• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schiedsmann: „Schlichten ist besser als Richten“

05.08.2019

Harpstedt /Dünsen Mit Streitigkeiten kennt sich Heinz-Jürgen Greszik aus. Nicht etwa, weil ihm selbst so oft die Hutschnur reißt. Eher das Gegenteil ist der Fall: Der Diplom-Verwaltungswirt aus Dünsen ist als Schiedsmann in der Samtgemeinde Harpstedt dann im Einsatz, wenn sich andere in die Haare geraten sind und nach Mediation gerufen wird. In diesem Job hat er durchaus Erfolg: In seinen 26 Schlichtungsverhandlungen während der vergangenen fünf Jahre kam es immerhin zu 14 Vergleichen.

„Schlichten ist besser als Richten.“ – Diesen Satz stellt Greszik voran, wenn er über seinen ehrenamtlichen Job berichtet. Bei einer erfolgreichen Schlichtung „gibt es keine Gewinner oder Verlierer“ – anders als vor Gericht, wo die Urteile meist nur für eine Seite zufriedenstellend seien.

Als Schiedsmann ist Greszik auf fünf Jahre gewählt, die Dienstaufsicht obliegt dem Amtsgericht. „Sein“ Amt sei durch Preußens König Friedrich-Wilhelm II. eingeführt worden, erzählt der 71-Jährige. Heute sei es in 14 der 16 Bundesländer gesetzlich verankert (nicht in Bremen und Hamburg).

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Zu Greszik kommen Menschen, die sich zum Beispiel in der Folge von Beleidigungen, weil Büsche über den Grundstückszaun hängen oder nach Körperverletzungen spinnefeind sind. Unter seinen 26 Verhandlungen waren auch drei Strafsachen. Teils kommen die Antragsteller aus eigenem Antrieb, teils auch, weil sie eine Privatklage anstrengen und zuvor ein Sühne- beziehungsweise Schlichtungsverfahren durchzuführen ist.

So unterschiedlich wie die Gründe für Gresziks Einsatz sind die Verfahren selbst. Manches könne durch ein Tür-und-Angel-Gespräch erledigt werden – „da fragen Leute nach: Wie krieg’ ich den Streit aus der Welt?“. Kommt es zu einer Verhandlung, dann dauere die durchaus zwei bis zweieinhalb Stunden.

„Unsere Kunst ist, zu einem Ergebnis zu kommen“, beschreibt Greszik das Ziel. „Mediation“ heißt hier das Stichwort, am Ende sollten beide Kontrahenten „auf Augenhöhe rauskommen“. Bundesweit gelinge das im Schnitt in 50 bis 60 Prozent der Fälle.

Reich werden, so viel steht wohl fest, können Schiedsleute durch ihre Tätigkeit nicht. Wenn ein Vergleich in einer Verhandlung nicht zustande kommt, habe der Antragsteller 15 Euro hinzublättern, erklärt Greszik. Falls der Vergleich gelingt, seien es 25 bis 50 Euro plus Auslagen. Die eine Hälfte des Geldes geht an die Samtgemeinde, die andere ist für Gresziks Bemühungen.

Die „Belohnung“ für all die Mühen beim Schlichten sei nicht in der Bezahlung zu finden, stellt der Dünsener klar. Sondern? „Wenn es zu einer Verständigung kommt, das ist das Schöne. Leute wieder zueinander führen zu können.“ Natürlich klappe das nicht immer – „aber man sagt sich wieder ,guten Tag’“.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2706
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.
DIE WIRTSCHAFT

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.