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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Geschäftsleute setzen auf Etikett in Orange

23.04.2014

Ganderkesee Gute Erreichbarkeit, treppenfreier Eingang, hervorragender Service und mindestens 90 Zentimeter breite Eingangstüren und Gänge: Wer die Plakette „Ausgezeichnet Generationenfreundlich“ tragen möchte, muss zumindest einen Teil dieser Kriterien erfüllen.

Über 60 Geschäfte in der Gemeinde Ganderkesee hatten sich im Jahr 2010 als generationenfreundlich zertifizieren lassen. Geprüft wurden sie – je nach Größe – vom Seniorenbeirat Ganderkesee oder vom Handelsverband. Das Projekt „Generationenfreundlicher Einkauf“ der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (Linga) gibt es seit 2010. Ende dieses Jahres geht es in die zweite Runde.

Ehrenamtliche Tester hatten seinerzeit die Geschäfte in der Gemeinde anhand von 58 Kriterien untersucht. „Wenn die Zertifikate ablaufen, müssen sie aktualisiert werden. Wir gehen also wieder in die Geschäfte und schauen, ob die Kriterien noch erfüllt sind“, sagt Erika Lisson vom Vorstand des Seniorenbeirates.

Das Projekt habe sich inzwischen etabliert: „Die Geschäftsbetreiber waren zunächst skeptisch. Jetzt kommen immer mehr von ihnen zu uns, um sich prüfen zu lassen. Sie haben begriffen, dass es auch für sie Vorteile bringt“, sagt Lisson. 180 Betriebe waren 2010 angeschrieben worden, mehr als 60 hatten sich zur Zertifizierung gemeldet, erklärt Lisson. Wichtig für die Tester sei vor allem, nicht als Kontrolleure wahrgenommen zu werden, sondern als Tippgeber. Für die Rezertifizierung schickt die Linga erneut Fragebögen für eine Überprüfung heraus. Die Rückläufer werden später von den Testern besucht.

Ganderkesee gelte als Vorzeigegemeinde für Generationenfreundlichkeit: „In Niedersachsen liegt Ganderkesee nur hinter Braunschweig auf Platz zwei. Wenn man den Größenunterschied bedenkt, ist dieses Abschneiden umso erstaunlicher“, erklärt Delia Balzer, Projektleiterin der Linga. Gerade in den Gemeinden habe sie einen regen Zuspruch für das Projekt verzeichnet. Auch die ehrenamtliche Hilfe sei dort herausragend. Um Tester zu werden, müsse man an einer dreitägigen Schulung teilnehmen. Für die Überprüfung fielen noch einmal einige hundert Stunden an. Für Lisson steht aber fest: „Ich bin wieder dabei.“

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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