieten, etwa für Bauplanungen, um diese bewerten zu können. Nichtsdestotrotz hilft Brand den Kröten und Fröschen schon ziemlich lange über die Straße: „Ich mache das seit 15 Jahren.“

Parallel zur Westtangente betreut er noch den Krötenzaun in Urneburg, an der Oldenburger Straße. Der Zaun steht bereits seit Jahren. „Da ist viel los“, erklärt Braun. Weiterhin gibt es noch einen Zaun in Hohenböken, der wäre aber in Eigeninitiative aufgebaut, er selber habe dort keine Sammeleinsätze.

Die Tiere von der Westtangente entlässt Jürgen Brand an dem kleinen Ausgleichsgewässer südlich des Raiffeisenmarktes. „Hier gibt es eine Röhrichtzone und Verkrautungen im Uferbereich, wo die Tiere ihren Laich ablegen können“, erklärt er. Rund 50 Kröten hat er hier dieses Jahr bereits in seinem Eimer gehabt. „Das ist nicht viel“, sagt Brand, „aber es geht auch erst los“,

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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