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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Ausbildung: Eine Vorreiterin in Teilzeit-Ausbildung

17.11.2017

Hoykenkamp /Landkreis Es gibt sie, diese Vorreiter, die unauffällig Neues etablieren. Sarah Ahrens (26) ist eine von ihnen. Die Mutter eines vierjährigen Sohnes macht eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Soweit nicht sonderlich ungewöhnlich, allerdings nutzt die Huderin die Möglichkeit der Ausbildung in Teilzeit. Diese gibt es bereits seit 2005, bis heute ist diese Option aber wenig bekannt. Nur fünf Personen nutzen im gesamten Landkreis Oldenburg aktuell diese Möglichkeit, erklärt die zuständige Industrie- und Handelskammer auf Nachfrage der NWZ.

„Für mich waren zwei Sachen klar“, sagt Sarah Ahrens im Gespräch mit der NWZ. „Ich will unbedingt eine Ausbildung machen. Aber Vollzeit ist nicht möglich.“ Also bewarb sie sich vor drei Jahren Initiativ bei der Firma Neuhaus Neotec. Und trat damit eine Premiere in dem seit 1975 in Hoykenkamp ansässigen Unternehmen los.

Rückhalt ist wichtig

„Wir hatten vor Frau Ahrens noch nie eine entsprechende Anfrage“, erinnert sich Ronny Witte (34), der als Ausbildungsleiter für die Auszubildenden zuständig ist. Und auch seitdem war unter allen Bewerbungen genau eine weitere, die sich für eine Ausbildung in Teilzeit interessierte. „Wir haben Frau Ahrens damals eingeladen“, erinnert sich Ronny Witte, „um uns ein Bild von ihr und ihrer Situation zu machen.“ Und da überzeugte Sarah Ahrens, auch aufgrund ihrer eigenen Vorbereitung. „Durch meinen Ehemann und meine Familie kann ich auf Hilfe zurückgreifen“, erklärt sie. Das habe sie schon bei der Bewerbung durchdacht und auch so kommuniziert.

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Neuhaus Neotec ließ sich, wohl auch aufgrund des überzeugenden Auftretens von Sarah Ahrens, auf diese Premiere ein. „Es ist natürlich eine Umstellung“, gesteht Ronny Witte. Dies habe aber vor allem mit Kommunikation zu tun: Die Auszubildenden bei Neuhaus Neotec durchlaufen verschiedene Stationen im Unternehmen. „Da müssen dann die Ausbildungsinhalte in etwas kürzerer Zeit vermittelt werden“, so Ronny Witte. Denn die Teilzeit findet im Unternehmen statt: Sarah Ahrens arbeitet nur 30 Stunden in der Woche – und muss sich auf pünktlichen Feierabend verlassen können, da es sonst mit der Betreuung ihres Sohnes schwierig wird.

„Eine Reduzierung der Berufsschulstunden ist nicht vorgesehen“, so Ronny Witte. „Und das würde ich auch nicht sinnvoll finden“, ergänzt Sarah Ahrens. Sie absolviert bei Neuhaus Neotec nicht nur eine Teilzeit-Ausbildung, diese ist zudem noch indirekt verkürzt. Ihre Ausbildung dauert, bei 30 Wochenstunden, drei Jahre. Alternativ wäre auch eine vierjährige Ausbildung bei 30 Wochenstunden möglich gewesen.

Nicht nur Alleinerziehende

„Die Teilzeitausbildung richtet sich vor allem an Mütter oder Väter, die neben der Kindererziehung eine solide Ausbildung haben wollen“, weiß auch Claudia Becker von der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft in Oldenburg. „Gerade bei Alleinerziehenden ist das ein riesen Thema“, so Claudia Becker weiter. Aber auch andere Gruppen, zum Beispiel alle, die Angehörige zu pflegen haben, könnten von dieser Möglichkeit profitieren. Es gebe aber, wie auch bei Vollzeitausbildungen, häufig ein „Matchingproblem“. Das bedeutet, dass Auszubildende und Unternehmen nicht immer zusammenfinden. „Es ist für beide Seiten schon herausfordernd“, so Claudia Becker. Aber es würde sich auch lohnen – sowohl für die Auszubildenden als auch für die Unternehmen.

Der soziale Aspekt spielte bei Neuhaus Neotec natürlich auch eine Rolle, aber entscheidend war das „Matching“: „Man muss schon gucken, mit wem man sich auf so ein Experiment einlässt“, erklärt Ronny Witte. Wenn das aber passt, gewinne man verantwortungsbewusste und engagierte Auszubildende. Die Vorteile, aber auch die gestiegenen Ansprüche an die Flexibilität der Unternehmen sieht auch Michael Bruns, Pressereferent der Industrie- und Handelskammer Oldenburg, als wichtige Elemente der Ausbildung in Teilzeit. Und: „Durch die Teilzeitregelung ergeben sich auch Ausbildungschancen für kleinere Betriebe“, ist er sich sicher.

Dafür müssen die Betriebe aber erstmal von dieser Möglichkeit wissen. Das ist trotz Beratung durch die IHK, durch Teilzeitmessen wie die der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft oder durch Informationen durch die Agentur für Arbeit noch nicht überall der Fall. Auch Sarah Ahrens hat mehrere Bewerbungen geschrieben und zu jeder einen Informationszettel über Teilzeitausbildung beigelegt. „Bei vielen kam dann die Rückmeldung, dass sie von dieser Möglichkeit noch gar nichts wussten“, erinnert sie sich. „Viele haben das aber auch von vorneherein ausgeschlossen.“

Interesse wächst

Diese Form der eigenen Vorbereitung und des eigenen Engagements sieht auch Claudia Becker als einen Weg zum Erfolg: „Teilzeitausbildungen werden in der Regel nicht ausgeschrieben“, betont sie. „Auch wenn das Interesse bei Unternehmen wächst.“ Daher sei Initiative gefragt. Für Sarah Ahrens hat sich diese Initiative gelohnt. „Und wenn sich ein Unternehmen darauf einlässt, dann sollte man die Chance auch bewusst und möglichst gut nutzen“, betont Sarah Ahrens. Das gelte zwar für jede Ausbildung, aber gerade bei dieser Sonderform vielleicht noch ein bisschen mehr.

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Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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