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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wasseruntersuchung In Großenkneten: Erhöhte Aluminiumwerte festgestellt

06.03.2019

Großenkneten Hohe Aluminiumgehalte hat der Verein VSR-Gewässerschutz in verschiedenen privat genutzten Brunnen in der Gemeinde Großenkneten gefunden. Bei den Untersuchungen wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Aluminium von 0,2 Milligramm pro Liter (mg/l) wiederholt überschritten, teilt Physiker und VSR-Pressesprecher Harald Gülzow jetzt mit.

Insgesamt hätten Bürger dem Verein 16 Proben zur Verfügung gestellt. Die höchste festgestellte Aluminiumkonzentration lag im Wasser eines Brunnens in Ahlhorn mit 1,1 mg/l. Weitere hohe Aluminiumwerte fanden die Gewässerschützer auch in Großenkneten mit 0,85 mg/l.

„Aluminium kommt überall im Boden vor. Es wird aber nur in einem stark sauren Grundwasser gelöst“, erklärt Gülzow. Der VSR-Gewässerschutz stellte bei seinen Messungen schon in etwa 80 Prozent der Proben pH-Werte unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 6,5 fest. In zwei Drittel der Proben lag der pH-Wert sogar im Bereich unter 5,5, bei dem das Aluminium gelöst wird. „Das Wasser im Untergrund wird immer saurer. Eine Hauptursache ist die hohe Dichte an Massentierhaltungen in Niedersachsen, wo extreme Mengen an Ammoniak anfallen“, so Gülzow. Diese entstünden, wenn sich Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzten. Aus diesem Grund werde das Ammoniak besonders im Stall und bei der Ausbringung der Gülle in die Luft freigesetzt. Von dort komme es durch den Regen wieder auf die Böden und ins Grundwasser.

„Hohe Aluminiumkonzentrationen im sauren Grundwasser schränken die Nutzung des Brunnenwassers im Garten erheblich ein, erklärt Gülzow. So sei es nur noch eingeschränkt zum Gießen geeignet. Bei vielen Pflanzen führe die Aufnahme von größeren Mengen Aluminium zu Schäden. In Teichen wirkten bereits geringe Aluminiumkonzentrationen auf Fische giftig. Besonders betroffen seien dabei die Dottersackbrut und schlüpfende Fische. Daher solle dieses belastete Brunnenwasser auch nicht in Fisch- und Gartenteiche eingeleitet werden.

Maßnahmen zur Minderung von Stickstoffemissionen müssten nicht nur im Stall ansetzen, sondern vor allem bei der Ausbringung der Gülle auf dem Feld. Je länger die Gülle der Luft ausgesetzt sei, umso größer seien die Verluste in die Luft. Der VSR-Gewässerschutz fordert eine Einarbeitung der Gülle in den Boden innerhalb einer Stunde. Derzeit sei es erlaubt, die Gülle viermal so lang auf dem Boden liegen zu lassen.

Der Verein fordert, dass bei der Genehmigung von Massentierhaltungen die Belastung des Grundwassers mitbetrachtet wird. Das Grundwasser müsse in erster Linie geschützt werden. Der einzelne Gartenbesitzer habe ein Recht darauf, aus seinem Brunnen Wasser beziehen zu können, das zur Nutzung im Garten geeignet sei. In Regionen mit saurem Grundwasser dürften keine zusätzlichen Massentierhaltungen mehr genehmigt werden.

Um festzustellen, ob sich die Versauerung weiter verschlimmert, wollen die Umweltschützer weitere Messungen durchführen. Bürger, die sich an den Untersuchungen beteiligen möchten, erhalten unter www.VSR-Gewässerschutz.de weitere Infos.

Der Landkreis Oldenburg will die Messungen des Vereins VSR-Gewässerschutz nicht bewerten, da es sich um private Proben handele. Zudem kenne er das Messverfahren nicht.

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Der Landkreis zieht einmal im Jahr in seinen 56 Brunnen Wasserproben und bestimmt die Nitratwerte. In mehr als 30 Brunnen gebe es überhöhte Werte. Im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie will der Landkreis damit den gesamten Bodenkörper erfassen. Als Ursache für die erhöhten Nitratwerte wird unter anderem die Intensivtierhaltung verantwortlich gemacht.

Über die vom VSR-Gewässerschutz 2018 bestimmten Nitratwerte hatte unsere Zeitung bereits berichtet. Dabei waren in den meisten der 39 privaten Brunnen viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser festgestellt worden.

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