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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Genossenschaft drückt jetzt aufs Tempo

07.10.2016

Dötlingen Die Genossenschaft „wi helpt di – wohnen eG“ ist seit dem 8. September beim Amtsgericht Oldenburg eingetragen. Mit der Eintragung ist die eG handlungsfähig, Beitritte von Genossenschaftsmitgliedern sind möglich und das Zahlenwerk mit einem Investitionsvolumen von 1,9 Millionen Euro und den Beteiligungsmodi liegen auf dem Tisch. Vor rund 50 Interessenten stellten Dr. Manfred Schwarz und Anne-Marie Glowienka die Rahmenbedingungen für das Projekt „Wohnmodell Goldbergshöfe“ in Dötlingen am Mittwoch im evangelischen Gemeindezentrum Neerstedt vor.

Anteil 100 Euro

Ein Genossenschaftsanteil kostet 100 Euro. Für 13 Anteile bekommt man einen Quadratmeter Wohnraum (60-prozentiger Anteil). Die Pflichtanteile für potenzielle Bewohner richten sich nach der jeweiligen Größe des Wohnraums. Es gibt nur einen geringen Abzug von Verwaltungskosten durch die überwiegend ehrenamtliche Führung. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten keine Vergütung. Später ist eine 450-Euro-Kraft geplant.

Ideelle Werte stehen im Vordergrund. Wie Unternehmensberater Kirchhoff ausführte, werden 2017 als Planungsgrundlage bei einem Erstbezug im März 2017 ein Umsatz von 47 000 Euro Nutzungsentgelt (9€/m²), laufende Kosten von 21 000 Euro, ein langfristiger Zinsaufwand von 14 000 Euro und Abschreibungen von 30 000 Euro zugrunde gelegt. Ergebnis: minus 19 000 Euro. Nach einer schwarzen Null in 2018 wird in 2019 eine rechnerische Umsatzrentabilität von 2,3 Prozent erreicht, in 2020 von 3,5 Prozent.

Zielgruppe seien Menschen, die zwar alleine wohnen wollen, aber die Vorteile einer Gemeinschaft genießen möchten, erklärte Schwarz. Dahinter stehe ein Wohnkonzept mit einem ersten Bauabschnitt von 6700 Quadratmetern und 13 Wohneinheiten. Ein zweiter Abschnitt sei auf weiteren 10 000 Quadratmetern mit weiteren 20 Wohneinheiten realisierbar. Dazu habe die Gemeinde die baurechtlichen Grundlagen geschaffen.

„Die Wohnmöglichkeiten kombinieren den privaten Rückzugsraum mit Möglichkeiten der Begegnung und Kommunikation“, erklärte Schwarz weiter. „Etwas für Menschen, die kontaktfreudig sind. Dafür bietet das Modellprojekt das passende Umfeld.“ Glowienka hofft, dass noch zum Ende des Jahres der erste Spatenstich gemacht werden kann. „Wir können an Zuschussgelder kommen. Aber nur, wenn es dieses Jahr auch noch losgeht“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Spille. Ein ehrgeiziger Antritt, zumal ein Erstbezug im Frühjahr 2017 angepeilt wird.

Zu den Preisen: Für eine Wohnung mit 76,5 Quadratmetern werden Baukosten in Höhe von 162 500 Euro fällig. Der Mindestanteil beträgt daran 60 Prozent (97 500 Euro). Das Nutzungsentgelt von neun Euro pro Quadratmeter zuzüglich Umlage werden zusätzlich erhoben. Damit werden die verbleibenden 40 Prozent (Kreditkosten, Abschreibungen und Rücklagen) finanziert. Die Höhe des Nutzungsentgeltes wird jährlich von der Genossenschaftsversammlung beschlossen.

Damit ist klar, dass das Wohnen in dem Genossenschaftsmodell nicht ohne Eigenkapital geht. Zum Beispiel durch den Verkauf der eigenen Immobilie oder durch Finanzierung für Genossenschaftsanteile durch die KfW-Bank. Nur wer sich genügend Anteile sichert, hat auch Chancen auf eine Wohnung. Darauf wies auch Tim Kirchhoff von der F&B Unternehmensberatung GmbH aus Rastede hin. Die Anteile sind übrigens nicht für immer weg: Nach einer zweijährigen Frist können sie nach einem Rückzahlungsantrag wieder ausgezahlt werden,

Es wird gehofft, dass es genügend Menschen gibt, die von dem Modell überzeugt sind, Anteile zu sichern, aber das Wohnen gar nicht in Anspruch nehmen wollen.

Am Mittwoch traten zehn der 50 Zuhörer der Genossenschaft bei. Wie ausgeführt wurde, gibt es eine Interessentenliste, die weitere 30 Menschen gezeichnet haben. Somit sind neben den 18 Gründungsmitgliedern nun knapp 30 Menschen Genossen.

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