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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mehrheit für Märkte-Neubau

06.03.2019

Harpstedt Es war eine schwere Geburt. Eindreiviertel Stunden lang wurde am Montagabend im rappelvollen Saal des Hotels Zur Wasserburg diskutiert. Am Ende ging alles ganz schnell: Mit sechs Ja-Stimmen bei zweimal Nein (Horst Hackfeld und Lars Tangemann, HBL) sowie einer Enthaltung (Stefan Wachholder, CDU) hat der Umwelt- und Planungsausschuss des Fleckens Harpstedt empfohlen, die Bauleitplanung für einen Märkte-Neubau an der Wildeshauser Straße (vorhabenbezogener B-Plan 56 „Sondergebiet Einzelhandel“) anzuschieben.

Worum es geht:

Der Inkoop-Markt, seit fast 30 Jahren am Junkernkamp, sieht an diesem Standort kein Entwicklungspotenzial. „Wir verlieren an Wettbewerbsfähigkeit. Tag für Tag“, erklärte Geschäftsführer Bernd Oetken dem Ausschuss. Deshalb kaufte der Nahversorger Grundstücke an der Wildeshauser Straße, 1,6 Hektar groß (zwischen Wildeshauser Straße und Carsten-Horst-Kamp).

Wie Inkoop bauen will

Einen Entwurf für einen denkbaren Neubau stellte Architekt Hanko Hoyer (Angelis & Partner, Oldenburg) dem Ausschuss vor. Wichtig sei dem Unternehmen, Licht in den Markt zu bringen und hochwertige, natürliche Materialien zu verwenden.

Das Marktgebäude soll im hinteren (südöstlichen) Grundstücksbereich mit dem Rücken zur Wohnbebauung entstehen, etwa acht Meter von der Grundstücksgrenze entfernt. Vorgelagert (zur Wildeshauser Straße hin) würden 175 Pkw-Stellplätze angelegt, mit 2,70 mal 5,50 Meter deutlich größer als am Junkernkamp. Zum Wohngebiet hin ist eine fußläufige Verbindung angedacht.

Ein südwestlicher Trakt (Richtung Koems) mit 1050 Quadratmetern Verkaufsfläche ist für den Aldi gedacht. Inkoop hat eine Verkaufsfläche von 1800 qm, für Shops und als Aktionsfläche gibt es etwa 400 qm.

Der Baukörper hätte laut Hoyer eine Höhe von vier bis fünf Metern. Im Eingangsbereich (zu den Parkplätzen hin) ist eine acht Meter hohe Arkadenfront mit Schaufensterfassade geplant.

Die im Auftrag des Fleckens tätige Cima Beratung + Management GmbH (Lübeck) bestätigte die Einschätzung von Inkoop: Am Junkernkamp gebe es für Aldi und Inkoop keine Chance, „leistungsfähige und moderne Verkaufsflächenstrukturen“ vorzuhalten. Aber: Ein Nahversorger müsse am Junkernkamp bleiben, um die Versorgungsfunktion des Ortskerns nicht zu gefährden. Hierfür bemüht sich Inkoop um eine Zusage von Netto. Alternativ würden dort Bio-Lebensmittel, Getränke oder Tierbedarf angeboten.

Die Befürworter:

Der Plan von Inkoop „ist eine Chance“, warb Klaus Budzin (SPD). „Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht zustimmen.“ Seine Fraktionskollegin Saskia Kamp wies auf die Anstrengungen anderer Kommunen in Richtung attraktive Nahversorgung hin. Es dürfe nicht riskiert werden, dass Inkoop Harpstedt verlässt. Gegen ein weiteres Abwarten wandte sich Florian Eiskamp (HBL): Auch in fünf Jahren werde es noch Unsicherheiten geben, nur werde sich die Lage für Harpstedt verschlechtert haben.

Die Kritiker:

Mehrere besorgte Nachbarn meldeten sich zu Wort. „Ich war froh, als die Mauer wegkam“, sagte eine Anwohnerin. Jetzt werde sie beim Blick aus dem eigenen Fenster „auf eine Wand gucken“. Andere gaben zu bedenken, dass der Anteil älterer Menschen auch im Flecken steige. Für diese Älteren sei die größere Entfernung zur Wildeshauser Straße ein Hindernis. Und: Wenn an den Junkernkamp nach dem Inkoop-Auszug Getränke, Biowaren und Tierbedarf kämen, dann „scheint mir das als Alternative ein bisschen dünn“, kritisierte Stefan Wachholder.

Kompromisse:

Matthias Hoffmann fragte, ob Inkoop bereit wäre, im hinteren Baukörper mit der Traufhöhe herunterzugehen. Oetken signalisierte Entgegenkommen. Inkoop habe sich 30 Jahre mit der Nachbarschaft verstanden und strebe dies auch für die Zukunft an.

So geht es weiter:

Nach dem Umwelt- und Planungsausschuss könnte am 18. März der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss entscheiden, ob das Bauleitplanverfahren eingeleitet wird. Er könnte die Entscheidung aber auch an den Flecken-Rat weiterreichen.

Ein Ja zur Bauleitplanung wäre laut Bauamtsleiter Jens Hüfner ein Signal, aber keine Entscheidung. Dann gelte es zum Beispiel zu prüfen, ob das Vorhaben in Einklang mit der Raumordnung steht oder wie die verkehrlichen Auswirkungen zu bewerten sind.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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