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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Im Osten wird das Land immer trockener

16.04.2019

Heide Hans Marquard lächelt, wenn er von seinem Zuhause erzählt. Ein versteckter Hof am Tannenweg, am Rand der Gemeinde, umgeben von Weiden. Der nächste Nachbar ist 150 Meter weit weg, lediglich ein unbefestigter Treckerweg führt hierhin. „Viel Besuch bekommen wir nicht“, schmunzelt der 89-Jährige.

In Ganderkesee zuhause

Auch wenn das nahe Delmenhorst – der Grundstücksgraben bildet die Gemeindegrenze – zum Einkaufen genutzt wird, fühlt sich das Ehepaar der Gemeinde Ganderkesee verbunden. „Ich bin auf dem Land zuhause“, sagt er, „und Zuhause ist das, wo man denkt: ,Da gehöre ich hin.’“ Woanders zu wohnen, kam für ihn nie in Frage. Lange war er Mitglied im Schützenverein Schönemoor und dem Kameradschaftsbund, „aber in letzter Zeit komme ich da gar nicht mehr hin“, bedauert Marquard. Das Leben findet jetzt auf seinem Hof statt.

Geboren wurde er 1928 in Delmenhorst. Schon als kleines Kind besuchte er gerne die Großeltern am Tannenweg. Als er fünf Jahre alt war, verstarb sein Vater und Hans zog gemeinsam mit seiner Mutter auf den großelterlichen Hof, wo er heute lebt.

50 Jahre bei einer Firma

Hauptberuflich hatte er jedoch anderes im Sinn und schloss eine Ausbildung zum Landmaschinenschlosser ab. „Ich habe 50 Jahre bei Atlas Weyhausen gearbeitet“, erinnert er sich. Von der Region hat er in dieser Zeit einiges gesehen: „Ich war viel als Monteur unterwegs, in der Wesermarsch und in Ostfriesland.“ Dazu kamen große Messen in Hannover oder München.

Bei Atlas lernte er auch seine Frau Elfrieda kennen. „Ich habe da den Haushalt gemacht“, erklärt sich die 87-Jähringe, die aus Weyhausen bei Gifhorn stammt. Insgesamt 27 Jahre lang war sie in dem Unternehmen beschäftigt, kümmerte sich aber auch um den Hof und die Kinder – einen Sohn, eine Tochter. Diese sind, genau wie ihre Eltern, der Heimat verbunden geblieben: Die Tochter wohnt mit ihrer Familie in Bookholzberg, der Sohn im elterlichen Haus.

1993 trat Hans Marquard in den Ruhestand, aufgehört zu arbeiten hat er nicht. „Kein Akkord, aber immer in Bewegung“, sagt er. Der Hof mit rund vier Hektar Land war nie sehr groß, zu tun gab es aber stets genug. „Die Landwirtschaft war der Nebenerwerb.“

Land hat sich verändert

Tiere halten seine Frau und er immer noch. „Enten, Hühner, Pfaue“, zählt er auf. Zwei Kühe gehören immerhin noch dazu. „Das waren mal mehr, aber wir haben etwas Pech gehabt, viele Rinder sind in den letzten Jahren gestorben“, erinnert Hans Marquard sich. Einen eigenen Gemüsegarten bewirtschaftet das Paar ebenfalls noch. „Wir hatten letztes Jahr wunderschöne Bohnen“, schwärmt Elfrieda. Grund sei der gute Sandboden. „Wenn man den richtig wässert, dann wächst da auch was.“

Der extreme Sommer im vergangenen Jahr erforderte enorme Mengen Wasser, aber das Ehepaar beobachtet eine generelle Veränderung im heimatlichen Boden. „Als wir geheiratet haben, war alles um uns herum Ackerland“, erklärt Elfrieda, „seitdem der Baggersee nebenan ausgehoben wurde, ist es hier merklich trockener geworden.“ Dass sie am Tannenweg selten Besuch bekommen, stört die Marquards nicht. „Man gewöhnt sich dran“, lacht Elfrieda. „Als unser alter Zeitungsausträger gestorben ist, kam der neue an und sagte, ihm sei der Weg zu schlecht“, erzählt sie.

Früh Aufstehen macht fit

Danach fuhr sie lange Zeit jeden Tag selbst mit dem Fahrrad zur nächsten Poststelle, um die Zustellungen abzuholen. „Jetzt geht das nicht mehr“, räumt sie ein, denn seit einem Sturz mache ihr der Rücken zu schaffen. Den Grund für die Fitness des Ehepaars weiß Elfrieda aber: „Das kommt davon, dass wir jeden Tag früh aufgestanden sind und gearbeitet haben.“

Diese NWZ-Serie stellt die Bewohner an den äußersten Punkten der Gemeinde im Norden, Süden, Osten und Westen vor.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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