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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Wir wollen ein Teil der Gemeinde werden“

15.12.2017

Harpstedt Auf dem Grundstück Mullstraße 14 im Ortskern von Harpstedt wurde am Donnerstag in die Hände gespuckt. Es galt, Erde zu bewegen – und zwar per Muskelkraft: Mit einem symbolischen ersten Spatenstich begann ganz offiziell der Neubau eines Wohnhauses für 24 Menschen mit Assistenzbedarf. Das 2,4-Millionen-Projekt der Diakonie Himmelsthür soll bereits in einem Jahr fertig sein und ab Januar 2019 bezogen werden.

Auch Appartements für SchnupperGäste

Das geplante Wohnhaus an der Mullstraße wird eine Grundfläche von etwa 360 Quadratmetern haben. Es wird zweieinhalbstöckig sein. Geplant sind drei Vierer- und zwei Fünfer-Wohngemeinschaften sowie zwei einzelne Appartements für relativ selbstständige Bewohner, ferner entstehen zwei Gästeappartements. Im Obergeschoss wird ein geräumiges Pflegebad geschaffen.

An den Kosten von 2,4 Millionen Euro beteiligen sich die Aktion Mensch mit 250 000 und das Diakonische Werk Niedersachsen mit 200 000 Euro.

„Die Diakonie Himmelsthür befindet sich im Prozess der Umwandlung“, erklärte Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer für Niedersachsen Nord. Seit 2009 sei sein Haus dabei, sich Schritt für Schritt von der Groß- und Komplexeinrichtung zu verabschieden und für die Bewohner attraktive dezentrale Wohnangebote zu schaffen. Rund 130 Menschen seien bereits vom Zentralgelände an der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen in die Innenstadt von Wildeshausen, nach Sandkrug oder Delmenhorst gezogen – 280 würden noch auf dem Zentralgelände wohnen und arbeiten.

Dass jetzt Harpstedt als Standort für ein Wohnprojekt ausgewählt wurde, sei kein Zufall. Hier habe die Diakonie Himmelsthür „von vornherein eine gute Atmosphäre“ angetroffen, man sei im Amtshof auf Menschen gestoßen, „für die Inklusion eine hohe Bedeutung hat“.

Harpstedt sei „ein zauberhafter Ort, der alles bietet, trotzdem kuschelig ist“, schwärmte Petra Hakemann, die das Haus nach Fertigstellung leiten wird. Die künftigen Bewohner des Neubaus, vor allem Menschen mit etwas höherem Assistenzbedarf, wollten sich keineswegs abkapseln: „Wir wollen ein Teil der Gemeinde werden.“

Bis dato, so sagte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse, habe die Samtgemeinde nur an ihrem Rand eine Einrichtung für Menschen mit Handicaps – den Albertushof in Groß Ippener. Künftig werde es jungen Menschen, die zu Hause ausziehen, auch möglich sein, im Ortskern des Fleckens zu wohnen. Die Einrichtung, so zeigte sich Wöbse überzeugt, „wird die Gemeinschaft bereichern“. Ähnlich äußerte sich Ingo Fichter, Gemeindedirektor des Fleckens Harpstedt: Menschen mit Behinderung „gehören in die Mitte der Gesellschaft“.

Barbara Nitsch von der Bewohnervertretung berichtete, dass sie den Umzug vom Zentralgelände in ein kleineres Haus bereits hinter sich habe. Sie habe den Schritt nicht bereut: „Da möchte ich nicht wieder ausziehen.“

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

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