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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

ERZIEHUNG: Grenzen setzen und Auszeit verordnen

13.06.2006

SCHIERBROK Aggressives Verhalten von Kindern lässt Eltern oft hilflos und unsicher zurück. Konsequente Maßnahmen können die angespannte Familiensituation entlasten.

VON DANIELA ZENTH SCHIERBROK - Kreischen, kratzen, um sich schlagen – wenn Kinder sich in Wutausbrüchen verstricken, wissen Eltern oft nicht, wie sie reagieren sollen. Nachgeben und dem Kleinen die Süßigkeiten vor dem Mittagessen doch noch geben? Oder: Endlich konsequent sein und auf dem bereits ausgesprochenen „Nein“ bestehen?

Diesem inneren Konflikt ging Diplom-Pädagogin Ilka Albers zusammen mit interessierten Müttern im Schierbroker Kindergarten „Spatzennest“ auf den Grund. Dort fand unter der Leitung von Hanna Otter-Sandstedt die Fortführung des Agenda-Projektes 2005 „Selber Nanny sein“ statt. Die Tagesveranstaltung trug den Titel „Aggressives Verhalten im Kindesalter“ – ein Thema, für welches ein reger Diskussionsbedarf bestand.

Während die Mütter aufmerksam den Worten der Dozentin lauschten, hatten die Kleinen den ganzen Kindergarten und zwei Betreuerinnen für sich. Initiatorin Otter-Sandstedt ermutigte die Anwesenden: „Es ist schön, dass sie dieses Angebot annehmen. Es geht um Themen, die sie noch lange begleiten werden.“

In sechs Unterrichtseinheiten von je 45 Minuten, betrieben die Teilnehmer Ursachenforschung und entwickelten Strategien zum Umgang mit kindlichen Aggressionsmustern. Seminarleiterin Ilka Albers motivierte die Mütter negative sowie positive Eigenschaften der Sprösslinge herauszustellen. Dabei erwies sich die Ignoranz der elterlichen Anweisungen als ein häufiges und gravierendes Problem. Eine Mutter erzählt: „Mein Kind ignoriert was ich sage und weiß ganz genau, dass es keine ernsthaften Konsequenzen gibt. Wenn ich die großen traurigen Augen sehe, werde ich immer wieder butterweich“, beklagte sie ihr fehlendes Durchhaltevermögen.

Normal sei, dass aggressives Verhalten in den ersten drei Lebensjahren kontinuierlich zunehme, erklärte Albers den kindlichen Entwicklungsprozess. „Aggressivität kann unterschiedliche Ziele haben“. Zum einen versuche das Kind einen „nicht erfüllbaren Wunsch doch noch durchzusetzen“ oder „den eigenen Verhaltensspielraum auszuloten“. Zum anderen sei „spielerische Aggression“ auch notwendig, um Kontakte zu knüpfen oder zu festigen. Das kämpferische Spiel mit „Ritterburg und Piratenschiff“ sei also ein ganz normaler Vorgang, beruhigte die Pädagogin. Für die Eltern sei es wichtig, an bestimmten Punkten Grenzen zu setzen. „Dies kann mitunter anstrengend sein bis zum Exzess“, doch es mache das Folgende um vieles einfacher.

Um ein Kind wieder „herunterzufahren“ könne eine Auszeit helfen. Doch diese, so rät Albers, „sollte mit ihnen in einem Raum stattfinden. Sobald sie die Türe schließen, bekommt das Kind Angst, weil sie plötzlich aus seinem Blickfeld verschwunden sind.“ Außerdem genüge schon eine „Schweigeminute“ um das Kind zur Ruhe kommen zu lassen. Die Sprache sei in den ersten drei Jahren als Bindungsmoment durch die Stimme zu verstehen. Ab dem dritten Lebensjahr stehe dann die Kommunikation im Vordergrund. „Fühlen sie sich in ihr Kind ein, gucken sie hin, greifen sie ein, seien sie ein Vorbild“, empfiehlt Ilka Albers. „Jetzt versteht ihr Kind langsam, dass es Konflikte auch ohne Draufhauen lösen kann und beginnt sich in Andere hineinzuversetzen.“

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