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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wer Gibt Wann Wie Viel Trinkgeld?: Nicht nur Service zahlt sich aus

19.07.2018

Ganderkesee Gehen Sie häufiger mit Freunden oder Kollegen Essen? Haben Sie mal drauf geachtet, wer wie viel Trinkgeld gibt? Eine Studie von Wirtschaftssoziologen der Universität Frankfurt hat jüngst herausgefunden, dass die Höhe des Trinkgeldes auch abhängig von der Gruppendynamik ist – aber stimmt das auch „auf dem Land“?

„Das beobachten wir tatsächlich“, bestätigt Eva Köster aus der Geschäftsführung von „Beef&Beats“ im Ganderkeseer Ortskern. Bedeutet: Gibt der erste Gast in einer größeren Gruppe ein großzügiges Trinkgeld, dann folgt der Rest der Gruppe in der Regel diesem Beispiel. „Aber auch andersherum“, betont Köster.

Service wird honoriert

Diesen „Gruppenzwang“, den die Teilnehmer der Studie übrigens meist bestritten, kann auch Anja Köhler von der Waldschänke Steinkimmen bestätigen. „Das beobachten wir regelmäßig.“ Das habe aber nichts mit dem grundlegenden Willen, Trinkgeld zu geben, zu tun. „Die Gäste sind schon bereit, gutes Essen und guten Service extra zu honorieren“, betont Köhler. Einen besonderen Trend zu mehr oder weniger Trinkgeld könne sie aber nicht beobachten.

Im „Beef&Beats“ gebe es hingegen schon gewisse „Trends“, die aber eher von der Zeit im Monat abhängen. „Am Ende des Monats wird in der Regel weniger Trinkgeld gegeben“, hat Eva Köster beobachtet. Dass sie das so genau sagen kann, liege daran, dass am Ende des Abends das Trinkgeld immer in einer Tabelle erfasst und gleichmäßig auf Service-Kräfte und Köche aufgeteilt wird. „Alle tragen ja zum Gelingen des Abends bei, daher sollen auch alle was vom Trinkgeld abbekommen“, erklärt Köster. Nur die Geschäftsführung nehme sich nichts von den Trinkgeldern.

Gerechte Aufteilung

Wie viel Trinkgeld ist angemessen?

In der Regel empfehlen Ratgeber, dass man beim Restaurantbesuch fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld dazu gibt. Bei einer Rechnung von 20 Euro also zwischen einem und zwei Euro.

In Deutschland ist Trinkgeld eine freiwillige Lei­stung, die der Gast erbringen kann, aber nicht muss. In Frankreich ist ein Trinkgeld in Höhe von 15 Prozent hingegen meist schon in der Rechnung enthalten. Zusätzliches Trinkgeld, „pourboire“ genannt, ist aber auch in Frankreich nicht unüblich.

In den USA gilt es hingegen als ungeschriebenes Gesetz, dass immer 15 Prozent Trinkgeld gezahlt werden, selbst wenn der Service schlecht war. Bei gutem Service sind auch 20 Prozent Trinkgeld keine Seltenheit. In den Vereinigten Staaten ist das Servicepersonal aufgrund der schlechten Bezahlung aber auch auf großzügigere Trinkgelder angewiesen.

Auch in der Waldschänke in Steinkimmen sei man bemüht, das Trinkgeld immer unter allen Beteiligten gerecht aufzuteilen. Gleiches bestätigt Nadja Anton vom Amtshaus-Café in Falkenburg.

In einer Gemeinschaftskasse landet derweil das meiste Trinkgeld im Schwarzen Ross in Bookholzberg. Da man sich aber vor allem auf Events spezialisiert habe, „spielen Trinkgelder bei uns nicht so die große Rolle“, sagt Inhaber Ibrahim Celik. Wenn doch mal aufgerundet werde, dann sammle man das Geld in einer Gemeinschaftskasse. „Davon werden dann Veranstaltungen für die Mitarbeiter mitfinanziert“, so der Bookholzberger Gastronom.

Die Höhe des Trinkgeldes hänge aber auch davon ab, ob man in ländlichen Gebieten oder in der Stadt fragt. „Wir hatten vorher eine Gastronomie an der Schlachte in Bremen“, sagt Eva Köster. „Da sind die Trinkgeldzahlen schon ganz andere.“ Man könne aber weder in der Stadt noch „auf dem Land“ vom Aussehen der Gäste auf die Höhe des Trinkgeldes schließen.

„Andere Zeiten“ kennt hingegen Nadja Anton. „Die Trinkgelder sind immer noch gut“, sagt sie. Aber sie kenne es noch aus anderen Regionen, dass früher mehr Trinkgeld spendiert wurde. Aber die Gäste seien dennoch weiter „auf jeden Fall“ bereit, gute Arbeit des Personals entsprechend zu würdigen.

Fünf Prozent oder mehr

Wie viel Trinkgeld angemessen ist, darüber findet man unterschiedliche Angaben. Und auch die befragten Gastronomen geben keine bestimmte Höhe an. Weit verbreitet ist jedoch die Angabe, dass in der Gastronomie fünf bis zehn Prozent der Rechnung als Regel angesehen werden. Das bestätigt auch Nadja Anton vom Amtshaus-Café: „Fünf Prozent kommt schon hin, manche geben auch mehr, andere weniger.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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