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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Holler- und Wittemoor In Hude: Der beste Helfer gegen Klimaerwärmung

17.01.2020

Hude /Berne „27 Prozent des Oldenburger Landes waren ursprünglich mal Moore“, weiß Martin Gerdes-Röben (85) aus Hude. Der pensionierte Ingenieur für Wasserwirtschaft hat sein ganzes bisheriges Leben der Bodenforschung gewidmet. Doch seit zehn, zwanzig Jahren sieht Gerdes-Röben eine Veränderung. „Man spürt schon längere Trockenzeiten, schon seit längeren Jahren, aber nicht so extrem, wie in den letzten zwei Jahren“, sagt der 85-Jährige, der sich auch beim Nabu engagiert.

Moore sind CO2 – Speicher, und zwar gigantische. Lediglich drei Prozent Erdoberfläche sind Moore, ihre Torfschichten binden aber zusammen ein Drittel des terrestrischen Kohlenstoffs – doppelt so viel wie die Wälder der Erde.

Ursprung im Iran

Den UNESCO Welttag der Feuchtgebiete gibt es laut dem Deutschen Naturschutzbund (Nabu) seit 1997. Immer am 2. Februar erinnern Umwelteinrichtungen weltweit an die Relevanz von Mooren und Co. Seinen Ursprung hat dieser Tag in der iranischen Stadt Ramsar. Hier wurde 1971 ein internationales Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten beschlossen. In den 60er-Jahren wurden diese Gebiete zum Teil radikal entwässert, sehr zum Verhängnis zahlreicher Pflanzen- und Tierarten. Deutschland unterzeichnete dieses Abkommen 1976 und verpflichtete sich damit, alle 34 festgelegten Schutzgebiete in Deutschland weiterhin zu bewahren.

Werden die Moore jedoch entwässert, um sie zum Beispiel für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, dann wird der im Torf gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt. In Hude gibt es beides, ein entwässertes, kultiviertes, Moor, das Nordenholzer Moor, und ein Moor, das seit 1988 wieder aktiv „vernässt“ wurde und jetzt ein Naturschutzgebiet ist: Das Holler- und Wittemoor. Das 380 Hektar große Gebiet ist Heim vieler Tier- und Pflanzenarten: Vor allem Rehe fühlen sich hier wohl. Sie bekommen hier im geschützten Dickicht ihren Nachwuchs. Weiter ziehen Dachse, Füchse, Fasane aber auch Kriechtier wie die Kreuzotter durchs Gebiet. Der Eisvogel ist hier beheimatet, genauso wie Libellen und zahlreiche Insektenarten.

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Früher sei dies hier ein „echtes Hochmoor“ gewesen, so Gerdes-Röben. „Das zeichnet sich dadurch aus, dass nichts wächst, was größer als einen Meter wird.“ Großflächig konnte man das Gebiet damals überschauen. Doch durch Entwässerungen in den 60er Jahren siedelten sich immer mehr Waldgewächse an, die die Trockenheit bevorzugen. Birken zum Beispiel und Kiefern. „Das Moor wird immer waldähnlicher.“

Ein Garant für moortypische Feuchtigkeit sind die Pflanzen Sonnentau und Gagel. Diese wachsen hier, zwischen den gut mit Wasser gefüllten Seen. Doch auch diese Wassermassen wurden von den zwei vergangenen Hitzesommern nicht verschont. Bis auf Pfützen leer werden die Seen in den heißen Sommern.

Auch wenn der Klimawandel auch nicht vor den Mooren halt macht. Noch ist das Moor nicht zu einer Wüste geworden. „Aber wer weiß, was da noch auf uns zu kommt“, sagt der 85-Jährige. „Wir werden auch immer mehr Menschen auf der Erde und brauchen deshalb auch immer mehr Landwirtschaft, um uns zu ernähren.“

Für Gerdes-Röben ist es schön durch das Naturschutzgebiet zu spazieren. „Vor allem wenn man sonntags morgen hierher kommt. Dann ist es ruhig wie am Tag der Schöpfung“, schätzt der Huder. Für ihn ist diese Landschaft nicht wegzudenken, und deshalb auch weiterhin schützenswert.

Freya Adameck Redakteurin / Redaktion Ostfriesland
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