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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn sich der Alltag wie Urlaub anfühlt

23.08.2018

Hoykenkamp Es duftet nach Kaffee und frisch gebackenen Brötchen, als Mitglieder der FDP-Gemeinderatsfraktion und des -Kreisverbands, allen voran der Ganderkeseer Bundestagsabgeordnete Christian Dürr, am Dienstagvormittag das Hauptgebäude des Wohnparks Hoykenkamp betreten. Einzelne Bewohner sitzen noch beisammen, während andere ihr Frühstück längst hinter sich haben. Der Koch werkelt derweil in der offenen Küche schon am Mittagessen.

Die Szenerie macht deutlich, was die besondere Wohnform ausmacht, die hier vor zwei Jahren entstanden ist. „Wir sind kein Pflegeheim“, betont Wohnpark-Leiterin Nihal Uzun. „Alles läuft auf Hotelbasis.“ Welche Serviceangebote sie in Anspruch nehmen, entscheiden die Bewohner im Seniorenalter selbst – und auch, wann und wo sie es tun. Frühstücken etwa. Wer nicht das Büfett ansteuern wolle, bekomme das gewünschte Menü in seiner Wohnung serviert, sagt Nihal Uzun.

Zweites Gebäude im Bau

Wer sich für ein Leben im Wohnpark entscheidet, hat die Wahl zwischen drei Wohnformen: Derzeit stehen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes zwölf Wohngemeinschafts-Einzelzimmer von etwa 30 Quadratmetern zur Verfügung sowie im Obergeschoss 14 Wohnungen von 50 bis 85 Quadratmetern Größe. Das zweite, noch im Bau befindliche Hauptgebäude hat eine ähnliche Größenordnung. Auch ein Pflegehotel für die so genannte Verhinderungspflege gibt es.

Zudem stehen auf dem drei Hektar großen Areal 24 freistehende, 100 Quadratmeter große Bungalows, die größtenteils von den Eigentümern, alle aus der Generation „55plus“, bewohnt werden. Sieben Häuser gehören Kapitalanlegern und werden über die Bremer Convivo-Unternehmensgruppe, die den Wohnpark betreibt, vermietet.

12,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche beträgt die Miete für die Wohnungen, 13,50 Euro zahlen die Mieter der Bungalows. Hinzu kommen die Kosten für die frei wählbaren Serviceleistungen, die auch als Paket gebucht werden können. Wer sich für eines der WG-Zimmer entscheidet, bekommt für 1800 Euro ein Rundum-Paket mit sämtlichen Service-Leistungen. Sie reichen von der Kleiderpflege, über Essen und Getränke bis hin zur Zimmerreinigung.

Zum derzeit 15-köpfigen Mitarbeiter-Team gehören zwei Köche, die täglich zwei Menüs plus Sondermenüs zubereiten. „Über den Speiseplan entscheiden die Mieter“, so die Wohnpark-Leiterin. Auch auf Sonderwünsche werde eingegangen. So sei beispielsweise ein älterer Herr gewohnt gewesen, nachts um 3 Uhr eine Tasse Kaffee zu trinken. „Den hat er natürlich auch bei uns bis zum Lebensende bekommen.“

1:5-Betreuung in Pflege

Serviceorientiertes Handeln erwartet Nihal Uzun auch von den Mitarbeitern, die für den hauseigenen Pflegedienst Convivo Ambulant Ganderkesee tätig sind. Eine examinierte Pflegekraft betreue in Hoykenkamp fünf Mieter. Personalnot ist laut Uzun in ihrem Haus kein Thema. Zwar gehöre es zum Konzept, dass Mitarbeiter im Sinne der Mieter bei der Arbeit nicht auf die Uhr schauen, doch umgekehrt gewähre sie auch schon mal, dass während der Schicht etwas Privates erledigt wird. „Wir können keine Individualität anbieten, wenn wir nicht individuell denken“, ist die Wohnpark-Chefin überzeugt.

Die Leistungen des Pflegedienstes können die Mieter in Anspruch nehmen, sie müssen es aber nicht. „Wer zu uns zieht und seinen gewohnten Pflegedienst oder seine Reinigungskraft mitbringen möchte, kann das tun“, betont Nihal Uzun. Auch bei der Arztwahl ist jeder frei. Bedauerlich ist aus Sicht der Wohnpark-Leiterin, dass aufgrund der Entfernung nur wenige niedergelassene Ärzte zur Visite ins Haus kämen. In den übrigen Fällen würden die Bewohner mit dem Fahrzeug des Wohnparks in die Praxen gefahren, wenn gewünscht. Ansonsten werde der Bus für Ausflüge genutzt. Dringend gewünscht wäre seitens der Mieter eine fußläufige Einkaufsmöglichkeit, wie Nihal Uzun berichtet.

Weitere Flächen gesucht

Nachdem das Projekt „Wohnpark Hoykenkamp“ über Jahre hinweg schleppend anlief, ist die Nachfrage nach Zimmern, Wohnungen und Bungalows heute riesig. Auf die Frage nach der Auslastung antwortet Nihal Uzun: „100 Prozent!“ Für alle Bereiche gebe es Wartelisten.

Der Wohnpark-Investor, die Reiners Projektentwicklung KG, und auch die Convivo-Gruppe als Betreiber würden das Hoykenkamper Wohnmodell gerne auch an anderen Orten in der Gemeinde etablieren – allein es fehle an Flächen. Convivo habe das Modell bereits an mehrere Orte im Bundesgebiet exportiert, berichtet Nihal Uzun.

Viel Lob für das Wohnprojekt kommt auch von den FDP-Vertretern. „Ich denke, dass solche Modelle Zukunft haben“, so Christian Dürr.

Karoline Schulz
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2745
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