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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Rüge für „Graswüste“ an Straßenrändern

16.05.2019

Harpstedt /Wildeshausen Georg Müller schüttelt mit dem Kopf: „Das hier ist eine Graswüste. Außer ein paar Geranien ist nichts geblieben“, sagt der streitbare Naturschützer aus Ganderkesee – und zeigt auf den Seitenstreifen der Kreisstraße 286 (Sether Mühle) zwischen Havekost und Klein Henstedt. „Es gibt hier kaum noch Rainfarn, Löwenzahn oder Klee. Selbst Wilder Kerbel oder Minze: alles weg!“ Auch wenige Kilometer weiter, am Ortseingang von Harpstedt, und in anderen Bereichen des Landkreises biete sich ein ähnliches Bild: Die Straßenmeistereien würden auf einer Breite von bis zu drei Metern die Seitenstreifen mähen und damit den Lebensraum für viele Arten, insbesondere Insekten, zerstören.

Müller sieht darin einen massiven Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Es verlange, wild lebende Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften sowie ihre Biotope und Lebensstätten zu erhalten. Müller, international anerkannter Experte für Wallhecken, zieht Parallelen zum Insektensterben. Bereits seit Jahrzehnten warne er davor, die natürlichen Wegerandstreifen zu zerstören, so der 67-Jährige. Bislang leider nur mit geringem Erfolg.

Kritisch blickt er auf die Blühstreifen-Programme, die derzeit mit viel Geld aufgelegt werden. Dabei gebe es allein im Landkreis Oldenburg 800 bis 1000 Hektar „Blühstreifen“ an den Seitenrändern der Straßen. Sie würden der Tierwelt reichlich Nahrung bieten. „Stattdessen zerstört man die kleinen Biotope!“ Müller appelliert an die Untere Naturschutzbehörde, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und den massiven Beschnitt nicht mehr zu dulden.

Widerspruch kommt von Horst Dietz, dem Leiter der Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen. „Wir mähen die Seiten nicht nach Lust und Laune.“ Für das klassifizierte Straßennetz, also Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, gebe es einen eindeutig formulierten Leistungskatalog des Bundes. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müsste der sogenannte „Intensivbereich“, also der Seitenstreifen mit Leitpfosten oder Schutzplanken, zweimal im Jahr abgearbeitet werden. Auch die Sichtfelder an Einmündungen müssen frei gehalten werden. Der „Extensivbereich“, beispielsweise Gräben, komme lediglich einmal pro Jahr an die Reihe. In erster Linie gehe es dabei um die Verkehrssicherheit, betont Dietz. Für die Gemeindestraßen habe der strenge Katalog des Bundes aber keine Gültigkeit.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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