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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Historisches Rätsel offenbar gelöst

21.04.2012

SCHLUTTER „Das passt.“ Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries nickte. Anhand neuer Erkenntnisse sei davon auszugehen, dass der Standort einer historisch erwähnten Burg von Schlutter gefunden ist: am östlichen Ufer der Delme nördlich der Straße Schlutterdamm (Flurname: Die Gänseweide). Am Freitag traf sich die Bezirksarchäologin mit den Heimatforschern Dirk Zoller (Rastede) und Georg Müller (Ganderkesee) sowie Vertretern des Ochtumverbandes an dem historischen Ort, um sich auf Maßnahmen zur Sicherung zu verständigen.

Rückblick. Die Frage, wo die im 13. Jahrhundert errichteten und im selben Jahrhundert zerstörten Schlutteraner Burgen gestanden hatten, war bislang strittig. Mehrere Standorte wurden für denkbar gehalten.

Nach der NWZ -Berichterstattung über Schlutter und seine Burg-Geschichte hatten sich Georg Müller und Dirk Zoller, laut Fries „ein langjähriger Burgenforscher“, zur Zusammenarbeit entschlossen. Unter anderem werteten sie historische, teils im 17. Jahrhundert gefertigte Landkarten aus. Darauf ist im Bereich der „Gänseweide“ ein graftähnlicher, fast kreisrunder Delme-Arm direkt am Bachlauf eingezeichnet.

Ferner suchte Zoller am 7. April vor Ort. Er fand unter anderem Keramik – die Fries dem Mittelalter zuordnete.

Aufgrund von Fotos der Örtlichkeit, die Zoller nach Oldenburg gesandt hatte, wurde die Bezirksarchäologin aufmerksam auf die Erdarbeiten, die der Ochtumverband an dieser Stelle ausführt. Der Hintergrund: Im Jahr 1999, so berichtete Verbandsvorsteher Heiko Stubbemann, sei dort ein Sandfang in die Delme eingebaut worden. Der Sand wird in Abständen ausgebaggert und abgefahren.

Um das Denkmal im Boden zu sichern und eine ungewollte Verdichtung zu vermeiden, verständigte man sich vor Ort, auf die Gänseweide etwa 50 Zentimeter Boden aufzufahren. Diese Schicht soll als „Puffer“ dienen. Eine Grabung, die den „letzten Beweis“ für die Burg an dieser Stelle bringen könnte, ist nicht beabsichtigt.

Unklar, so hieß es, bleibe, ob auch ein zweites, etwa 500 Meter delmeaufwärts gelegenes Areal einmal Burg-Standort war. Hier ist eine Unterschutzstellung angedacht.

Die Burgherren von Schlutter hatten mit ihren Befestigungsanlagen nicht viel Glück. Die erste historisch belegte Burg wurde 1213 von Erzbischof Gerhard I. von Bremen errichtet und 1230 von den Stedingern zerstört. Die zweite Befestigungsanlage entstand 1232 durch Gerhard II., sie wurde 1233 von den Stedingern zerstört.

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

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