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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn der Bus auf Wunsch zum Fahrgast kommt

20.09.2019

Thema in Hoykenkamp Niedersachsens Umweltminister war im vorherigen Kabinett Wirtschaftsminister – kein Wunder also, dass Olaf Lies beim Blick in die ökologische Zukunft den ökonomischen Gedanken nicht außer Acht ließ: „Es muss auch funktionieren“, mahnte der SPD-Politiker aus Sande am Mittwochabend, als im Gasthof Menkens der Ruf nach radikalen Reformen für den Klimaschutz laut wurde.

Was Lies damit meinte: Die gravierenden Veränderungen, die der Klimawandel im Alltagsverkehr speziell und im Alltag allgemein erzwingen wird, müssen für alle Beteiligten bezahlbar bleiben – und akzeptabel sein. „Wer für Klimaschutz ist, muss auch Windenergieanlagen in seiner Nähe ertragen“, verdeutlichte der Minister seine Position.

Bevor die Diskussion mit den rund 60 Zuhörern in eine grundsätzliche Klima- und Umweltschutz-Debatte ausuferte und Versäumtes beklagt sowie Erreichtes betont wurde, hatte Olaf Lies in einem halbstündigen Grundsatzreferat unter dem Titel „Mobilität 2.0“ seine Visionen vom Verkehr der Zukunft beschrieben. „Mobilität ist Daseinsvorsorge“, lautete sein Credo, deshalb werde vor allem der Staat gefordert sein, Angebote zu schaffen und Kosten zu tragen.

Insbesondere der ländliche Raum brauche eine bessere Mobilität – die aber wegen der geringeren Zahl an Nutzern dort teurer sein werde, prophezeite Lies. Das eigene Auto werde an Wert verlieren: „Die Zukunft ist, dass wir uns Mobilität teilen.“ Der Öffentliche Personennahverkehr, so Lies weiter, werde auch auf dem Land an Bedeutung gewinnen, aber in anderer Form: „Wir werden weniger darauf achten, wann wir losfahren müssen, sondern wann wir ankommen wollen.“

Seine Vorstellung: Öffentliche Fahrzeuge, kleiner als ein Bus, aber größer als ein Taxi und natürlich autonom fahrend, werden übers Smartphone nach Hause bestellt, unter Nennung des Ziels und der gewünschten Ankunftszeit – und ein Algorithmus errechnet dann eine Strecke, auf der möglichst viele Menschen mitfahren können. An das Wort „Bushaltestelle“ werde sich in 20 bis 30 Jahren niemand mehr erinnern, glaubt Olaf Lies. Und wenn es dann noch Fahrpläne gebe, dürfe der Taktverkehr nicht an Ländergrenzen aufhören wie heute noch allzu oft..

Der öffentliche Verkehr der Zukunft werde ein Mix aus verschiedenen Angeboten sein, erwartet der Umweltminister. Car-Sharing werde dazu gehören, vielleicht auch die E-Roller – obwohl die Lies noch nicht überzeugen als Beitrag zur Mobilität der Zukunft. Elektroautos kämen für Pendler auf kurzen Strecken in Frage, für den Lkw-Verkehr indes nicht.

Auf jeden Fall müsse die Mobilität der Zukunft CO2-frei sein, forderte der Minister. Dabei sieht er den Elektroantrieb nur als eine Variante von vielen: Wasserstoff, Brennstoffzellen und synthetische Kraftstoffe würden ebenso gebraucht, schätzt er. „Ein Skandal“ sei nur, dass deutsche Hersteller bei dieser Technik hinterherhinkten. Da war er wieder, der ehemalige Wirtschaftsminister.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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