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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Hälfte der Kaufkraft fließt ab

18.01.2017

Ganderkesee Die Gemeinde Ganderkesee hat ein überdurchschnittliches Kaufkraftpotenzial – das auf ein unterdurchschnittliches Angebot trifft. Das geht aus dem neuen Einzelhandelskonzept hervor, das an diesem Donnerstag, 19. Januar, im Ausschuss für Gemeindeentwicklung erstmals öffentlich vorgestellt und erörtert wird. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr.

Auf fast 60 Seiten hat die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) unzählige Daten und Fakten zusammengetragen, um den Ist-Zustand zu analysieren, den Bedarf zu ermitteln und Möglichkeiten aufzuzeigen. Dazu wurden mehr als 500 Haushalte telefonisch oder online befragt und mehr als 2000 Kunden vor Lebensmittelmärkten angesprochen. Statistische Angaben von Behörden und aus Untersuchungen flossen ebenso ein.

Parkplätze positiv – Verbindung zu Famila negativ

Stärken und Schwächen der Ortskerne von Bookholzberg und Ganderkesee haben die Gutachter der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung in einer Extra-Analyse herausgearbeitet. Positiv herausgehoben wird die gute verkehrliche Erreichbarkeit und das ausreichende Angebot an Parkplätzen.

Einschränkend wird aber darauf hingewiesen, dass viele Parkplätze unzureichend ausgeschildert sind, etwa der Kirchplatz in Bookholzberg sowie der Festplatz und die Famila-Tiefgarage in Ganderkesee.

Zum Famila-Markt heißt es, dass die Sicht- und Wegebeziehungen dorthin kaum erkennbar sind. Der Durchgang vom Marktplatz zum Markt sei dunkel und eng. Der Fußweg am Famila-Gebäude entlang über Im Knick zur Rathausstraße sei kaum bekannt. Empfohlen wird eine fußläufige Verbindung vom Schuhhaus Denker zu Famila – hier befinden sich aber die Grundstücke in Privatbesitz.

Demzufolge liegt der durchschnittliche Ausgabesatz für den Einzelhandel in Ganderkesee bei 5704 Euro pro Einwohner – 134 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Bei rund 31 000 Einwohnern (Stand 2015) ergibt das laut GMA ein Kaufkraftpotenzial von insgesamt rund 180 Millionen Euro.

Nur 48 Prozent davon werden aber laut GMA in den 131 Einzelhandelsgeschäften der Gemeinde gebunden. Mehr als die Hälfte der Kaufkraft fließt ab in die Oberzentren Bremen und Oldenburg, vor allem aber nach Delmenhorst und auch ins Factory-Outlet-Center im Brinkumer Ochtumpark. Andererseits kaufen vergleichsweise wenige auswärtige Kunden in Ganderkesee ein – meistens sind es Pendler. Bei der sogenannten „Zentralität“, die den Umsatz aus heimischer Kaufkraft beziffert, liegt Ganderkesee unter dem Wert vergleichbarer Grundzentren. Und Anzahl wie Fläche der Einzelhandelsgeschäfte sind andernorts fast doppelt so hoch. Dies erklärt die GMA mit der „Sandwich-Position“ Ganderkesees zwischen Oldenburg, Delmenhorst und Bremen.

Bevorzugt vor Ort gekauft werden nach der Analyse Drogerie-, Parfümerie- und Apothekerwaren, Lebensmittel und Getränke. Vor allem für Bekleidung, Leder-, Haushalts- und Elektrowaren fahren die Kunden hingegen in die Nachbargemeinden. Mehr Geschäfte aus genau diesen Branchen wünschen sich daher viele Befragte für Ganderkesee. In Bookholzberg wird besonders ein Drogeriemarkt vermisst, außerdem Schreibwaren und Bastelbedarf.

Nicht verwunderlich ist, wohin ein weiterer Großteil der Kaufkraft fließt: Ein Drittel der Befragten kauft mindestens einmal im Monat online ein, jeder Zehnte schon mindestens einmal die Woche. Diese Tendenz indes macht nicht nur dem Ganderkeseer Einzelhandel zu schaffen.

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