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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Hobby und Beruf vereint

07.09.2013

Vor vielen Jahren hatte jede Ortschaft in der Gemeinde Ganderkesee noch ihren eigenen Landvolkverband. Da im Laufe der Zeit immer mehr Landwirte ihren Betrieb aufgegeben haben, gibt es seit eineinhalb Jahren nur noch einen Landvolkverband, der die Interessen der Landwirte wahrnehmen soll.

Vorsitzender dieses Verbandes ist Cord Wübbenhorst (47) aus Hohenböken. „Wie bist Du denn zu diesem Ehrenamt gekommen?“, war gleich meine erste Frage. „Ich war ein großer Befürworter, dass wir mit nur einem Landvolkverband in der Gemeinde unsere Kräfte stärker bündeln können. Als ich dann gefragt wurde, ob ich den Vorsitz übernehmen wollte, konnte ich schlecht Nein sagen.“

Seit vielen Generationen wird auf dem Hof von Wübbenhorsts in Hohenböken Landwirtschaft betrieben. Immer wieder merke ich in unserem Gespräch, dass Cord mit Leib und Seele Landwirt ist. „Mein großes Hobby ist gleichzeitig mein Beruf.“ Schon als kleiner Junge gab es für ihn nichts Schöneres, als auf dem Trecker zu sitzen und seinen Eltern auf dem Hof zu helfen. Genauso gerne wie auf dem Trecker, turnte er auf den Rücken der Pferde – beim Voltigieren. „Mit 15 Jahren war ich noch alleine unter den ganzen Mädels, und da habe ich dann aufgehört“, erzählt Cord mir.

Für Cord und seine drei Schwestern war klar, dass er einmal den Hof übernehmen würde. So absolvierte er nach der Realschule seine landwirtschaftliche Ausbildung. Von den drei Ausbildungsjahren verbrachte er zwei auf anderen Betrieben, bei denen er auch in dieser Zeit wohnte. „Hier habe ich nicht nur viel Fachliches gelernt, sondern auch den Umgang innerhalb der Familie.“

An seine Zeit bei der Bundeswehr erinnert sich Cord gerne zurück, denn er war in Dünsen bei der Fahrbereitschaft für die Amerikaner. „Hier konnte ich meine dürftigen Englischkenntnisse aus der Schule verbessern.“ Diese sollten ihm noch zugute kommen, denn Reisen ist eine seiner Leidenschaften. Nicht, um am Strand zu liegen oder die Kultur eines Landes zu studieren, sondern um Land, Leute und vor allen Dingen die dortige Landwirtschaft kennenzulernen.

Unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ unternahm er mit seinem Kumpel Axel in jungen Jahren eine Tour durch Florida. Da kam es auch vor, dass im Auto übernachtet wurde – sogar in einem Viertel, das für seine vielen Verbrechen berüchtigt war. Cord kennt von seinen Reisen nicht nur die Bedingungen seiner Berufskollegen in den USA, sondern auch in Kanada, Italien und seit einigen Wochen auch die in Russland.

Einmal im Jahr heißt es aber auch für Cord: Ausspannen. Dann fährt er mit Ehefrau Bärbel und seinen Töchtern Beeke (16) und Jette (9) auf eine Insel. Beliebte Urlaubsorte sind die Nordseeinseln. „Mein Beruf hat noch einen weiteren, ganz wichtigen Vorteil: Ich bin immer mit meiner Familie zusammen. Ich genieße es, wenn meine Kinder um mich herum sind“, schwärmt Cord.

Seine beiden Töchter haben mit Schafen, Ziegen und Ponys schon ihren eigenen kleinen privaten Zoo. „Sollte eine meiner Töchter den Hof weiterführen, würde ich mich freuen. Wenn nicht, dann ist es auch o.k.“, so Cord Wübbenhorst.

Als sein Vater Gerd Wübbenhorst 66 Jahre war, gab er den Hof an Cord ab, und der war zu der Zeit 25 Jahre. Waren früher auf diesem Hof noch Kühe, Pferde und Schweine, so hat sich Cord neben dem Ackerbau ganz auf die Bullenmast spezialisiert. „Bullen sind aber nicht ungefährlich“, stelle ich fest. „Manche sind Fallschirmspringer und ich mäste Bullen“, sagt Cord lächelnd.

„Hat die heutige Landwirtschaft den Stellenwert, den Du Dir wünschst?“, war meine letzte Frage. „Finde ich nicht. Viele meinen, sie müssten über Landwirtschaft reden und urteilen, und dabei haben viele von denen keinen landwirtschaftlichen Sachverstand.“

Cord Wübbenhorst,Vorsitzender des Ortslandvolkverbands Ganderkesee

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