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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Groß im Geschäft mit Kinderkram

06.08.2014

Wardenburg „Schuld war mein Zwerg.“ Inmitten von riesigen Stapeln Babystramplern, Buggys, Bobbycars, Sandspielzeug, Hochstühlen, Fahrradsitzen, Rasseln und Schnullern, Puppen, Teddys und Playmobilritterburgen steht Simone Brinkmann in ihrem Miniaturwunderland: rund 6000 Artikel auf 120 Quadratmetern.

Secondhand reicht nicht

Vor bald drei Jahren hat die Wardenburgerin ihren Mutter-und-Kind-Secondhandshop eröffnet: Sofies Welt – benannt nach dem Zwerg, ihrer kleinen Tochter. „Ich wollte mich selbstständig machen und hab’ mich umgesehen, was hier im Ort fehlt“, sagt die 44-Jährige. Viele Jahre hat sie als Außendienstmitarbeiterin und Filialleiterin die Verantwortung für hunderte Mitarbeiter gehabt – unter anderem beim mittlerweile insolventen Drogeriemarkt Schlecker. Im eigenen Laden wollte sie selbst kollegiale Perspektiven schaffen. Gefunden hat die Wardenburgerin eine Marktlücke: „Einen Secondhand gab’s hier noch nicht. Auch in den Nachbargemeinden haben viele aufgegeben und gleichzeitig hat das einzige Wardenburger Kindermodengeschäft dicht gemacht “, sagt sie.

Ein Kampf wäre es schon gewesen – gerade in der ersten Zeit. „Nur Secondhandsachen anbieten reicht nicht“, stellte sie rasch fest und erweiterte ihr Sortiment um Neuware – Schnuller, Flaschen und Kleinkinderbesteck – „das will niemand gebraucht kaufen“. Nach und nach kam auch skandinavische Mode für Minis dazu. Dafür flog Umstandsmode raus. „Läuft nicht“, sagt Simone Brinkmann.

Renner sind dafür die kleinen roten Babyflitzer: Bobbycars: Und Kindermöbel. Was länger – bis zu zwölf Wochen – in den Regalen auf neue Besitzer wartet, wird aber auch irgendwann entdeckt, sagt die Geschäftsführerin: „Jedes Schätzchen findet einen Liebhaber.“ Wer sich von seinen privaten Ladenhütern trennen kann, bekommt einen Termin und liefert Gebrauchtes bei Simone Brinkmann ab. „Danach wird alles etikettiert und in den Computer eingespeist – ein ganz schöner Aufwand.“ Unterstützt wird die Wardenburgerin mittlerweile von drei Mitarbeiterinnen.

Ebay ist umständlich

Was für das Viererteam viel Arbeit ist, sparen sich Kunden und Verkäufer: „Wer im Internet seine Sachen versteigern will, muss Fotos machen, am Computer sitzen, die Sachen zur Post bringen – das finden viele umständlich“, sagt die Secondhandbesitzerin. In ihrem Fall stelle Ebay keine Konkurrenz dar. Einige Raritäten sind nämlich gar nicht online erhältlich: Die Wardenburgerin vertreibt ein Dänisches Label, dass sich bewusst gegen den virtuellen Handel entschieden hat. Das wüssten auch ihre Oldenburger Kundinnen zu schätzen – aus dem ganzen Landkreis kommen junge Mütter und Väter zum „Schnüstern“, wie sie sagt. Secondhandkäufer seien speziell: „Das Suchen und Stöbern, Anfassen und Ausprobieren gehört dazu“, sagt sie.

Platz für Träume ist da

Großes Glück habe sie mit ihrem Vermieter – und dem Standort: direkt gegenüber einer Frauen- und Kinderarztpraxis. Eingerichtet auf Erfolg – erstmal im Kleinen – hat den Laden ihr Ehemann. Ihn von der Idee zu überzeugen habe etwas gedauert, sich aber gelohnt. Platz für neue Träume und ausgefallene Produkte hat die Wardenburgerin trotz überfüllter Regale genug.

„Nur gegen die ganz Großen kann ich nicht anstinken“, sagt sie – und hebt die Schultern. Ihre Zwerge – Tochter und Laden – auf jeden Fall, sollen noch wachsen.

Lea Bernsmann
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2106

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