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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Deutsch lernen an der Apfelsaftpresse

06.10.2017

Hollen Wenn gar nichts mehr geht, springt Hauswirtschafterin Seher Hamdan als Arabisch-Dolmetscherin ein – aber eigentlich sollen sich die kleinen Teilnehmer des Sprachlerncamps im Umweltzentrum (RUZ) Hollen auf Deutsch austauschen. Die zweite Woche der Herbstferien werden 21 Mädchen und Jungen zwischen sechs und neun Jahren gemeinsam in Hollen verbringen, um dort ihre Sprachkompetenz zu verbessern.

Das dritte Jahr in Folge veranstaltet das Umweltzentrum das Sprachlerncamp zusammen mit der Bürgerstiftung Ganderkesee. „Es ist zu einem echten Erfolgsmodell geworden“, freut sich RUZ-Geschäftsführerin Marina Becker-Kückens.

2018 geht’s weiter

Das haben die Organisatoren vor Kurzem auch aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung zurückgemeldet bekommen: Die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth bescheinigte dem Camp in einem persönlichen Schreiben Modellcharakter, wie Klaus Fuchs vom Vorstand der Bürgerstiftung Ganderkesee berichtet. Und noch eine gute Nachricht kann Fuchs vermelden: Für 2018 habe der Bund bereits eine Förderung in Höhe von 9700 Euro zugesagt.

Die Bürgerstiftung hatte sich zuvor um Mittel aus dem Programm „500 Landinitiativen“ beworben, das ehrenamtliches Engagement bei der Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum unterstützt. „Wir bekommen fast die Höchstförderung“, sagt Fuchs.

Etwa 12 000 Euro beträgt laut den Organisatoren der Finanzbedarf des sechstägigen Camps. In diesem Jahr wird der Löwenanteil zum dritten und letzten Mal von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung getragen. Auch Landkreis und Gemeinde, die Klosterkammer Hannover, die Bürgerstiftung selbst sowie zahlreiche Firmen und Organisationen unterstützen das Projekt.

Hoher Personalbedarf

Der Personalbedarf ist hoch, wie Claudia Kay berichtet. Die RUZ-Mitarbeiterin leitet das Sprachcamp zusammen mit Astrid Fuchs von der Bürgerstiftung. Insgesamt 20 RUZ-Mitarbeiter, Studenten und pensionierte Lehrerinnen, davon auch Fachkräfte für Deutsch als Fremdsprache, betreuen die Kinder. „Das ist auch Integration“, sagt Astrid Fuchs über die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die Teilnehmer des Camps kommen aus allen sechs Grundschulen der Gemeinde. Dort haben die Veranstalter auch diesmal wieder für das Projekt geworben und insbesondere Lehrkräfte auf das Angebot aufmerksam gemacht. Sie bilden die Schnittstellen zu den Familien.

Der Sprachunterricht im RUZ in der kommenden Woche wird wieder an viele praktische Erfahrungen und auch jede Menge Bewegung gekoppelt sein: Auf dem Programm stehen etwa die Herstellung von Apfelsaft, das Kochen, Trommeln-Basteln, eine Schatzsuche im Wald und viele Spiel- und Bewegungsangebote. Den Abschluss des Camps bildet dann am Samstag ein großes Fest, zu dem auch die Familien der Kinder eingeladen sind.