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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ärger In Großenkneten: „Da kommen einem doch Tränen in die Augen“

12.02.2020

Großenkneten „Das hat mit Forstwirtschaft und Umweltschutz nichts zu tun“, ärgert sich Hanfried Bendig, als er auf die beschnittenen Bäume am Rand des 500 Meter langen Weges zeigt, der durch seinen Wald führt. „Die betreiben Umweltfrevel.“ Mit „die“ meint er den Realverband, bei dem er Mitglied ist und der Ende Januar seine Bäume beschneiden lassen hat, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge passieren können.

Gegen die Aktion an sich habe er nichts, aber die Art und Weise regt ihn auf. „Die meinen wohl, dass zwei Mähdrescher aneinander vorbei passen müssen“, sagt er wütend, „und die Äste muss man auch nicht auf halber Länge abschneiden.“ Normalerweise schneide man sie direkt am Baum ab, damit diese gut vernarben und neue Triebe bilden können. Außerdem seien 30 bis 40 Jahre alte Weißdornbüsche abgeschnitten worden, die niemanden stören würden, sagt der 77-Jährige,

Für ihn sei „ohne Sinn und Verstand“ gearbeitet und keine Rücksicht auf die Optik genommen worden: „Und das ist hier ein beliebter Wanderweg. Da kommen einem doch Tränen in die Augen.“

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Den Grund für die seiner Ansicht nach forstwirtschaftlich unfachmännische Arbeit führt der Waldbauer auf den Einsatz von modernen Schneidemaschinen zurück: „Die gehen da so durch und schneiden einfach alles irgendwo ab.“ Am liebsten wäre er bei den Arbeiten dabei gewesen, aber sie wurden ohne Vorankündigung durchgeführt, als er nicht zuhause war.

„Sicher geht das auch schöner“, sagt Eckhard Wendt, 1. Vorsitzender des Realverbandes, „aber ich muss die Kosten auch vor den anderen Mitgliedern vertreten.“ Und das seien nun mal Landwirte, bei denen die Optik nicht oberste Priorität besitze. Darum habe er einen Lohnunternehmer mit einer Schneidemaschine beauftragt. Außerdem wachse alles wieder nach und wenn es grüne, sehe der Weg auch wieder hübsch aus.

Den kritisierten Kahlschlag begründete Wendt zum einen damit, dass landwirtschaftliche Maschinen mit der Zeit immer größer würden. Zum anderen werde die Abwasserleitung von Gut Moorbeck durch den Weg verlegt, so dass ausreichend Platz für Baufahrzeuge geschaffen werden musste. Angekündigt habe er die Aktion nicht, weil es dann nur Diskussionen gegeben hätte: „Und jedem kannst du es am Ende sowieso nicht recht machen.“

Florian Mielke Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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