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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tradition: Gogerichtstag fällt salomonische Urteile

28.06.2011

WILDESHAUSEN Mehr als 200 Menschen haben am Sonnabend nach Johanni den traditionellen Gogerichtstag auf dem Desum in Emstek besucht. In diesem Jahr wurde die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“ vom Heimatverein Düngstrup sowie von der Gilde und der Stadt Wildeshausen unterstützt.

Der erste Fall: Das Markenzeichen des Oldenburgischen Pferdes, das Brandzeichen auf dem Schenkel, soll aus Gründen des Tierschutzes abgeschafft werden. Bodo Willms, stellvertretender Vorsitzender des Züchterverbandes Oldenburger Pferde, hielt ein Plädoyer für den Erhalt des Brandzeichens. Der Gograf Rolf Ellerhorst (im Zivilberuf Maurermeister aus Düngstrup) hatte zu Beginn der Gerichtsverhandlung die Kornoten Franz Werner und Heinrich Hülsmann berufen. Ebenso übernahm Ludger Brokamp in altbewährter Weise wieder das Amt des Gerichtsschreibers. Unterstützt wurden sie von 24 Mitgliedern des Umstandes. Dieser setzt sich aus Personen der Gemeinden Visbek, Bakum, Cloppenburg, Friesoythe, Goldenstedt, Löningen, Vechta, Wildeshausen und Langförden zusammen. Franz Wessendorf fungierte in diesem Jahr als Urteilsweiser. Schnell war sich der Umstand einig: Das Brandzeichen muss erhalten bleiben. Es sei keine Tierquälerei, wie von einigen Personen behauptet werde. Mit einem Appell an alle Land- und Bundestagsabgeordneten gegen eine unsinnige Gesetzgebung zu stimmen, endete der aktuelle Fall.

Der historische Fall basiert auf einer wahren Begebenheit, die 1617 vor dem Gogericht auf dem Desum verhandelt wurde. Ein Landwirt aus Emstek hatte die leibeigene Magd des Junkers Otto Kobrimk zu Daren bei Vechta außerehelich entjungfert und geschwängert. Dafür verlangte der Junker ein „Beddemunt“. Als Buße sollte der Beischläfer den Betrag von 500 Reichstalern zahlen.

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Dies verweigerte der Landwirt aus Emstek. Es wurden Argumente ausgetauscht. Erst die Ausführungen des Pfarrers aus Emstek führten letztlich zu einem salomonischen Urteil. Das Bußgeld wurde auf 100 Reichstaler festgelegt. Gleichzeitig muss der Junker seine Magd 50 Reichstaler zahlen und aus der Leibeigenschaft entlassen.

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