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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Fehlender Preis schreckt Bauwillige nicht

11.11.2017

Gemeinde Hatten Das neue Baugebiet am Mühlenweg in Streekermoor wird voraussichtlich auf der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 21. Dezember, 17 Uhr die letzte Hürde nehmen. Mit dem Satzungsbeschluss wird die Gemeinde unter anderem die Mindestgrundstücksgrößen festschreiben – voraussichtlich 650 m² für Einzelhäuser und 850 m² für Doppelhäuser.

Warten auf den Preis

Keine Vorgaben haben die vier Investoren – die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG), die Immobilien Development Beteiligungsgesellschaft (IDB), VR Bank Oldenburg Land West und eine Privatperson – bei der Preisgestaltung. Auf Anfrage der NWZ halten sich die vier Parteien bedeckt – für einen konkreten Quadratmeterpreis sei es noch viel zu früh, so die einhellige Botschaft. Erst müsse ein rechtsgültiger Beschluss vorliegen und müssten im Frühjahr die Kosten der Erschließung abgewartet werden.

Der Nachfrage schadet das nicht. „Wir haben eine lange Warteliste mit deutlich mehr als 100 Interessenten“, sagt Prokurist Hans-Günther Speckmann (IDB). 66 Anfragen hat die VR Bank Oldenburg Land West nach Angaben von Bankvorstand Peter Bahlmann bislang erhalten. Von einer „großen Nachfrage“ spricht auch Thorsten Spiekermann (NLG). „Alle vier Parteien wollen versuchen, die Grundstücke auf dem gleichen Preisniveau zu vermarkten“, verrät der lieber anonym bleibende private Investor. Aber was bei steigender Nachfrage am Markt passiere, sei ja bekannt, fügt er hinzu. Im Klartext: Billig wird’s wohl nicht.

Im Hatter Rathaus erwartet man offensichtlich einen Preiskorridor von 130 bis 170 Euro/m². Dies geht aus einer Antwort auf die Nachfrage eines Bürgers hervor, die der NWZ vorliegt. Auch wenn die Zinsen für Baugeld niedrig seien, werde ein Neubau bei diesen Grundstückskosten sicher über 250 000€ Euro liegen und der monatliche Abtrag bei zwei Prozent Tilgung bei 900 Euro€ zuzüglich Nebenkosten, so seine Befürchtung.

kommentar

Selber vermarkten

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Wenn aber alle vier Investoren schon vor dem rechtsgültigen Beschluss des künftigen Baugebietes am Mühlenweg signalisieren, dass sie sich vor Nachfragen nicht retten können, heißt das: Zu einem Schnäppchenpreis wird es keine Grundstücke für Interessenten geben.

Bezahlbarer Wohnraum für nicht ganz so solvente Bürger dürfte höchstens unmittelbar am Mühlenweg entstehen, wo zumindest der Bau dreier Mehrparteienhäuser angedacht ist. Die Gemeinde tut gut daran, sich auch im Großraum Sandkrug weiter um die Eigenvermarktung von Baugebieten zu kümmern, wie es in Kirchhatten in naher Zukunft passieren soll.

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Zum Vergleich: Seit 2015 hat die Gemeinde 46 Grundstücke unter dem Bodenrichtwert jungen Familien angeboten (Heinrich-Willers-Weg, Kirchhatten, 95 Euro/m²; Brachvogelring, Hatterwüsting, 99,5 Euro/m² und Zaunkönigweg, Streekermoor, 115 Euro/m²).

Die Gemeinde greift am Mühlenweg über einen städtebaulichen Vertrag durchaus gestalterisch ein. Die Investoren müssen auf jeweils 50 Prozent ihrer Flächen ein Punktesystem anwenden, das auch die Kommune seit 2015 benutzt. So werden u.a. ehrenamtliches Engagement, Familienstand und Wohnort der Kaufinteressenten bewertet.

Etwas fürs Gemeinwohl

Auf den Kaufpreis könne die Gemeinde da nicht auch noch Einfluss nehmen, sagt Bürgermeister Christian Pundt. „Wir dürfen bei den Vorgaben das Prinzip der Angemessenheit nicht verletzen.“ Eine Selbstvermarktung sei am Mühlenweg nicht möglich gewesen, weil sich die Fläche bereits im Besitz der Investoren befunden habe. Diese seien aber vertraglich verpflichtet worden, zusätzlich etwas fürs Gemeinwohl zu leisten: Querungshilfen am Mühlenweg, einen Spielplatz mit Ausstattung, öffentliche Grünflächen und das Zahlen eines Infrastrukturbeitrags, der dem Kindergarten- und Grundschulbereich hilft.

Übrigens: Das nächste Baugebiet steht schon fest. Es liegt am Findlingsweg in Kirchhatten. Dort wird die Gemeinde den Verkauf der 22 Grundstücke selbst übernehmen.

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