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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wo bitte geht’s denn hier zur Toilette?

21.02.2019

Hude Wer als ortsunkundiger Reisender am Bahnhof Hude strandet und dringend zur Toi­lette muss, der hat ein Problem. Das hätte er besser im Zug erledigen sollen. Zumindest eine Behinderten-Toilette soll es ja geben. Aber wie kommt man dahin? Im Bahnhofstunnel unter den Bahnsteigen sucht der Reisende vergeblich nach Wegweisern. Wer Glück hat, entdeckt schließlich den klitzekleinen Stationsplan im Glaskasten. Nach rechts, nach links, wie weit ist es überhaupt? – Dazu gibt es keinerlei Hinweise. Als Bahnreisender ist man doch schließlich auch immer ein bisschen Pfadfinder, oder?

Bürger gefragt

Noch bis Ende Februar haben alle Huder Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, im Zuge der Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts ihre Ideen, Anregungen und Kritik zur Ortsentwicklung in Hude loszuwerden. Alle Infos dazu gibt es auf der Startseite www.hude.de im Internet. Per Email (info@hude.de) oder per Post (Parkstraße 53, 27798 Hude) können die Anmerkungen geschickt werden. Sie dienen, wie auch die Ergebnisse des ersten Workshops, den beauftragten Planern als wichtige Hinweise für die zu erarbeitenden Empfehlungen an den Gemeinderat. Bürger sollten sich auch nicht abschrecken lassen, wenn in der Liste schon alles steht. Ruhig noch einmal auf die besonders drängenden Probleme aus persönlicher Sicht aufmerksam machen. Es kann nicht schaden, massiv darauf hinzuweisen, wo der Schuh drückt. kd

Im Holzverschlag

Wer die richtige Richtung erwischt hat, landet vielleicht irgendwann auf beschwerlichen Wegen an der Nordseite des Bahnhofs. Vielleicht hat ja ein freundlicher Huder weitergeholfen und den Weg gezeigt. Aber auch vielen Einwohnern dürfte der Standort der Toilette eher kaum bekannt sein. Sie ist in einem unscheinbaren Holzverschlag am Ende des Fahrrad-Stellplatzes zu finden. Wenn da nicht das kleine Rollstuhlsymbol auf der rustikalen Tür wäre. Das ist aber auch schon alles. Wer es als Reisender mit körperlichen Einschränkungen bis zu dieser Tür geschafft hat, der braucht – einen Schlüssel. Diesen Euro-Universalschlüssel, der nicht nur am Huder Bahnhof, sondern auch in vielen anderen öffentlichen Toiletten (zum Beispiel an der Autobahn) die Tür öffnet, können Berechtigte mit nachgewiesener Schwerbehinderung gegen ein kleines Entgelt erwerben.

Eine öffentlich zugängliche Toilette für jedermann gibt es in Hude aus Kostengründen nicht. Da bleibt die Tür verschlossen. An der Nordseite durfte man kulanterweise im Haus am Bahnhof auf Toilette – zu den Öffnungszeiten, weiß Günter Budde von der Huder Seniorenvertretung. Diese Gaststätte gibt es nicht mehr.

Wenn die Bahnreisenden sich mal wieder an der Südseite auf der Hohen Straße drängen, weil ein Zug ausfällt und auf den Ersatzbus gewartet werden muss, haben sie nur eine Chance. Sie fragen im Café Krützkamp oder im Gasthaus Burgdorf.

Gastronom Peter Burgdorf spricht von zum Teil schon mal „chaotischen Zuständen“ vor den Toiletten­türen des Gasthauses. Auch bei der Touristik-Palette e. V. sei die Toilettenfrage ein Thema, so Burgdorf, der 2. Vorsitzender des Tourismus-Vereins ist. Das Thema müsse dringend angegangen werden, wie auch die gesamte Situation am Bahnhof. Leute, die nach längerer Zeit wieder nach Hude kämen, seien oft erschrocken, wie negativ sich das Bahnhofsumfeld verändert habe.

Kosten prüfen

Die Seniorenvertretung versucht jetzt, einen Antrag zu initiieren, um zumindest die Kosten für eine öffentliche Toilette am Bahnhof prüfen zu lassen, eventuell auch im Klosterbereich oder am Schützenplatz. Laut Seniorenvertreter Günter Budde gibt es andernorts sogenannte „Unisex“-Toiletten. Zum Beispiel als solides Containermodell, eventuell auch mit Wartungs- und Reinigungsverträgen. Es sollten auf jeden Fall die Kosten ermittelt werden, so Budde. „Wenn man weiß, was es kostet, kann man auch fragen: Ist es uns das wert?“ Am Bahnhof sieht Budde die Bahn mit in der Pflicht, zum Beispiel in Form einer Kostenbeteiligung. Auch unter touristischen Gesichtspunkten müsse das Thema auf den Tisch. Der Schützenplatz sei zum Beispiel ein beliebter Treffpunkt für Bustouren. Da wäre eine Toilette an diesem Platz schon sehr hilfreich. Die Gesellschaft werde älter. Und ältere Menschen müssten öfter mal zur Toilette.

„Nette Toilette“

Im Zuge der noch bis Ende Februar laufenden Bürgerbeteiligung zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept sind auch zu diesem Thema schon Anregungen eingegangen.

„Im Kernort sollte mindestens eine Gästetoilette über 24 Stunden täglich verfügbar sein, selbstverständlich auch behindertengerecht“, hat zum Beispiel Wilhelm Rippen angeregt, der der Redaktion sein Schreiben an die Gemeinde in Kopie schickte. Laut Rippen wäre ein Standort für eine öffentliche Toilette zum Beispiel im Neubau für die Rettungswache am Rathaus denkbar. Weitere Toiletten könnten laut Rippen über die Aktion „Nette Toilette“ dazugewonnen werden, zum Beispiel in Verbrauchermärkten oder Gaststätten und Cafés.

Nach diesem Modell zahlt die Gemeinde Gastronomen und anderen Betrieben einen Zuschuss. Aufkleber an der Tür zeigen den Menschen, dass es hier eine „Nette Toi­lette“ kostenlos gibt.

Bürger Wilhelm Rippen hat in seinen Anmerkungen zum Ortszentrum auch auf den Bahnhofstunnel hingewiesen. Der Tunnel sollte unbedingt regelmäßig in kurzen Abständen gereinigt werden (Müll, beschmierte Wände etc.), inklusive der Auf- und Abgänge in Nord und Süd. Für Gäste des Ortes, die mit der Bahn anreisten, fehle es zudem an jeglicher Orientierung.

Orientierung bieten

In der Tat ist es so, dass zum Beispiel oben auf den Bahnsteigen noch ordentliche Schilder auf den Busersatzverkehr hinweisen. Kommt man die Treppe runter oder aus dem Aufzug, steht man jedoch völlig orientierungslos da. Wo ist der Bus zu finden – rechts, links, Nord, Süd? Das gleiche Spiel wie mit der Suche nach der Behinderten-Toilette.

Auch sollte ein wetterfester Ortsplan aufgestellt werden, so Rippen. Er vermisst zudem einheitliche Wegweiser im Ort zu den wichtigsten Zielen.

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