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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Blick ins deutsche Landleben

18.07.2018

Harbern Ii „Bei uns wohnen die Nachbarn meistens viel weiter auseinander.“ Nur ein Unterschied von vielen, der Nic Willemsma bei seinem zweimonatigen Deutschland-Aufenthalt aufgefallen ist. Der Kanadier ist Weite gewohnt: Immerhin ist sein Heimatland 28 mal so groß wie Deutschland, hat aber nicht einmal halb so viele Einwohner.

Sägeführer von Beruf

Der 23-Jährige aus Kingsville in der Provinz Ontario lebt und arbeitet zurzeit auf dem Hof Logemann in Harbern II. Über ein Austauschprogramm der Niedersächsischen Landjugend fand er seinen Weg in die Gemeinde Wardenburg. Kooperationspartner auf nordamerikanischer Seite ist die Junior Farmers’ Association of Ontario, in der Nic Mitglied ist. „Ich selbst bin kein Landwirt“, sagt der junge Kanadier, der als Sägeführer in einem Betrieb für Holzdachbinder arbeitet. „Ich wollte einfach die Kultur und das Leben der Deutschen kennen lernen“, sagt Nic, dessen Eltern ebenfalls keine „Farmer“ sind.

Jedes Jahr Gastfamilien gesucht

Die Landjugend in Niedersachsen entsendet nicht nur drei Landjugendliche pro Jahr ins Ausland, sondern nimmt auch junge Leute auf. So werden jährlich fünf bis sechs Gastfamilien gesucht, die Gäste aus Kanada oder England bei sich wohnen lassen.

Gastfamilien sollten den Austauschlern eine Unterkunft bieten können, eine regelmäßige Verpflegung, Familienanschluss und Unternehmungen im Umland.

Wer sich für einen Aufenthalt im Ausland oder sich als Gastfamilie bewerben will, kontaktiert den Bundesjugendreferenten der Landjugend, Jorrit Rieckmann (Telefon 0441/98489 75; E-Mail: rieckmann(at)nlj.de)

„Nic ist zurzeit der einzige Kanadier, der über das Austauschprogramm Niedersachsen besucht“, weiß Gastvater Jürgen Logemann. Zwei weitere seiner Landsleute seien noch in Irland und England unterwegs. Familie Logemann ist die letzte seiner vier Stationen, die ihn bislang nach Giesen (Kreis Hildesheim), Fintel (Kreis Rotenburg) und Salzgitter führten.

„Nic bastelt gerne an etwas herum und kann gut mit Tieren und Werkzeug umgehen – ein Multitalent“, schwärmt Jürgen Logemann, der auf seinem Hof, auf dem täglich 700 Schweine und 220 Milchkühen, Bullen und Kälber versorgt werden müssen, jede helfende Hand gut gebrauchen kann. „Am meisten Spaß macht mir zurzeit, die Kühe zum neuen Melkroboter zu führen“, sagt der Kanadier, der Freunden und Familien täglich auf Facebook postet, was er in Deutschland erlebt.

Neben der Arbeit soll für den 23-jährigen Kanadier das Vergnügen aber nicht zu kurz kommen. Da trifft es sich gut, dass Gastbruder und Landwirt Sven (26) bei der Landjugend Benthullen-Harbern aktiv ist und Nic auf jede Feier und Aktivität mitnimmt. „Ich glaube, so viele Partys in so kurzer Zeit hat Nic bisher noch nicht mitgemacht“, ist sich Jürgen Logemann sicher. Dabei lernte der Nordamerikaner, der in seiner Freizeit gerne Kajak fährt, Curling und Live-Rollenspiele liebt, auch für ihn neue Sitten und Gebräuche kennen, so zum Beispiel das Schmeißen von Geschirr auf einem Polterabend. „Als da die ersten Kloschüsseln angeschleppt wurden, hat Nic schon sehr gestaunt“, lacht Jürgen Logemann. Auch Fahrten nach Tossens und Oldenburg unternehmen die Logemanns mit ihrem Gast.

Currywurst mit Pommes

Deutsche Hausmannskost hat Nic Willemsma ebenso schätzen gelernt. „Er isst eigentlich alles, was meine Mutter für uns alle täglich kocht“, sagt Jürgen Logemann. Dabei entdeckte Nic eine neue Lieblingsspeise: Kartoffelpuffer. Favorit deutscher Esskultur bleibt für den Kanadier allerdings Currywurst mit Pommes.

Wenn Nic am 25. Juli seinen zweimonatigen Austausch beendet, geht es noch nicht zurück in die Heimat. „Dann reise ich auf eigene Faust noch drei Wochen durch Europa.“ Was er von dort mitnimmt: „Viele Erfahrungen und Eindrücke.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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