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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Es war einmal ein alter Schafstall

28.05.2019

Großenkneten „Drei, zwei, eins“ wurde im Chor heruntergezählt – und dann waren die 72 Stunden vorbei. Ein großer Jubel fuhr durch die Reihen der Jugendlichen, die sich an der Aktion der Niedersächsischen Landjugend beteiligt hatten, und die zahlreichen Gäste, die sich auf dem Hof der Familie Abel/Grotelüschen im Dorfkern von Sage vor dem Schafstall versammelt hatten. Nur wenig später hörte man die Melodie des Spielmannszuges Großenkneten, der die Straße zum Hof entlang marschierte. Es sollte eine Überraschung für die Jugendlichen werden. Und die war sichtlich gelungen, wie man in den strahlenden Gesichtern der jungen Frauen und Männer sah.

Es war der Stimmung zu entnehmen, dass die Landjugend Großenkneten die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit eindeutig gemeistert hatte. Und nicht nur das, sie sogar mehr als übertroffen hatte, wie Jürgen Seeger, 1. Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Oldenburg, sagte. Er hatte den Jugendlichen als Agent am Donnerstag um 18 Uhr die Aufgabe verkündet, den Schafstall so herzurichten, dass er für die Öffentlichkeit zugänglich ist. „Spitzenmäßig, was hier abgelaufen ist. Da fehlen einem die Worte.“ Nach seiner Vorstellung hätte es gereicht, den Boden mit ein bisschen Sand und Holzspan auszulegen und Tische sowie Bänke hinzustellen. „Da guckten mich die Jugendlichen an und sagten ‚das ist ja nicht nachhaltig, können wir das auch pflastern?‘. Die haben an alles gedacht.“

Der Schafstall soll im 17. Jahrhundert errichtet worden sein, wie Ingrid Grotelüschen sagte, und das erste Gebäude auf dem Hof gewesen sein. Schriftlich erwähnt wurde der Hof selbst zuerst 1534. Dass die Jahrhunderte nicht ungesehen an dem Stall vorbei gegangen sind, sah man am Donnerstagabend, als die Jugendlichen sich ein erstes Bild vor Ort machten. In den Wänden klafften Löcher und der Boden war uneben und bestand aus einfachem Sand. „Er war nach so langen Jahren arg verfallen“, brachte es Eike Grotelüschen auf den Punkt.

Arbeiten wie damals

Es war eine Herausforderung, das war ganz klar, doch die 60 Helfer der Landjugend Großenkneten ließen sich davon nicht einschüchtern. Bereits am Donnerstag begannen die Arbeiten, am Freitag gingen sie dann auf Sponsorensuche. Neben Materialien, um die Wände mit Lehm zu verputzen, die von Greenline Oldenburg gespendet wurden, und dem Zuschneiden von Baumstämmen für Tische und Sitzgelegenheiten, die von Seeger und Jan Oltmann zur Verfügung gestellt und von Wilfried Lueken zurechtgeschnitten wurden, hatten ExxonMobil-Auszubildende in der Lehrwerkstatt Plaketten graviert, die Auskunft über die ausgestellten Maschinen und Werkzeuge geben. Die Versorgung übernahm das Frauennetzwerk Großenkneten.

Am schwierigsten war für die Jugendlichen das Stopfen der Löcher an den Wänden des Stalls. Wie es damals üblich war, mussten sie eine bestimmte Lehmmischung herstellen, diese mit den Händen an die Wände bringen und fachgerecht verputzen. „Das war neu für uns. Wir haben uns gedacht, dass das schneller geht“, gestand Melanie Jähnke ein. Doch laut Jähnke meinten Kay Neuling und Martin Schiebe vom Monumentendienst, dass sie schnell gelernt hätten. Sie hatten am Freitag bei den Arbeiten geholfen und die Jugendlichen eingewiesen, so dass sie am Samstag selbstständig weitermachen konnten.

Als am Sonntag der letzte Tag anbrach, war die Stimmung bei der Landjugend Großenkneten entspannt. „Die saßen dort beim Frühstücken und sagten ‚noch ein bisschen aufräumen dann sind wir fertig‘“, erzählte Seeger am Sonntagabend. Zur Einweihung des Schafstalls waren zahlreiche Gäste zusammengekommen. Es gab kalte Getränke und natürlich wurde auch gegrillt.

Auch das kühle und regnerische Wetter konnte die Stimmung vor dem Schafstall nicht trüben. „Wir sind sehr stolz auf uns“, fasste die 1. Vorsitzende der Landjugend Großenkneten, Lena Rowold, die letzten drei Tage zusammen. Dass sie das auch sein konnten, betonten Seeger und Eike Grotelüschen immer wieder: „Ihr habt es richtig drauf und das Miteinander hat man gespürt“, so Eike.

Ältere Generation staunt

Als die Lobeshymnen und ein dreifaches „Gut Spiel“ vom Spielmannszug erklungen waren, konnten die Gäste den Schafstall erkunden. „Schnucken-Stop Kiek eben rin“ steht auf einem großen Holzschild über dem Eingang. Daneben eine Infotafel und zwei runde Beete links und rechts vor dem Stall. Im Innern laden vier lange Bänke und zwei Tische aus Baumstämmen geschnitten zum gemütlichen Verweilen ein, dahinter stehen Stühle um einen runden Tisch. Hier und da stehen alte Gerätschaften, die das Leben und Wirken aus vergangenen Zeiten widerspiegeln. Von der Decke hängen Kerzen in Glaskästen und zwei Strahler, die mit ihren warmen Farben einen rustikalen Charme versprühen.

Auch die ältere Generation war vom Geschick der Jugendlichen begeistert. Komplimente wie „einfach Klasse“ und „1 A“ begannen schon beim Blick auf den Boden, wo neben Pflastersteinen auch runde Steine mit Zement eingearbeitet sind.

Nun steht, dank der Landjugend Großenkneten, ein Schafstall zur Verfügung, der für alle zugänglich ist und zum Bleiben einlädt.


@ Ein Spezial finden Sie unter:   www.nwzonline.de/72stunden 
Soeke Heykes Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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