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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Mit Lupe und Kescher auf Spuren der Gliederfüßler

10.07.2018

Harpstedt Mit Fahrrad, Becherlupen und Kescher ausgerüstet, machten sich am Samstag 30 Kinder und Erwachsene vom Amtshof aus auf die „insektenkundliche Rundfahrt“ des Naturschutzbundes (Nabu). Mit dabei: Insektenexpertin Sandra Bischoff vom Nabu Oldenburg, die an ausgesuchten Blühflächen erklärte, was da fliegt und summt oder kreucht und fleucht.

Eingangs der Radtour drückte Eva Heinken, Sprecherin der Nabu-Ortsgruppe Harpstedt, ihre Freude darüber aus, dass sich so viele Teilnehmer für die Tour interessierten. Mit von der Partie war auch Anbauberater Wolfgang Jerebic. Dann ging es aber auch schon los.

Bis zum ersten Stopp war es gar nicht weit, denn die vom „Freiraum“ angelegte Fläche am Amtshof war erstes Ziel. Ein Blühstreifen beidseitig eines Grabens in einem Maisfeld und im Anschluss die Versuchsfläche am Simmerhauser Weg mit 15 verschiedenen Blüh- und Zwischenfruchtmischungen waren weitere Stationen. Die Versuchsfläche am Simmerhauser Weg ist übrigens frei zugänglich. Eine Besichtigung ist ausdrücklich erwünscht.

Für die Aktion hatte Biologin Sandra Bischoff eigens eine Ausnahmegenehmigung beim Landkreis Oldenburg eingeholt, um mit dem Kescher auch seltene Insekten-Arten fangen zu dürfen. Mit den Becherlupen konnten die Tiere näher betrachtet und dann mit Hilfe von speziellen Bestimmungsbüchern und Infomaterial identifiziert werden.

Ein Augenmerk galt auch den Wildbienen. Es gebe über 340 Arten, so Bischoff. Neben Faltern, die nicht eingefangen wurden, entdeckten die Exkursionsteilnehmer insgesamt zwölf Wildbienenarten, darunter auch verschiedene Hummelarten.

Wie Sandra Bischoff herausstellte, sei es besonders wichtig für eine flächendeckende Insektenvielfalt, möglichst viele verschiedene Blühflächen in Hausgärten, öffentlichen Flächen und in der Feldmark anzulegen. „Der Grund ist, dass sich die Insektenpopulationen in diesen Flächen gegenseitig beeinflussen.“

Auch für viele heimische Vogelarten ist die Insektenvielfalt von besonderer Bedeutung. Über 60 Prozent der hiesigen Vogelarten sind bei ihrer Futtersuche auf Insekten angewiesen. Gleichzeitig würden über 60 Prozent der Wildbienenarten in Niedersachsen und Bremen auf der Roten Liste stehen. Deshalb müssten sich sowohl Privatpersonen als auch Landwirte für Blühflächen einsetzen.

Eine bittere Erfahrung an diesem Tag: Die Trockenheit macht auch vor den Blühflächen nicht halt. Viele sind stark verkrautet. Einzelne Flächen wären schon aufgegeben worden, wenn sie nicht per Hand vom Unkraut befreit würden, erfuhren die Teilnehmer. Aber auch das sei Natur, wie Sandra Bischoff erklärte.

Hier noch etwas für Statistikfreunde: In der Samtgemeinde Harpstedt wurden 2017 durch Landwirte rund 100 Hektar an Blühflächen und Wildäckern angelegt. Um Insekten und Wild nicht durch den Straßenverkehr zu gefährden, haben die Landwirte die Blühflächen in diesem Jahr zum Großteil an Gräben oder Waldränder gelegt. In der Samtgemeinde konnten 46 Hektar so bestellt werden. Bereits seit fünf Jahren werde Blühstreifensaatgut aus dem Biotop-Fonds der Jägerschaft Oldenburg/Delmenhorst finanziert.

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