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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Fairtrade noch weit hinter Bio

19.09.2019

Gemeinde Hatten „Es läuft so viel schief in der Welt, da kann es nicht schaden, etwas im eigenen Bereich richtig zu machen“, sagt Eckhard Schnitker. Der Kirchhatter Hotelier („Zum Deutschen Hause“) ist überzeugter Unterstützer der Fairtrade-Initiative in Hatten. Von Anfang an sind er und seine Frau Kerstin dabei. Gemeinsam mit den Mitarbeitern verarbeiten sie im täglichen Gastronomiebetrieb Kaffee, Bananen, diverse Backzutaten, aber zum Beispiel auch Thunfisch. Damit die Kundschaft das auch merkt, ist das Fairtrade-Logo unübersehbar auf der Speisekarte platziert.

Bekanntes Siegel

Wie teuer ist Fairtrade? Teurer als Billigprodukte, aber längst nicht immer teurer als vergleichbare Markenartikel. Ein Testeinkauf (Wein, Schokolade, Kekse, Honig, Kaffee) der Redaktion im Anschluss an die offizielle Ernennung Hattens als Fairtrade-Gemeinde brachte folgendes Ergebnis: 32,91 Euro für Markenprodukte, 37,41 Euro für Produkte mit Fairtrade-Logo.

85 Prozent der Deutschen kennen nach Angaben des Transfair-Vereins das Fairtrade-Siegel. 96 Prozent der Käufer halten das Siegel für vertrauenswürdig und die Produkte für gleich gut oder besser. Der Gesamtumsatz betrug 2018 in Deutschland 1,6 Milliarden Euro. Bundesweit bieten 400 Partner mehr als 5600 Produkte an – in 800 Eine-Welt-Läden, 42 000 Geschäften und über 20 000 Gastro-Betrieben.

Fairtrade wird vom Oldenburger Volkswirtschaftler Professor Niko Paech als bestes Mittel für globale Verteilungsgerechtigkeit bezeichnet.

Insgesamt acht Geschäfte, Vereine und auch die Gemeinde engagieren sich beim fairen Handel. Im Mai dieses Jahres hat die Kommune das Logo, das sie als „Fairtrade-Town“ schmückt, offiziell erhalten. Im Rathaus gibt es entsprechend gehandelten Kaffee und z. B. süße Snacks. Empfehlen, nicht aufzwingen – diese Strategie verfolgt Lebensmittelhändler Karl Uphoff (Edeka Sandkrug und Kirchhatten). An beiden Standorten stehen gut sortierte „Kompetenzregale“, wie er es nennt. Hier finden die Kunden vom Wein über Kekse, Honig, Säften und Schokolade eine recht große Auswahl an Produkten. „Die Nachfrage läuft sehr gut“, sagt er. Alle zwei bis drei Wochen müsse er bei der Gepa nachbestellen, dem nach eigenen Angaben größten europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt. Die Tendenz sei eindeutig steigend. Allerdings machen aufs Ganze gesehen, Fairtrade–Produkte bislang nur einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz aus. „Ein knappes Prozent“, so Uphoff. Zum Vergleich: Bio-Produkte haben bei ihm die 8-Prozent-Marke geknackt.

Fairtrade-Produkte gibt es außerdem im Hotel Meiners (südafrikanischen Rot- und Weißwein), bei der TSG Hatten-Sandkrug (Kaffee und Zucker), dem Flugplatz Hatten und dem Bioland-Betrieb Erdfrüchte in Sandkrug (Bananen aus der Domenikanischen Republik und andere Obstsorten). Auch das Café Zeitlos (Kaffee, Kakao) ist im Boot. Angedacht ist, in naher Zukunft auch beim Betrieb der Evangelischen Gästehäuser fair gehandelte Produkte einzusetzen. „Der Einkauf wird schon teurer, aber das kommt ja den Erzeugern zugute“, spricht Erwin Schön aus, was viele hoffen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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