• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Haus Marienhude hat neuen Eigentümer

03.01.2017

Hude „Ich liebe alte Häuser“, sagt Hein-Jürgen Thalen. Der Unternehmer aus Neuenburgl führt am Montag mit großer Begeisterung die Teilnehmer eines Pressegesprächs durch das Haus Marien­hude. Er erläutert seine Pläne, die er in dem denkmalgeschützten Objekt und auf dem dazugehörigen Parkgelände umsetzen will. „Alles in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz“, sagt der Geschäftsführer der Blinkfüer Grundstücksgesellschaft mbH.

Blick in ein Haus mit Geschichte: Das große Kaminzimmer der Villa Bornemann. BILD: Klaus Derke
Das alte Kutscherhaus: Es soll künftig als Gemeinschaftsanlage genutzt werden können. BILD: Klaus Derke
Einfach schön: Die Villa Bornemann mit ihren vielen Erkern und Balkonen, hat viel Reizvolles zu bieten. BILD: Klaus Derke
Blick in eines der Kaminzimmer im Erdgeschoss: Schränke und Wandverkleidungen stammen wohl von 1905. BILD: Derke

Die Villa Bornemann in Hude: ein Haus mit Geschichte

1905 baute Architekt Hermann Deetjen die Villa mit ihren 22 Zimmern, mehreren Kaminen, fünf Bädern und zwei Wintergärten für den Fabrikanten Georg Bornemann und seine Familie. Es gibt rund 600 Quadratmeter Wohnfläche auf einem rund 22 000 Quadratmeter großen Park- Grundstück. Bornemann betrieb in Hude eine Fabrik, die Benzin herstellte. Nach seinem Herstellungsort nannte er es damals „Hudolin“.

1928 starb Georg Bornemann. Im selben Jahr wurde auch die Benzin-Produktion in Hude eingestellt. Tochter Leni mit ihrem Mann Otto Meyer übernahmen die Villa. Im Zweiten Weltkrieg und danach fanden hier zahlreiche Flüchtlingsfamilien Unterschlupf.

1964 wurde die Villa Bornemann schließlich durch den Auktionator Degen an die Innere Mission verkauft, die das Haus lange Jahre als Alten-Erholungsheim nutzte.

1985 wurde das Haus Marienhude dann als Bildungsstätte für den Zivildienst vom Diakonischen Werk weiter betrieben.

2011 gab das Diakonische Werk die Einrichtung, in der viele Tausend junge Menschen auf ihren freiwilligen sozialen Einsatz vorbereitet wurden, zum 1. Juli auf, weil der Wehr- und Zivildienst ausgesetzt wurde.

2013 im Dezember fiel die knappe Entscheidung des Rates, die Villa zu kaufen und die Vermarktung selbst zu übernehmen.

2017 übernimmt die Firma Blinkfüer die alte Villa.

Ende Dezember 2016 wurde der Kaufpreis von 935 000 Euro auf das Konto der Gemeinde Hude, der bisherigen Eigentümerin, überwiesen. Am Montag übernahm Thalen den Schlüssel.

Ein Langer Weg

„Es war ein langer Weg, aber am Ende erfolgreich“, betonte Bürgermeister Holger Lebedinzew bei der Schlüsselübergabe. In der Tat waren es drei lange Jahre. Ende 2013 hatte der Rat mit knapper Mehrheit beschlossen, das Haus Marienhude selber zu erwerben, um die Hand darauf zu haben, was mit diesem besonderen Schmuckstück werden soll. Der Kauf der Villa durch die Gemeinde war umstritten.

Konzept überzeugt

Intention war, einen neuen Eigentümer zu finden, der die Villa der Öffentlichkeit zugänglich belässt und sie nicht nur für private Zwecke nutzt. Nach entsprechender Ausschreibung überzeugte am Ende das Thalen-Konzept.

„Ein Kapitel ist zu Ende, ein neues kann beginnen“, sagte Lebedinzew am Montag. Er sprach von einem „außerordentlich erfreulichen Projekt“.

Hein-Jürgen Thalen erinnerte an nicht ganz einfache Verhandlungen. Der Bürgermeister habe die Interessen der Gemeinde sehr gut vertreten. Er dankte unter anderem Lebedinzew sowie Wirtschaftsförderer Roland Arndt. „Unser Ziel ist es nun, aus dieser Villa etwas zu machen“, so Thalen. Und er ist überzeugt, dass es klappt.

Tagespflege

Tagespflege im Erdgeschoss, betreutes Wohnen für alle Generationen in den oberen Etagen, das sind die Pläne. Jetzt geht’s ins Detail. Gespräche mit möglichen Betreibern laufen laut Thalen.

betreutes Wohnen

„Alte Gebäude sind immer eine Herausforderung“, so der Unternehmer. Er hat nach eigenen Angaben schon einige alte Häuser saniert, kennt die baulichen Probleme und die Denkmalschutzauflagen. Mit der Unteren Denkmalbehörde (Landkreis Oldenburg) habe es von Anfang an eine gute Zusammenarbeit gegeben.

Wichtige Themen sind Brandschutz und Energieeinsparung. „Es gibt viel zu tun, aber davor habe ich keine Angst“, sagt Thalen beim Rundgang. Schnell wird deutlich, welche Faszination dieses alte Haus auslöst.

Auch eine denkmalgerechte Lösung für die Barrierefreiheit erforderlichen Aufzug vom Keller bis unters Dach werde sich finden lassen, so Thalen.

33 neue Wohneinheiten

Damit sich das ganze Projekt wirtschaftlich rechnet, werden am Rande des Parks drei Mehrfamilienhäuser für generationenübergreifendes und betreutes Wohnen errichtet, ebenfalls in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde.

Es werden moderne Bauten sein, aber relativ zurückhaltend, wir Architekt Michael Klosner berichtet. 33 Wohneinheiten sind geplant.

LzO finanziert

Die Finanzierung übernimmt die LzO. Firmenkundenberater Roland Janßen sagte bei der Schlüsselübergabe, dass das Projekt von Thalen das Kreditinstitut überzeugt habe. Es werden wohl einige Millionen sein, die am Ende zu investieren sind. Genau wollte sich Thalen dazu am Montag noch nicht festlegen.

Gut erhalten

Ab sofort übernimmt der neue Eigentümer die Nebenkosten, die bislang die Gemeinde trug, um das Haus in einem bewohnbaren Zustand zu halten. Das ist ihr gelungen. Nichts riecht muffig. „Dazu mussten wir im Winter natürlich auch die Heizung anstellen“, sagt Bürgermeister Lebedinzew.

Kostendeckend

Lebedinzew betonte, dass mit dem Kaufpreis von 935 000 Euro auch die im Verlauf der drei Jahre angefallenen Unterhaltungskosten abgedeckt seien. So sei das Ziel erreicht worden, die Villa kostendeckend (damaliger Kaufpreis 840 000 Euro, plus angefallene Unterhaltungskosten) weiter zu veräußern. Mehr wolle man auch gar nicht, die Gemeinde sei schließlich kein Immobilienmakler.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Rufen Sie mich an:
04408 9988 2721
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.