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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Geflügelpest erreicht Landkreis

27.12.2016

Brettorf /Wildeshausen „Ich hoffe, dass dieser Kelch an uns vorbeigeht“, hatte Erster Kreisrat Christian Wolf vergangenen Donnerstag noch gesagt. Er meinte damit die Vogelgrippe im Landkreis und fügte hinzu: „Doch der Infektionsdruck durch Wildvögel ist sehr hoch.“ Wolf sollte recht behalten. Zwei Tage später, an Heiligabend um 16 Uhr, meldete der Landkreis, dass sich ein Verdachtsfall in einem Betrieb in der Gemeinde Dötlingen bestätige und die Geflügelpest amtlich festgestellt wurde.

Halter aus Vechta

Betroffen ist eine Mastputenstallanlage in Brettorf, die von einem Halter aus Vechta betrieben wird. Auch in zwei seiner Ställe in Vechta brach einen Tag später Geflügelpest aus. An allen drei Standorten sind dieselben Futtermeister im Einsatz.

In Brettorf wurde sofort ein Sperrbezirk von mindestens drei Kilometern eingerichtet. Im gesamten Gebiet der Gemeinde Dötlingen gilt ein „72-Stunden-Stand-Still“. Bis zu diesem Dienstag, 16 Uhr, sind sämtliche Beförderungen von Geflügel, von diesen gewonnenen Erzeugnissen oder tierischen Nebenprodukten von Geflügel, mit Ausnahme des Durchgangsverkehrs auf der Bundesautobahn A 1, untersagt. In Dötlingen gibt es laut Landwirtschaftsministerium 91 Betriebe mit rund einer Million Geflügeltieren.

Ähnlich strenge Regeln gelten für das Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern. Es erstreckt sich zwischen Delmenhorst im Osten bis zum Landkreis Vechta im Süden, der Landkreis-Oldenburg-Grenze im Westen und der Autobahn 28 im Norden.

Am 1. Weihnachtstag wurden in Brettorf die etwa 10 000 Tiere aus den drei direkt nebeneinander liegenden Ställen von einer Spezialfirma mit Gas getötet. Zur Sicherheit waren auch die drei Ortsfeuerwehren aus Brettorf, Neerstedt und Dötlingen im Schichtdienst vor Ort. Gemeinde-Pressesprecher Jannis Wilgen: „Das ist eine Sicherheitsmaßnahme. Die Mitarbeiter der Spezialfirma arbeiten unter Atemschutz. Falls es hier Probleme gibt, stehen die Atemschutzgeräteträger unserer Wehren sofort zur Hilfe zur Verfügung.“

Die getöteten Tiere wurden in Containern zur Beseitigung abtransportiert. Immer wieder versuchten Autofahrer, einen Blick zu erhaschen. Abgeriegelt ist die Stallanlage nahe der Landesstraße zwischen Neerstedt und Brettorf von einem Sicherheitsdienst und der Polizei.

Der Dötlinger Bürgermeister Ralf Spille machte sich am 1. Weihnachtstag ein Bild von der Lage. „Ich bin von Landrat Carsten Harings benachrichtigt worden. Jetzt wollte ich mich über den Stand der Dinge informieren und vor allem den Feuerwehrleuten für den unerwarteten Dienst am Weihnachtsfeiertag danken.“ An diesem Dienstag wird das weitere Vorgehen beraten.

Unterdessen geht die Angst auch bei den Betreibern der umliegenden Betriebe um. So auch auf dem Hof Oltmann in Dötlingen. Auf die Familienbetrieb werden in drei Ställen Puten gemästet. „Bei uns ist zum Glück alles ruhig“, sagte Gunter Oltmann auf NWZ - Nachfrage. Allerdings sei in zwei bis drei Wochen in einer der Stallanlagen die Schlachtreife erreicht. Wenn bis dahin das Beförderungsverbot bestehen bleibt, werde es in den Ställen schnell eng. Zwei Wochen könne man wohl rauszögern.

Wirtschaftlicher Verlust

Kreislandwirt Jürgen Seeger erklärte auf NWZ -Nachfrage, dass er nicht zwingend damit gerechnet habe, dass die Vogelgrippe im Landkreis ausbricht. Bei Puten sei die Gefahr wesentlich größer als bei Hähnchen, die in einem geschlossenen Stall gemästet würden. Bei Puten fahre alle paar Tage ein Schlepper durch den Stall, um neues Stroh zu streuen.

Für den Betrieb sei die Tötung der Tiere ein wirtschaftlicher Verlust, da der Marktpreis höher sei als das, was die Tierseuchenkasse zahle.

Im Landkreis Oldenburg werden acht bis zehn Millionen Stück Geflügel gehalten.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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