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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

OOWV soll weniger Wasser fördern

12.11.2019

Großenkneten /Emstek Nicht wenige Landwirte und andere Bürger in der Gemeinde Großenkneten sind überzeugt: Der Grundwasserspiegel in Sage, Hagel und im Baumweg sinkt und bereitet der Umwelt Probleme, weil der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) seit Jahrzehnten Trinkwasser fördert. Diese Sichtweise haben Zuhörer und Ausschussmitglieder jüngst im Umweltausschuss der Gemeinde Großenkneten deutlich gemacht. Dort informierte der OOWV auf Antrag der CDU-Fraktion über die Trinkwasserentnahme in der Gemeinde.

Runder Tisch zum Wasserhaushalt tagt

Der Runde Tisch zum Wasserhaushalt in Großenkneten und Emstek setzt seine Arbeit fort. Im Mittelpunkt des Treffens am Mittwoch, 13. November, ab 19 Uhr im Seminarraum des Biohofs Bakenhus in Großenkneten (Bakenhuser Esch 8) steht die Vorstellung der Ergebnisse der bislang erfolgten geohydrologischen Untersuchungen. Anschließend gibt es die Möglichkeit, über die erstellten Modellrechnungen zu diskutieren.

Im zweiten Teil des Abends beschäftigen sich die Teilnehmer mit der weiteren Ausrichtung des Runden Tisches. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat diesen vor drei Jahren ins Leben gerufen. Eingeladen sind zu jedem Termin alle Bürger sowie Vertreter von Vereinen, Verbänden und Institutionen, die sich an einem fachlichen Dialog zu Fragen der Wasserwirtschaft beteiligen und an Lösungen mitarbeiten möchten.

Protokolle und Ergebnisse der bisherigen Arbeit sind im Internet auf www.oowv.de zu finden.

Eine Forderung formulierte Jürgen Seeger als Vertreter der vier Großenkneter Ortslandvolkverbände in der Einwohnerfragestunde: Wenn es wie zuletzt zwei Jahre lang nicht richtig regnet, müsse der OOWV die Fördermenge senken. Ausschussmitglied Eckhard Wendt bezeichnete die Fördermengen des OOWV als nicht mehr umweltverträglich. Viele heimische Pumpen seien trockengefallen, zahlreiche Bäume und Pflanzen hätten den Kontakt zum Grundwasser verloren. Einen dritten Ansatz brachte Michael Feiner (FDP) ins Spiel: Die Wesermarsch, die kein eigenes salzfreies Grundwasser hat und vor allem vom Grundwasser aus Großenkneten profitiert, sollte in einen Fördertopf einzahlen, damit hier in der Gemeinde zum Beispiel Gräben rückgebaut werden können, um das Oberflächenwasser länger am Ort zu halten. Ratsherr Rolf Breitenbach (CDU) forderte, endlich im Raum Lastrup ein Wasserwerk zu bauen.

Das Wasserwerk Großenkneten ist das größte im OOWV-Verbandsgebiet. Es besteht ein Entnahmerecht für 19 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr. Wie OOWV-Wasserexperte Uwe Sütering im Ausschuss darstellte, wurden aus den 55 Förderbrunnen im Jahr 2018 insgesamt 17,6 Millionen Kubikmeter Grundwasser entnommen und zu Trinkwasser aufbereitet. Die Entnahmetiefe liegt zwischen 55 und 96 Metern.

Sütering erklärte, dass im OOWV der Solidaritätsgedanke gelebt wird und sich die Mitgliedskommunen gegenseitig helfen. In Großenkneten seien die Voraussetzungen zur Trinkwassergewinnung nun mal optimal. Es sei in den nächsten Jahrzehnten nicht mit einer geringeren Grundwasserbildung in Großenkneten zu rechnen.

Gleichwohl arbeite der OOWV an Lösungsansätzen, um das Wasserwerk Großenkneten zu entlasten. So soll vom Wasserwerk Sandelermöns mehr Wasser in die Wesermarsch gepumpt werden. Auch solle das Wasservorranggebiet Lastrup weiter erkundet werden. Sütering geht aber nicht davon aus, dass dort schon in fünf Jahren Grundwasser gefördert wird.

Die Gemeinde Emstek, die am Baumweg und an den Ahlhorner Fischteichen ebenfalls von der Grundwasserförderung des OOWV betroffen ist, hat jetzt eine Resolution verabschiedet. Darin fordert der Gemeinderat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz auf, den OOWV anzuweisen, kurzfristig ein wasserrechtliches Verfahren einzuleiten. Das Ziel: die vom Land­kreis Oldenburg 1974/1975 erteilte Erlaubnis zur Entnahme von Grundwasser am Baumweg soll in eine wasserrechtliche Bewilligung (zeitlich befristetes Recht) überführt werden. Außerdem sei rasch eine signifikante Drosselung der Fördermenge am Baumweg notwendig. Ferner soll kurzfristig eine Planung aufgelegt werden, wie bestehende und zukünftige Großverbraucher/Gewerbebetriebe dezentral versorgt werden können.

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