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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landwirtschaft Im Kreis Oldenburg: Aus der Redaktion in den Stall

27.03.2019

Großenkneten Was macht so ein Schwein eigentlich den ganzen Tag? Schlafen, 18 Stunden am Tag. Was ein Sauleben... Wobei – ein Leben im Schweinestall, bei diesem Geruch: Daran müsste man sich erst einmal gewöhnen. Die Mär von der frischen Landluft ist für viele Städter spätestens im Schweinestall vorbei – so lange man sich nicht auf Höhe der Schweine aufhält; denn dort ist die Luft dank Belüftungsanlage erstaunlich gut. Die Zettel mit den Notizen riechen dennoch auch einen Tag später noch nach dem Ausflug.

100 Tage auf dem Hof

Etwa 2000 Schweine stehen im Schnitt auf dem Hof der Familie Oltmann in Großenkneten, der das „Tierwohl“-Siegel trägt. Hinzu kommt noch ungefähr die gleiche Anzahl, die in einem Pachtbetrieb in Wardenburg gehalten wird. Rund 170 der Tiere sind wöchentlich reif für den Transport in den Schlachthof.

Zwei Betriebe im Landkreis Oldenburg

Rund 1200 aktive landwirtschaftliche Betriebe gibt es derzeit im Landkreis Oldenburg. Während im nördlichen Teil des Landkreises die Milchviehbetriebe überwiegen, sind es im Süden eher Schweinemastbetriebe.

Der Betrieb Oltmann ist seit 1536 in Familienbesitz. Derzeit halten Karsten Oltmann und seine Familie rund 2000 Schweine.

Der Betrieb Ahrens könnte mit seinen 450 Milchkühen ganz Wildeshausen mit Milch versorgen. Jeder der 19 000 Einwohner würde demnach täglich 0,75 Liter Milch bekommen.

Bis es soweit ist, dauert es in der Regel 90 bis 100 Tage. „Wir kaufen die Ferkel bei einem Zuchtbetrieb in den Niederlanden“, erklärt Christoph Oltmann. In einem Alter von etwa drei Monaten kommen sie mit einem Gewicht von 25 bis 30 Kilo nach Großenkneten – kastriert und kupiert. „Kastriert wird wegen der Geschlechtshormone – ohne diese Eingriffe würden die Hormone zu einem sehr speziellen Geruch beim Braten führen, der von den Kunden nicht gewünscht ist“, erläutert Oltmann. Am Ende der Mast wiegt ein Schwein etwa 120 Kilogramm.

Und was macht ein Schwein in den übrigen sechs Stunden eines Tages? Spielen und fressen. Für den Spieltrieb des Schweines stehen ein Gummi- und ein Holzstab zur Verfügung. Auch der Futterautomat muss von den Tieren selbst bedient werden – natürlich durchaus regelmäßig, denn die drei Kilogramm Futter am Tag, die pro ausgewachsenem Schwein eingeplant werden, wollen ja auch verdrückt werden.

Vortritt hat da, wie auch beim besten Schlafplatz in der Box, natürlich immer das Leittier. Denn Schweine bilden ein Rudel. „In die Box könnten wir jetzt nicht einfach ein fremdes Tier setzen, das würde nicht akzeptiert werden“, weiß Oltmann. Für ihn ist an 18 Stunden Schlaf pro Tag nicht zu denken: „Unser Arbeitstag hat mindestens zehn Stunden, sieben Tage die Woche.“

Etwas munterer als die Schweine sind auch die Kühe auf dem benachbarten Hof von Hauke Ahrens. 450 Tiere hält er dort – im Schnitt teilen sich zweieinhalb Kühe einen Hektar Land. Doch kilometerweite Spaziergänge unternimmt das Milchvieh nicht, dafür fällt aber täglich dreimal der Gang zum Milchroboter an. „Die Kühe finden den Roboter super: Der hat nie kalte Hände, geht nie zum Schützenfest und steht auch nachts ohne Probleme auf“, meint Ahrens und lacht.

Daten beim Melken

Angelockt von Mais und Raps kommen die Kühe zur Melkstation, wo das Euter zunächst gereinigt wird. Anschließend wird vollautomatisch gemolken – und nebenbei werden noch sämtliche Daten gesammelt. „Wir haben Daten ohne Ende. Wir können genau sehen, wann eine Kuh beim Melken ist, wie viel sie wiegt, wie viel Milch sie gibt und welche Qualität die Milch hat“, erklärt Ahrens, während gerade „Kuh 897“ zum Melkroboter kommt. Um 14.35 Uhr wiegt sie 574 Kilogramm. 18,2 Liter Milch gibt sie, bevor das Prozedere nach ein paar Minuten schon wieder vorbei ist. „Im Schnitt geben unsere Kühe 33 Liter Milch am Tag. Die geht an die Molkerei Ammerland und wird täglich vom Milchwagen abgeholt“, so Ahrens, der in seinem Betrieb sieben Melkroboter hat.

Selbstverständlich gibt es auf dem Hof Ahrens auch süßen Nachwuchs: Fast täglich kommen Kälbchen auf die Welt, die gleich nach der Geburt in ein „Iglu“ gebracht werden. „Wir müssen sie von den Müttern trennen, weil ihr Immunsystem noch sehr anfällig ist“, erklärt der Landwirt.

Gloria Balthazaar Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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Daniel Kodalle Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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