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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bei ihr geht es um die Wurst

03.11.2018

Heide In der Realschule in Bookholzberg waren sie in einer Klasse, und anstatt dem Unterricht zu folgen, konnten sie die Augen nicht voneinander lassen. Noch in ihrer Schulzeit wurden beide ein Paar. Heute, 35 Jahre später, sind sie immer noch ein „Dreamteam“ – und das nicht nur im privaten Bereich. Seit fast 20 Jahren leiten Hergen und Sabine Kämena (52) die Geschicke von „Müllers Wurst-Diele“.

Sabine ist mit dem elterlichen Betrieb groß geworden. Ihre Eltern Heinz und Hannelies Müller gründeten 1963 ihre Fleischerei „Müllers Wurst-Diele“ mit ihrem ersten Geschäft in Heide, und schon 1965 war „Müllers Wurst-Diele“ in allen Inkoop-Märkten in der Umgebung vertreten. Selbstständig, das bedeutet auch „selbst“ und „ständig“. Das bekam auch Sabine zu spüren, wenn ihre Eltern nicht immer Zeit für sie und ihren jüngeren Bruder hatten.

Gerne hätte Sabine das Reiten intensiver betrieben, aber ihre Eltern mussten sich um den Betrieb kümmern. Sabine ließ sich nicht entmutigen und wechselte ganz einfach die Sportart. Bei der TS Hoykenkamp spielte sie in ihrer Jugend Handball und das recht erfolgreich. In einem kleinen Ort wie Heide ist es üblich, dass die Jugend am Dorfleben teilnimmt, und Sabine war da keine Ausnahme. Im Schützenverein stellte sie unter Beweis, dass sie nicht nur beim Handball treffsicher ist. Auf der Ehrentafel mit den Jugendkönigen ist der Name „Sabine Müller“ ebenfalls vertreten. Heute ist sie allerdings „nur“ noch passives Mitglied. Später war sie auch bei der Landjugend Ganderkesee mittendrin und nicht nur still dabei.

Sabine war und ist gerne unter Menschen, aber manchmal zieht sie sich zurück, um mit Pinsel und Farben eines ihrer Bilder entstehen zu lassen. Schon viele Gäste, die beim Ehepaar Kämena zu Besuch waren, konnten ihre künstlerischen Fähigkeiten bewundern. Ihr Schulpraktikum absolvierte sie in einer Gärtnerei als Floristin, denn auch hier konnte sie ihre kreative Ader ausleben. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erinnert sich Sabine. Wer weiß, vielleicht hätte sie heute schon ihr eigenes Floristikgeschäft, wenn ihr Bruder nicht signalisiert hätte, dass er den elterlichen Betrieb nicht übernehmen werde.

Sabine hatte ihre Eltern schon während der Schulzeit gern unterstützt und so machte sie nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin. „Das ist ein sehr vielseitiger Beruf und ich mag Menschen um mich. Alleine in einem Büro sitzen, das wäre nichts für mich.“ Sie begann ihre Ausbildung im elterlichen Betrieb und das hatte auch den Vorteil, dass sie ihren Hergen ganz in ihrer Nähe hatte. Denn der absolvierte gleichzeitig seine Ausbildung als Fleischer bei ihrem Vater.

Nach der Ausbildung sammelten Sabine und Hergen gemeinsam ein Jahr praktische Erfahrung in einem Fleischereibetrieb in Cuxhaven. „Das war das erste und bisher einzige Mal, dass ich außerhalb meiner Heimat Heide war“, sagt Sabine lächelnd. Nach zwei Jahren ging es wieder zurück und Sabine übernahm die Fleischabteilung im neu eröffneten Inkoop-Markt in Harpstedt. „Ich habe dann aber auch in allen anderen Filialen gearbeitet“, erzählt Sabine.

1990 war es dann soweit, Sabine und Hergen trauten sich. Mit Tochter Carina (26) und Sohn Marten (23) vergrößerte sich die Familie. Zwei Kinder und die Oma mussten versorgt werden und dazu kam dann auch noch der Betrieb. „Mein drittes Kind“, wie Sabine scherzhaft bemerkt. 1999 gaben ihre Eltern das Familienunternehmen an Tochter Sabine und Schwiegersohn Hergen weiter. „Hergen ist der Geschäftsführer und somit mein Chef“, so Sabine lächelnd. Mittlerweile ist „Müllers Wurst-Diele“ der einzige produzierende Fleischereibetrieb in Ganderkesee. Viele Jahre war Sabine auch im Prüfungsausschuss für junge Fleischereifachverkäuferinnen. „Leider ergreifen immer weniger diesen schönen Beruf“, bedauert Sabine.

Ihre knappe Freizeit gehörte viele Jahre natürlich ihren Kindern. Während Hergen Sohn Marten zum Fußball beim VfL Stenum begleitete, war Sabine auf vielen Reitturnieren. Tochter Carina ist eine begeisterte und erfolgreiche Springreiterin. Mittlerweile sind die Kinder erwachsen, aber wenn Not am Mann ist, sind die Eltern natürlich immer da. Sohn Marten zum Beispiel ist mit den Adelheidern beim Faschingsumzug aktiv. „Da male ich schon einmal das eine oder andere Teil oder nähe das Kostüm für Marten“, erzählt Sabine.

Gerne geht sie auch ins Fitnessstudio, bringt ihren Garten auf Vordermann oder macht mit ihren Freundinnen eine Städtetour. Natürlich freut sie sich auch auf die gemeinsamen Urlaube mit ihrem Hergen, aber das geht meistens „nur“ für eine Woche, weil dann der Betrieb mit den 80 Mitarbeitern wartet. Sabine kennt übrigens alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Namen, eben ein echter Familienbetrieb. „Im Moment ist unser Leben unsere Arbeit“, gesteht Sabine.

Wenn sie einmal den Betrieb an die nächste Generation weitergegeben hat, dann möchte Sabine sich in irgendeiner Form ehrenamtlich engagieren. Und eines steht für sie fest: Zusammen mit ihrem Hergen möchte sie dann auf „Gut Nutzhorn“ wohnen. Dieses früher adelige Gut hatten ihre Eltern 1986 käuflich erworben.

Sabine Kämena,Mit-Inhaberin von Müllers Wurst-Diele in Heide

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