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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

An Der Kasse In Huder Geschäften: Geht’s in Hude auch kontaktlos?

06.07.2019

Hude Seine Brötchen beim Bäcker mit Karte zahlen? Dafür erntete man vor einiger Zeit noch böse Blicke und Augenrollen von anderen Kunden. Seit das kontaktlose Zahlen mit EC-Karte und Smartphone möglich ist, hat sich die Lage entspannt. Kleine Beträge können schnell abgerechnet werden. Bei den großen Ketten ist das längst gängige Praxis. Um zu schauen, wie es bei den Einzelhandelsgeschäften in Hude aussieht, hat die NWZ einen Gang durch die Parkstraße gemacht und die Kassen getestet.

Wie sieht’s aus mit der Sicherheit?

Sicherheit: Viele Kunden stehen der neuen Bezahlmethode skeptisch gegenüber. Sie fürchten Datenklau oder versehentliches Abbuchen beim Vorbeigehen an Lesegeräten. Doch die Karte muss bis auf wenige Zentimeter angehalten werden, damit abgebucht werden kann. Laut eines Handelsblatt-Berichtes bestehe zwar technisch das Risiko, dass Betrüger Daten abgreifen, allerdings müssten sie den Karteninhabern mit speziellen Geräten extrem nahe kommen. Das Auslesen werde verhindert oder zumindest erschwert, wenn die Karte im Portemonnaie oder in einer Schutzhülle stecke.

Verlust der Karte: Wenn die Karte verloren geht, muss die Karte sofort gesperrt werden. Bis dahin haftet laut „Finanztip Verbraucherinformation“ der Karteninhaber mit maximal 50 Euro. Sobald die Karte gesperrt ist, haftet er gar nicht mehr.

Funktion abschalten: Ob die Kontaktlos-Funktion der Karte abgeschaltet werden kann, ist von Bank zu Bank unterschiedlich, schreibt das Handelsblatt. Wer darüber nachdenkt, sollte seine Bank ansprechen.

In der Bäckerei Behrens-Meyer ist mittags viel los. Da muss alles schnell gehen – auch das Bezahlen. Im vergangenen Jahr noch war das in der Bäckerei nur mit Bargeld möglich. Seit Anfang 2019 geht es nun auch mit Karte – und kontaktlos, berichtet Bäckereifachverkäuferin Michelle Brinkmann. „Es haben viele Kunden danach gefragt“, erklärt sie die Veränderung. Seine Brötchen zahlt der Huder Tim Haverkamp zwar meistens noch bar, aber generell findet der 19-Jährige das kontaktlose Bezahlen sinnvoll: „Ich nutze es, weil es einfach ist und schnell geht.“

Mit Karte zahlen geht auch im Bioladen gegenüber – aber noch nicht kontaktlos. Allerdings fragten die Kunden auch hier häufig danach, so die Erfahrung von Naturkostkauffrau Carolin Rother bei „Kornkraft“. Im „Mio“ geht es wiederum: Wer in der Bistro-Bar essen geht, kann im Anschluss kontaktlos mit Karte zahlen. Und mit dem Smartphone? „Da hat noch keiner nach gefragt“, sagt Inhaberin Lisa Schneier. Sie nutzt das neue System selbst gerne: „Es vereinfacht alles.“ Auch nach einem Haarschnitt können Frischfrisierte bei „Die Barbiere“ ihre Karte oder das Smartphone an der Kasse zücken. „Es wird gemacht“, berichtet die Friseurin Stefanie Scheelken – häufiger mit Karte als mit Handy, aber wenn mit dem Smartphone bezahlt wird, „klappt es gut“.

Ganz anders sieht die Welt noch in der Buchhandlung Lesen und Mehr aus. Wer mit Karte zahlt, gibt seine Unterschrift ab. Kontaktlos zahlen? „Da habe ich mir noch keine Gedanken zu gemacht, ob ich das brauche“, gibt Inhaberin Gerburg Schaller zu. „Aber da fragen die Leute hier auch gar nicht nach.“ Tatsächlich bezahlt eine Kundin gerade ein Buch und stimmt ein. „Ich nutze das wenig. Wir bleiben beim Altbewährten“, sagt sie lachend. Wenn die Nachfrage allerdings doch steigen sollte, so Schaller, werde sie ein modernes Gerät anschaffen.

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In Deutschland hat sich die Verbreitung der Kontaktlos-Funktion in den Jahren 2017 und 2018 durchgesetzt. Musste man seine Karte vorher noch in die Lesegeräte an der Kasse hineinstecken, kann man sie mittlerweile einfach an das Gerät heranhalten. Bei Beträgen bis zu 25 Euro muss der Kunde nicht einmal mehr eine Pin eingeben.

Skeptiker haben Sicherheitsbedenken. Die Banken versprechen, dass die Methode sicher ist. Letztlich muss es jeder für sich entscheiden. In Hude öffnet sich der Einzelhandel dem kontaktlosen Bezahlen immer mehr und die Kunden nehmen es gut an.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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