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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Kein Platz mehr für Schnee“

29.08.2018

Harpstedt Schneien, so meinte Carmen Rasche, dürfe es an der Straße Am Forst in Harpstedt künftig nicht mehr. Denn das dort geplante Bauvorhaben sei derart verdichtet, dass kein Platz mehr für Schnee sei. „Jeder Quadratzentimeter“ sei verplant. Für Montagabend hatten Rasche und Karlheinz Poggenburg „im Namen aller Anwohner“ Politik und Verwaltung des Fleckens eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen.

Ausgang offen

Die öffentliche Auslegung der Entwurfspläne für die „Vorhabenbezogene 4. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 8a Tielingskamp/Waldstraße“ werde im September/Oktober stattfinden, kündigte Gemeindedirektor Ingo Fichter an. Über eingehenden Stellungnahmen wird der Rat möglicherweise noch in diesem Jahr entscheiden. Ob er das Projekt unverändert akzeptiert, gilt als offen. „Ich könnte mir vorstellen, dass es kippt“, sagte Horst Bokelmann (fraktionslos).

Worum es geht: Auf einer Fläche von 2800 Quadratmetern, laut Carmen Rasche ursprünglich gedacht für zwei Einfamilienhäuser, will Investor Michael Pomplun drei Baukörper mit zusammen elf Wohneinheiten schaffen. Im Februar hatte der Umwelt- und Planungsausschuss des Fleckens gefordert, dass pro Wohneinheit zwei Kfz-Stellplätze, zusammen also 22, vorzusehen seien. Womit offenbar manch ein Kritiker des Vorhabens nicht gerechnet hatte: Pomplun schaffte es, die 22 Stellplätze auf der Zeichnung unterzubringen. Am 13. August stimmte daraufhin der Verwaltungsausschuss dem angepassten Entwurf zu. Entsprechend solle der Bebauungsplan Nr. 8a (Waldstraße/Tielingskamp) im beschleunigten Verfahren geändert werden, der Entwurf sei öffentlich auszulegen.

Dass viele Nachbarn mit dem Vorhaben nicht einverstanden sind, wurde schon bei der Behandlung im Ausschuss deutlich. Der Charakter der Einfamilienhaussiedlung Waldstraße/Am Forst „wird völlig geändert“, Konflikte unter Bewohnern seien absehbar, prognostizierte Carmen Rasche. Das Bauvorhaben liege quasi in einer Sackgasse, die Zuwegung sei, auch für Rettungsfahrzeuge, „ein Nadelöhr“.

Mit geparkten Fahrzeugen, Stöcken und Trassierband-Schnipseln versuchten die Anwohner darzustellen, wie eng es würde.

Zwei Beispiele: Die Kfz-Stellflächen seien laut Zeichnung 2,50 Meter breit. Bei solchen Maßen werde es den künftigen Nachbarn schwerfallen, „den Cosimax aus dem Wagen zu kriegen“, sagte Rasche. Für breitere Fahrzeuge, etwa SUV, reiche der Platz nicht. Auch zeichne sich ab, dass Fahrzeuge in die Zufahrt hinein geparkt würden – für die es aber ein Wegerecht gebe und die freibleiben müsse.

Ein zweites Beispiel: Um weitere 13 Parkplätze hinter den Baukörpern und parallel zur Bassumer Straße zu erreichen, „brauchen Sie ein Auto, das fast im 45-Grad-Winkel fahren kann“.

Mehrere Parteienvertreter signalisierten Verständnis für die Anliegen der Anwohner. 2,50 Meter Stellplatzbreite seien rechtlich in Ordnung, aber „praktisch nicht umsetzbar“, sagte Bürgermeister Stefan Wachholder. Die Planung wäre „toll“, wenn man sich in Bremen befände, so Klaus Budzin (SPD). „Aber da befinden wir uns nicht.“

Rolf Ranke und Horst Hackfeld (beide HBL) wiesen allerdings darauf hin, dass es im Harpstedter Neubaugebiet durchaus gleiche Festsetzungen für eine verdichtete Bebauung gebe.

Bedauert wurde, dass Michael Pomplun nicht eingeladen worden war.

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706
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