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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kreis-Umweltausschuss: Bei Buchenreihe noch nichts auf der Reihe

01.11.2018

Hockensberg /Wildeshausen Eva-Maria Langfermann hatte es wohl geahnt: „Das ist keine Abwägung, die leicht fällt“, sagte die Leiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg, als es um die Zukunft der „sehr imposanten Buchenreihe“ an der Iserloyer Straße (K 237) in Hockensberg ging. Letztlich ist die Kreisverwaltung in der Gesamtbetrachtung und Abstimmung mit der Gemeinde Dötlingen zu dem Schluss gekommen, die kränkelnden Bäume zu fällen und nach dem Ausbau der Kreisstraße und dem Neubau des Radwegs eine Ersatzanpflanzung vorzunehmen. Für diese Abwägung hat es im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Kreises am Dienstagabend aber keine Unterstützung gegeben.

In einer teils unübersichtlichen Gemengelage von Fakten und Vermutungen kamen die Politiker schließlich zu dem Schluss: Thema vertagen und erstmal vor Ort selbst die Bäume anschauen. Das geschah einstimmig.

Auslöser der Beratung war ein Vorstoß des Heimatvereins Hockensberg gewesen. Er hatte im Sommer beantragt, sowohl die Buchenreihe als auch die nahe Friedenseiche als Naturdenkmal auszuweisen. Es handele sich um eine landschaftsbildprägende Baumreihe auf rund 600 Metern zwischen der Abzweigung Brakland und der B 213. Im Oktober stellte Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag, der das Ansinnen der Hockensberger unterstützte. Der Ausbau der K 237 (und damit das Fällen der Buchenreihe) ist nach jetzigem Stand der Planung für die Gemeinde Dötlingen von hoher Bedeutung: Hierüber soll nämlich die Erschließung des geplanten Gewerbe- und Industriegebietes laufen, das von den Hockensbergern strikt abgelehnt wird.

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Am Tag der Sitzung ließ der Heimatverein den Ausschussmitgliedern noch eine Stellungnahme des Dötlingers Dr. Folkhard Steenken zum Zustand der Buchen zukommen. Da wird die Vitalität der Bäume wesentlich positiver beurteilt als im Gutachten des Landkreises von Dr. Scherer (aus den Jahren 2012 und 2014). Mehrere Kreistagspolitiker sprachen gar von einem „zweiten Gutachten“, das vorliege. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Marcus Martens, stellte später klar, dass es sich um eine Stellungnahme handele. Ein offizielles Zweit-Gutachten eines amtlich bestellten Sachverständigen habe der Verein aber inzwischen bei Gutachter Helmut Titschack aus Hude in Auftrag gegeben. Das Ergebnis läge noch nicht vor.

Im Ausschuss überwog der Tenor, dass noch Informationen für die Entscheidung fehlen würden und auf alle Fälle vor dem Fällen der Bäume zunächst ein Ortstermin erfolgen solle. Dabei gab es auch Stimmen, die vor hohem Aufwand warnten und an Ende könnten die Bäume doch nicht gerettet werden.

Amtsleiter Dieter Hahn erinnerte daran, dass schon seit langem die Planung für die Behebung des „miserablen Zustands“ der Kreisstraße an dieser Stelle laufe. Ebenso sei der Lückenschluss im Radwegenetz ein altes Thema. Bei jeglichen Baumaßnahmen würden die Bäume weiter beeinträchtigt. „Es gibt Handlungsdruck“, stellte Hahn klar, „unabhängig von der Planung der Gemeinde für ein Gewerbe- und Industriegebiet“. Auch Langfermann betonte, dass die Bäume bei Bauarbeiten so gestresst würden, dass sie das nicht überstehen würden. Sie verwies zudem auf die Absprachen mit der Gemeinde Dötlingen und deren Planungshoheit. Das beratende Mitglied Bernd Lögering meinte: „Mit der Buchenreihe sind wir früher oder später in der Sackgasse.“

Der Ausschuss verständigte sich gleichwohl auf das Vertagen des Antrags auf Aufnahme der Buchenreihe in die Liste der Naturdenkmale, ebenso bei der Friedenseiche.

Später in der Einwohnerfragestunde ergriff die Dötlinger Ratsfrau Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) das Wort. Sie sagte, dass der Dötlinger Rat beschlossen habe, die Bäume zu schützen, wenn es möglich sei. „Unsere Verwaltung sagt, der Landkreis wolle die Bäume weghaben Der Landkreis sagt, die Gemeinde will sie weghaben“, sah sie ein Schwarze-Peter-Spiel.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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