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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Runder Tisch: Verblüffendes vom Gutachter

16.11.2018

Großenkneten /Ahlhorn /Emstek Prall gefüllt mit Informationen rund um Wasserentnahme, Grundwasserabsenkungen, Modellberechnungen und Gutachten war die 10. Sitzung zum Runden Tisch Wasserhaushalt in Großenkneten/Emstek, zu der der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) am Mittwochabend auf den Biohof Bakenhus eingeladen hatte. Es sollte vier Stunden dauern, bis die Agenda abgearbeitet war. Vor allem der Punkt Eichenschäden an der Baumallee im Bereich der Fassung Baumweg an der Straße „Zum Schützenplatz“ wurde von den Vertretern aus Landwirtschaft und Bürgervereinen mit Spannung erwartet.

Von Bürgern waren an der Eichenallee ein hoher Totast­anteil und augenfällige Trockenschäden gemeldet worden. Beobachtungen, die auf die Absenkung des Grundwassers als Folge der Trinkwassergewinnung durch den OOWV zurückgeführt wurden. Als Gutachter berichtete Privat-Forstoberrat Uwe Albers von der Bereisung der Eichen Ende September.

Alte Stieleichen

Demnach handle es sich an der Allee um Stieleichen, die ein Alter von ungefähr 100 Jahren haben. Für ein vitales Wachstum sei eine mittlere bis gute Nährstoffversorgung notwendig. Die Eichenart wächst auch auf schwächeren Standorten, bleibt dann aber im Wachstum zurück.

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Wie Gutachter Albers herausstellte, sei es richtig, dass es den Bäumen nicht gut gehe. Der nicht gute vitale Zustand der Stieleichen habe aber wohl viele Ursachen. An einer Grundwasserabsenkung könne es aber nicht liegen, da auf Zweidrittel der Fläche die Wurzeln naturgemäß nicht bis zum Grundwasser gelangen können. Auf einem Drittel sei bis vor 40 Jahren nur eine eher schwache Nutzung des Grundwassers möglich gewesen. Diese ist durch Aufnahme der Trinkwasserförderungen nicht mehr vorhanden.

„Interessanter ist der Zustand der Eichen dort, wo sie an kein Grundwasser im Wurzelbereich reichen. Insgesamt geht es der Allee nicht gut“, so Albers. Er wies auf andere maßgebliche Faktoren hin. Von großer Bedeutung dürfte der hohe Stickstoffeintrag in der Region und besonders der Einfluss des nahegelegenen Geflügelstalls im Bereich des zweiten und dritten Abschnitts der Allee sein. Der frühere schwache Grundwassereinfluss im ersten Drittel habe dabei vermutlich kaum Bedeutung. Auswirkungen sind nur in extrem trockenen und heißen Vegetationsphasen zu befürchten. Außerdem sei die Allee kaum gepflegt worden, was auch die Wurzelausbildung beeinträchtigt. Den Ausführungen des Gutachters schloss sich eine lebhafte Diskussion an.

Bodenabsenkungen

Weiterer Knackpunkt waren die Bodensenkungsphänomene in der Region, die sich zwar in einer Größenordnung von bis zu 20 Zentimetern in 40 bis 50 Jahren relativ gering messbar abspielen, aber sie sind vorhanden. Das hatte eine Neumessung von rund 400 Grundwassermessstellen des OOWV ergeben.

Ursächlich könnte die Erdgasförderung sein, wie Vertreter des OOWV aufzeigten, aber auch die Gutachter Dr. Stephan Hannappel und Martin Meinken. Aus den Besucherreihen wurde die Frage laut, ob es, wie in den Niederlanden, Risse an Häusern, verursacht durch die Erdgasförderung, auch hier zu befürchten gebe. Angeführt wurden die immer kürzer und öfter auftretenden Erdbeben im Gebiet Cloppenburg/Emstek. Gewartet wird auf Daten des Bergbauamtes für die Ursachenforschung.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) untersucht in einem eigenen Projekt einen möglichen Zusammenhang mit Bergsenkungen infolge der Erdgasförderung in der Region. „Die uns vorliegenden Erkenntnisse sind noch nicht so belastbar, dass wir eine klare Aussage zu den Auswirkungen treffen können“, so OOWV-Abteilungsleiter Uwe Sütering.

Weitere Studien

Um mehr Informationen über Auswirkungen der Trinkwasserentnahme in den Fassungen der Region zu erhalten, wird zurzeit ein Grundwasser-Modell erarbeitet. Über den aktuellen Stand der hydrogeologischen Arbeiten informierten die Gutachter Hydrogeologe Martin Meinken und Begleitgutachter Dr. Stephan Hannappel. Dargestellt wurde das Modellkonzept, der Aufbau des Grundwassermodells und eines geologischen Modells. Auch der zeitliche Faktor mit der Datenerhebung spiele dabei eine Rolle.

Die Moderatoren Peter Brieber und Günter Wolters führten den Runden Tisch. In 2019 gibt es weitere Treffen, dann aber thematisch eingegrenzter. Dann soll auch das Gebiet Ahlhorner Fischteiche als wasserwirtschaftlich sehr interessantes Gebiet einbezogen werden.

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