• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Damit die Biene nicht verstummt

11.04.2018

Gemeinde Hude Dass Bienen für uns Menschen unerlässlich sind, ist unumstritten. Sie bestäuben verschiedene Pflanzenarten und liefern unterschiedliche Naturstoffe. Schlagzeilen machen die fleißigen Insekten seit einiger Zeit jedoch durch das Bienensterben. Ein Problem sei Nahrungsmangel aufgrund von zu wenig Vielfalt auf den Feldern und einer dichten Bebauung in den privaten Gärten. „Wenn die Bauern den Raps nicht mehr aussäen, haben die Bienen gar nichts mehr“, erklärt Guido Eich, Fachberater für Bienenzucht beim Laves Bieneninstitut in Celle.

Der Bienenexperte begleitet ein Blühstreifenprojekt, mit dem in der Gemeinde Hude nun den Bienen geholfen werden soll. Auf einer Infoveranstaltung in Hurrel konnten sich Imker, Landwirte und Interessenten jetzt dazu austauschen und sich die nötigen Tipps von Guido Eich abholen.

Förderung der Gemeinde

„Das Blühstreifenprojekt ist wichtig, weil wir seit Jahren feststellen, dass das Bienensterben so stark zugenommen hat“, erklärt Bürgermeister Holger Lebedinzew. Somit möchte die Gemeinde Hude ein Zeichen setzen und damit einer Verbesserung für die Bienen und andere Insekten schaffen. Und: Nicht nur die Honigbiene profitiert von den Blühflächen, denn auch die Wildbienen sind vom Bienensterben betroffen. Zudem bieten die Blühstreifen auch Nahrung für andere Insekten sowie Futter für verschiedene wildlebende Tiere.

Über das Projekt

Jeder Landwirt, der Interesse an der Anlage einer Blühfläche hat, kann sich beim Kreislandvolk unter Telefon   0 44 87/7 50 10 melden. Hier werden die Daten gesammelt und zur Abrechnung der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Das Saatgut können Interessenten über den Landhandel beziehen, die Kosten dafür werden vom Biotopfonds des Landkreises übernommen, erklärt Renke Dählmann.

Die teilnehmenden Landwirte bekommen Informationen vom Kreislandvolk in Form eines Handzettels.

Die Flächen sollten im Gemeindegebiet liegen, für Blühstreifen außerhalb dieses Gebietes gilt die Entschädigung nicht. Es können allerdings Landwirte aus dem Umland, die Flächen in der Gemeinde bewirtschaften, am Projekt teilnehmen und die Förderung in Anspruch nehmen.

Der Landwirt muss bei der Bearbeitung seines EU-Agrarförderantrags die Flächen entsprechend codieren.

Renke Dählmann weist darauf hin, dass diese Maßnahme eine freiwillige Naturschutzmaßnahme ist und damit eine gesellschaftliche Leistung erbracht wird.

Laut Renke Dählmann vom Landvolk Lintel ist es das Ziel, in der Gemeinde etwa 20 Hektar Blühfläche zu schaffen, um die Biodiversität zu fördern. Möglich gemacht wird das Projekt durch eine Summe von 10.000 Euro im Gemeinde-Haushalt, die für die Anlage der Flächen bereitgestellt ist. Von dem Geld können sich die teilnehmenden Landwirte die Aussaat sowie den entstandenen Ertragsausfall von der Gemeinde entschädigen lassen. Jeder Landwirt kann eine maximale Fläche von einem Hektar als Blühfläche zur Verfügung stellen. „Bei erfolgreicher Anlage der Blühfläche erhält der Landwirt eine Summe von 500 Euro je Hektar,“ berichtet Renke Dählmann im Gespräch mit der NWZ. Die Gemeinde behält sich zudem vor, die Flächen stichprobenartig zu kontrollieren.

Fachberater Guido Eich schätzt, dass diese Entschädigungen es einfacher machen, die Landwirte zum Mitmachen zu animieren. Doch auch ohne Förderung scheint ein großes Interesse an den Blühflächen zu bestehen: „Die Landwirte waren hoch motiviert“, schildert der Experte seine Eindrücke vom Informationsabend in Hurrel. Bürgermeister Holger Lebedinzew glaubt, dass die Motivation auch daher rührt, dass die Landwirte viel mehr mit der Natur zu tun haben und sie sich daher bewusst sind, dass ein Problem besteht.

Leuchtturmprojekt

Laut Renke Dählmann soll die Aktion umgehend beginnen, die Aussaat erfolge in den kommenden Tagen und Wochen. Guido Eich mache sich derzeit Gedanken über die richtige Saatmischung. „Vor allem im Spätsommer muss etwas blühen“, sagt der Bienenexperte. Denn da seien die fleißigen Insekten besonders darauf angewiesen.

Der Bienenexperte Guido Eich nennt das Blühstreifenprogramm ein Leuchtturmprojekt für die Gemeinde. „Wir sehen die Aktion sehr positiv und hoffen auf eine große Resonanz“, sagt auch Renke Dählmann. Über Nachahmer und eine Wiederholung der Aktion in 2019 würden sich die Verantwortlichen freuen. „Im nächsten Jahr könnten wir uns gut vorstellen, die Natur- und Umweltverbände der Gemeinde an der Aktion zu beteiligen, wir werden im Laufe des Jahres den Kontakt zu den Verbänden suchen“, erklärt er abschließend.


Multimedia-Reportage zum Thema Bienensterben   bit.ly/2uw5ce9 
Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.